Die NZZ und darauf basierend 20minutes haben berichtet, dass SBB Fachleute das Projekt der Ligne directe zwischen Neuenburg und La Chaux-de-Fonds vor zwei Jahren infrage stellten. Spezialisten seien zum Schluss gekommen, dass eine Stadtbahn den Kundinnen und Kunden mehr Nutzen bringen würde als die geplante Vollbahn mit einer normalspurigen Neubaustrecke. Weil dieser Alternativvorschlag nicht weiterverfolgt wurde, unterstellt die NZZ der SBB Konzernleitung Mutlosigkeit (
Fakt ist: Die SBB kommt in ihren Überlegungen zur Zukunft der Bahn und im Zielbild Mobilität zum Schluss, dass die Bahn nicht in jedem Fall die beste Variante ist, sondern für die Feinerschliessung gerade in Agglomerationen Trams oder Lightrails geeigneter sein können (
Mit dem Alternativvorschlag wäre ein wenig erprobtes, isoliertes System eingeführt worden, das ähnlich hohe Gesamtkosten mit sich gebracht hätte wie die Vollbahn. Die Vollbahn hingegen basiert auf einer bewährten Technologie und hat den Vorteil, dass eine Anbindung ab Neuenburg an das SBB Netz als künftige weitere Entwicklungsetappe möglich ist. Zudem verkürzt sie die Reisezeit von 28 auf 15 Minuten und ist somit schneller als die Alternativlösung. Klar ist: aufgrund der Steigung wird die Vollbahn auf dieser Strecke technisch herausfordernd. Das wäre auch bei Alternativen der Fall. Die durchgeführten Tests bestätigen die Machbarkeit hinsichtlich Sicherheit und Robustheit, mit entsprechendem Rollmaterial.
