Noch nie waren so viele Reisende täglich in den Zügen der SBB unterwegs wie 2023. Die SBB baut daher das Angebot weiter aus – die Reisenden dürfen sich auf neue attraktive Angebote freuen. Damit das Angebot auch in Zukunft weiter ausgebaut werden kann und die Züge zuverlässig rollen, sind diverse Baustellen auf dem Schweizer Schienennetz geplant.
Am 10. Dezember ist es wieder so weit: Der Fahrplanwechsel steht an. Was das genau für Sie und Ihre ÖV-Reisen 2024 bedeutet, lesen Sie hier.
Am Wochenende werden die bereits bestehenden Direktverbindungen um zwei zusätzliche Direktverbindungen ausgebaut. Es handelt sich dabei um folgende Verbindungen:
- Genève‒Aéroport Abfahrt 5.32 Uhr, Chur Ankunft 9.52 Uhr
- Genève‒Aéroport Abfahrt 13.32 Uhr, Chur Ankunft 17.52 Uhr
- Chur Abfahrt 10.08 Uhr, Genf Ankunft 14.27 Uhr
- Chur Abfahrt 18.08 Uhr, Lausanne Ankunft 21.40 Uhr
Die letzte Verbindung ab Chur fährt bis Lausanne.
Skifahrerinnen, Wanderer und Bikerinnen aufgepasst: Am Wochenende fährt ein neuer IC von Zürich nach Brig, welcher zusätzlich in Frutigen hält. Am Samstagmorgen kommt der Zug aus Zürich (ab 7.38 Uhr) um 09.12 Uhr in Frutigen, in Visp um 9.28 Uhr und in Brig um 9.38 Uhr an. Am Sonntagnachmittag fährt er um 16.18 Uhr in Brig los (Visp um 16.27 Uhr und Frutigen um 16.45 Uhr) und erreicht Zürich HB um 18.32 Uhr. So können Sie morgens von Zürich schneller ins Berner Oberland sowie ins Oberwallis reisen und am Nachmittag wieder zurück.
Vom 13. Januar bis 3. März 2024 verkehren an den Wochenenden morgens zwei direkte Verbindungen von Zürich HB nach Einsiedeln und nachmittags wieder zurück. Der RegioExpress bringt Langläuferinnen und Sonnenhungrige ohne Umstieg von der Zwinglistadt Zürich in die Heimat der Schwarzen Madonna.
Auch gibt es einen Angebotsausbau für Frühaufsteherinnen oder Nachtschwärmer; der IC6 von Brig nach Bern und weiter nach Basel fährt Dienstag-Sonntag früher am Morgen los. Neu fahren Sie um 05.16 Uhr in Brig los und kommen um 06.24 Uhr in Bern und um 07.32 Uhr in Basel. Abends fährt der letzte IC6 eine Stunde später als heute zurück. Nun können Sie den Zug um 22.28 Uhr von Basel SBB nehmen (Bern ab 23.37 Uhr) und erreichen Brig um 00.41 Uhr. Dieser Verbindungsausbau ist auch praktisch für frühe oder späte Ankünfte und Abflüge von den Flughäfen Zürich und Basel.
Nachteulen kommen Freitag- und Samstagnacht dank einer neuen Express-Verbindung, später von Olten (ab 00.40 Uhr) nach Biel/Bienne (an 01.26 Uhr) – der Zug hält auch in Oensingen, Solothurn, und Grenchen Süd.
Das Bahnangebot in der Region Locarno wird ebenfalls attraktiver. Der neue Bahnhof Minusio ist ab dem Fahrplanwechsel in Betrieb und wird von den TILO-Regionalverbindungen S20 und RE80 bedient.
Da immer mehr Menschen mit dem Zug ihren Arbeitsweg beschreiten, baut die SBB die Sitzplatzkapazität auf dem RegioExpress Olten‒Luzern durch den Einsatz von doppelstöckigen Zügen aus. Zudem verkehrt zwischen Dietikon und Aarau die S11 künftig durchgehend im Halbstundentakt.
Grundsätzlich fällt nur ein Angebot auf der Strecke Interlaken–Bern und Bern–Interlaken weg: Die erste Verbindung von Interlaken nach Bern verkehrt nicht mehr direkt; neu ist in Spiez ein Umstieg notwendig. Die Fahrzeit bleibt jedoch unverändert. Die Verbindung um 23.39 Uhr ab Bern nach Interlaken verkehrt künftig nicht mehr. Die letzte Verbindung ab Bern um 00.08 Uhr bzw. Freitag und Samstag zusätzlich um 1.08 Uhr verkehrt weiterhin.
Zudem können gewisse Verbindungen 2024 aufgrund der Baustellen zwischenzeitlich nicht verkehren:
- Luzern–Flughafen Zürich: Wegen Bauarbeiten fällt die Direktverbindung vom 10. Dezember 2023 bis 14. Dezember 2024 weg. Reisende gelangen in der gleichen Zeit aber mit einem Umstieg in Zürich HB von Luzern an den Flughafen.
- Basel–Bern–Mailand und Genf‒Brig‒Mailand: Wegen einer Baustelle in Italien verkehren in den nächsten Jahren weniger Direktzüge.
Die SBB unterhält eines der meistbefahrenen Bahnnetze der Welt. Was so intensiv genutzt wird, muss auch gepflegt werden, damit die Züge auch künftig sicher und pünktlich ans Ziel kommen. Die SBB unterhält aber nicht nur ihr bestehendes Netz, sondern baut es auch weiter aus, um damit langfristig neue Angebote zu schaffen.
Die Situation am Gotthard-Basistunnel verändert sich fortlaufend.
Das bisherige System für Einzelplatzreservierungen hat das Ende seiner Lebensdauer erreicht und muss abgelöst werden. Ab dem 10. Dezember kommt deshalb ein neues System zum Einsatz, welches in Zukunft neue Funktionen bieten wird. Vorerst bringt der Wechsel jedoch die folgenden temporären Angebotsänderungen mit sich:
- In nicht-reservierungspflichtigen Zügen für Reisen ab Fahrplanwechsel gilt «ein Preis für die gesamte Reisekette»: Auch wenn Sie umsteigen, wird pro Weg nur noch eine Reservierungsgebühr verrechnet.
- Für Sitzplatzreservierung von Kleingruppen bis 9 Personen werden keine Rabatte mehr gewährt.
- Sitzplatzreservierung für Reisen ab 10. Dezember 2023 können Sie wie gewohnt in den Reisezentren, über das SBB Contact Center und auf der SBB Mobile App buchen. Auf sbb.ch sind Sitzplatzreservierungen voraussichtlich ab März 2024 möglich.
- Bei Einzelplatzreservierungen in touristischen Zügen können Sie bis auf Weiteres keine Zusatzleistungen wie z.B. «Essen am Platz» mehr buchen. Buchen Sie diese über die Webseite der entsprechenden Bahn, wie z.B. glacierexpress.ch oder mob.ch.
- Die Klasse bei Veloplätzen kann nicht gewählt werden. Es besteht leider keine Garantie, dass sich der Sitzplatz und der Veloplatz im selben Wagen befinden.
- Aufgrund des neuen Reservierungssystems ist künftig eine Reservierung in den Speisewagen internationaler Züge (z.B. ICE, TGV) auf Strecken innerhalb der Schweiz nicht mehr möglich. Erkundigen Sie sich direkt im Zug nach freien Plätzen.
- Die Lage der Sitzplätze (bspw. Fenster oder Gang) kann nicht gewählt werden. Die Plätze werden nach einer fixen Logik zugeteilt. Priorität haben die gemeinsame Unterbringung sowie Fensterplätze.
Nicht nur inländische Reisen sind von der Änderung der Reservierungssyteme betroffen, sondern auch internationale Reisen.
Zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2023 sind bei der SBB Billette und Reservierungen für Reisen in folgende Länder erhältlich:
- Alle Nachbarländer der Schweiz: Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich
- Sämtliche Direktverbindungen ab der Schweiz, sei es am Tag oder mit dem Nachtzug
- Reisen in die Benelux-Länder, nach Dänemark und Tschechien
- Die Eurostarverbindung nach London
- Die TGV-Verbindung nach Barcelona
Für Reisen in fernere Länder bietet die SBB auch nach dem Fahrplanwechsel weiterhin ein vielfältiges Angebot an Interrail-Pässen an.
Für die Buchung in alle oben nicht genannten Länder empfiehlt die SBB das vielfältige Angebot an Interrail-Pässen oder die Buchungsplattformen der jeweiligen Partnerbahnen.
Ebenfalls im Zusammenhang mit der Modernisierung des Buchungssystems können Kund:innen ab 10. Dezember 2023 vorübergehend keine internationalen Velobillette und -reservierungen über die SBB Verkaufskanäle buchen. Geplant ist jedoch, dass das im Verlauf von 2024 wieder möglich sein soll. In der Zwischenzeit empfiehlt die SBB, Velobillette direkt bei der jeweiligen Partnerbahn zu kaufen
Diese sind pro Land wie folgt:
- Deutschland: bahn.de
- Italien: trenitalia.com
- Österreich: oebb.at
- Für Nachtzüge: nightjet.com
Achtung: Nach Frankreich ist der Veloselbstverlad in grenzüberschreitenden Zügen weiterhin nicht möglich.
Der Internationale Eisenbahnverband (UIC) hat die Preise für Velobillette und -reservierungen neu festgelegt und vereinheitlicht. Bisher hat jede Bahn diesen Preis selbst bestimmt, es gab deshalb grosse Abweichungen. Ab 10. Dezember 2023 wird der bisherige Pauschalpreis für den internationalen Veloselbstverlad streckenbasiert berechnet. Dadurch werden kürzere Strecken günstiger, längere jedoch teurer als heute.



