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Mit Testplanungen die Instandhaltungsstandorte entwickeln
Bauprojekte
Mit Testplanungen die Instandhaltungsstandorte entwickeln

Das starke Wachstum der Flotte Personenverkehr bis 2042 – die SBB beschafft über 850 neue Züge für den Ersatz bestehender Flotten und für Angebotserweiterungen – stellt hohe Anforderungen an die Planung und den Bau von Instandhaltungsanlagen. Testplanungen dienen dabei als Basis für langfristige Standortstrategien.

SBB/CFF/FFS (Fotos)

Luftaufnahme vom Werk Olten

Die SBB benötigt bis Anfang der 30er Jahre bedeutend mehr Kapazitäten für die Inbetriebsetzung, die Instandhaltung und die Modernisierung neuer und vorhandener Züge. Ab 2025 Jahre realisiert sie deshalb ein neues Werk in Arbedo-Castione (NSIF) sowie neue Serviceanlagen in Weinfelden, Rorschach, Aigle und im Perimeter der S-Bahn Zürich. Darüber hinaus werden bestehende Anlagen – im Fokus stehen hier die beiden Werke in Yverdon-les-Bains und Olten – modernisiert und erweitert. Basis für die Entwicklung der Instandhaltungskapazitäten ist der von Anlagen (Produktion Personenverkehr) erarbeitete Richtplan Instandhaltungsanlagen, der jährlich aktualisiert und mit dem Rollmaterialeinsatzplan (REP) von Markt Personenverkehr abgestimmt wird.

In der Entwicklung ihrer Instandhaltungsanlagen orientiert sich die SBB am Grundsatz der «haushälterischen Nutzung des Bodens», wie es die Raumplanung in der Schweiz postuliert. Priorität liegt also auf der Verdichtung bestehender Areale und der (Mehrfach-)Nutzung bereits bebauter Flächen. Die grossflächige Überbauung von Grünflächen ist dagegen nur in gut begründeten Ausnahmen realisierbar.

Bei der Modernisierung und Erweiterung bestehender Standorte kommt auch die so genannte «Testplanung» zum Einsatz, ein raumplanerisches Instrument zur koordinierten Entwicklung komplexer Areale. Beispiel SBB Werk Olten: Ein 180 000 m2 grosses und topografisch anspruchsvolles Industrieareal mit einer 150 jährigen Geschichte, einem Gebäudekonglomerat aus verschiedenen Epochen und einer stark fragmentierten Struktur.

Im Prozess der Testplanung im Werk Olten wurden die Nutzer, SBB interne Stakeholder sowie verschiedene externe Interessengruppen involviert. Dazu gehören die Stadt Olten, der Kanton Solothurn und insbesondere die Stellen der Denkmalpflege (SBB, Bund und Kanton). Die Methodik der Testplanung ermöglicht es der SBB, ihre Verpflichtung punkto historischen Erbes auf Basis der Abwägung von Nutz- und Schutzinteressen wahrzunehmen. Die gemeinsame Bewertung aller Interessen zeigt am Ende auf, wie mit den Herausforderungen als Ganzes umgegangen werden kann. So können die für die Weiterentwicklung des Areals wertvollen Handlungsspielräume präzise formuliert werden.

Lösungsvorschläge wurden durch drei selektierte, interdisziplinär (Städtebau, Produktion, Logistik, Denkmalpflege, Nachhaltigkeit) zusammengesetzte Planerteams in einem mehrstufigen Prozess erarbeitet. Beurteilt wurden die Lösungsvorschläge durch eine Jury, in der neben den Nutzern, die internen und externen Stakeholder sowie externe Experten aus Industrieproduktion/Logistik, Städtebau, Landschaftsarchitektur und Denkmalpflege vertreten waren.

Im Ergebnis liegt ein räumlich-funktionales Leitbild für die Arealentwicklung vor – die Standortstrategie. Sie veranschaulicht, wie die kurz-, mittel- und langfristige Verdichtung des Werks aussehen und schrittweise umgesetzt werden kann. Die Standortstrategie ist ein robustes, auf den betrieblichen Bedürfnissen aufbauendes räumlich-funktionales Entwicklungskonzept mit ausreichend Flexibilität für die Horizonte 2035 und 2050+. Sie berücksichtigt neben den Aspekten von Raumplanung und Städtebau auch Anforderungen der Nachhaltigkeit sowie Schutzinteressen, wie insb. Denkmalschutz. Ziel ist es, den strategisch bedeutsamen Instandhaltungsstandort Olten weiter zu stärken und auf die mittel- und langfristigen Bedürfnisse im Bereich der Instandhaltung von Zügen des Personenverkehrs auszurichten. Gemeinsam ist allen Planungen und Vorhaben, dass die Weiterentwicklung der bestehenden Werke und Serviceanlagen sowie die Realisierung neuer Standorte auch die Attraktivität der Arbeitsplätze und damit verbunden der SBB als Arbeitgeberin positiv beeinflussen soll.

Erweiterungen auch im Werk Yverdon-les-Bains geplant

Auch in der Westschweiz müssen die Kapazitäten für die Instandhaltung von Zügen erweitert werden. Notwendig ist dies wegen des geplanten Angebotsausbaus im Regionalverkehr sowie der erschwerten Erreichbarkeit der Instandhaltungsanlagen im Bahnknoten Genf. Für die Kapazitätserweiterung in der Instandhaltung wird u.a. das bestehende Areal der SBB Werkstätten im Norden des Bahnhofs Yverdon-les-Bains etappenweise saniert und erweitert (Nouveaux ATeliers d'Yverdon-les-Bains, NATY). Auch das Areal in Yverdon-les-Bains besteht aus Gebäuden verschiedener Epochen, die wichtige Zeitzeugen in der industriellen Entwicklung der SBB Werkstätten sind. Langfristig müssen verschiedene Aspekte berücksichtigt werden: Nebst der Bereitstellung eines Arbeitsumfelds für eine effiziente und sichere Instandhaltung kommen denkmalpflegerische Interessen sowie Fragen zur Logistik, zur Mobilität, zu Verkehrsflüssen, zur Umwelt/Energie und zu Naturgefahren hinzu. Der Entwicklungsprozess erfolgt iterativ und beinhaltet verschiedene Areal-Layout-Varianten. Dabei werden die betroffenen Interessengruppen aktiv einbezogen und deren Meinungen und Bedürfnisse berücksichtigt. Gemeinsam wird so eine möglichst optimale Variante gewählt und weiterverfolgt.

«Wir stehen in der Entwicklung von Instandhaltungsanlagen vor Schlüsseljahren» | COM SiteProduktionsplanung Personenverkehr | WIAS
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