Gemäss Prognosen fahren 2040 über zwei Millionen Menschen pro Tag mit dem Zug – das sind über 30 Prozent mehr als heute. Das Ziel lautet deshalb: Schnellere Verbindungen, mehr Züge, mehr Sitzplätze. Der Weg zum Ziel ist der Ausbauschritt 2035 (AS 2035): Für rund 12,9 Milliarden Franken baut die SBB dabei im Auftrag des Bundes die Bahninfrastruktur aus. Das grösste Einzelprojekt ist «MehrSpur Zürich–Winterthur». Hier die 7 wichtigsten Fakten dazu:
«MehrSpur Zürich–Winterthur» – oder im SBB Jargon «MSZW» – ist das grösste Bauvorhaben, das die SBB aktuell in der Pipeline hat. Einige Fakten zu diesem Mammutprojekt solltest du kennen, auch wenn du in Bern, Lausanne oder Bellinzona wohnst.

Es ist zu eng: Auf dem Abschnitt Zürich–Winterthur zwängen sich heute die Fernverkehrs-, S-Bahn- und Güterzüge auf einer Doppelspur aneinander vorbei. Es gibt keinen Platz für zusätzliche Verbindungen. Zur Entlastung erstellt die SBB im Rahmen des Projekts «MehrSpur Zürich–Winterthur» einen neuen, rund neun Kilometer langen Doppelspurtunnel (Brüttenertunnel, bestehend aus zwei Einspurröhren) und baut daneben vier Bahnhöfe sowie bestehende Linien aus.
Das ist der neue Takt, in dem die Züge künftig auf dem Abschnitt Zürich–Winterthur unterwegs sein werden. Wer nicht rechnen mag: Das sind 26 Züge pro Stunde. Heute sind es 18. Anders gesagt: Künftig gibt es täglich Platz für 156 000 Reisende – 30 Prozent mehr als heute.
Insgesamt 2,9 Milliarden Franken kostet das Projekt «MSZW». Zum Vergleich: Der Gotthard-Basistunnel kostete 12 Milliarden Franken, das Projekt Zukunft Bahnhof Bern 1,3 Milliarden Franken. Oder man könnte für den Preis des «MSZW»-Projekts auch 751 295 GAs 2. Klasse oder gut 50 000 Kilogramm Gold kaufen.
Wo gebaut wird, bleibt es bekanntlich nicht ruhig. 50 000 Anwohnerinnen und Anwohner – das entspricht dreimal der Einwohner:innenzahl von Olten – leben in der Nähe der künftigen Baustellen. Statistisch gesehen müssten darunter auch ein paar SBB Mitarbeitende sein. Gebt euch gerne in den Kommentaren zu erkennen!
Wenn alles nach Plan läuft, fahren die ersten Bagger in etwa drei Jahren auf. Gebaut wird dann für rund zehn Jahre, sodass die ersten Züge in der zweiten Hälfte der 2030er-Jahre durch den neuen Brüttenertunnel fahren werden.
Wie komplex das Vorhaben ist, macht diese Zahl deutlich: Rund 200 interne und externe Fachleute sind in die Projektplanung involviert. Ein pfannenfertiges Projekt für den Brüttenertunnel war übrigens bereits im Ausbauprogramm «Bahn 2000» enthalten. Weil die Kosten ausuferten, mussten die Vorhaben damals jedoch stark redimensioniert werden. Der Brüttenertunnel war eines der Projekte, die damals aus dem Programm gestrichen wurden.
Das Bundesamt für Verkehr (BAV) wird die Baubewilligung für das Projekt erteilen. Hierfür hat die SBB dem BAV 86 Schachteln mit Projektdokumenten, bestehend aus Berichten und Plänen, eingereicht. Derzeit läuft die öffentliche Planauflage, und die Unterlagen liegen in den betroffenen Gemeinden während 30 Tagen auf. Das heisst, alle – auch du, falls du Zeit und Musse hast – sind eingeladen, sich vertieft mit dem Projekt auseinanderzusetzen. Weitere Informationen findest du auf der
Wer noch ein paar Zahlen und Fakten mehr verdauen mag, ist eingeladen zum Mitraten:



