In einem Interview mit CH Media hat SBB-Verwaltungsratspräsidentin Monika Ribar eine Aussage zu den voraussichtlichen Umbaukosten der FV-Dosto gemacht. Nach heutigem Stand kostet der Einbau neuer Drehgestelle in die 62 Züge die SBB einen hohen zweistelligen Millionenbetrag. Eine genaue Prognose ist noch nicht möglich, weil die Vorarbeiten noch nicht abgeschlossen sind.
Der Hersteller Alstom rüstet einen FV-Dosto mit neuen Drehgestellen aus. Falls sich dieser Prototyp bewährt, kann die Flotte im Rahmen einer normalen Revision umgebaut werden. Die neuen Drehgestelle werden im Unterhalt voraussichtlich günstiger sein. Deshalb geht die SBB nach heutigem Wissensstand davon aus, dass die Investition in neue Drehgestelle sogar wirtschaftlich sein könnte.
Verschiedene Medien behaupten, dass der FV-Dosto für 250 Millionen Franken umgebaut würde. Zudem deuten sie an, dass diese Arbeiten Billettpreiserhöhungen zur Folge hätten. Ausserdem legen sie nahe, die Beschaffung des Zugs sei ungenügend begleitet worden und die SBB hätte sich daraus zurückziehen sollen. Fakt ist:
- Die SBB hat das Geschäft FV-Dosto – wie jedes grosse Beschaffungsprojekt – von Anfang an intensiv begleitet, Chancen und Risiken abgewogen und verschiedene Optionen wiederholt und sorgfältig geprüft. Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile hat die SBB jeweils beschlossen, das Geschäft weiter zu verfolgen.
- Alle FV-Dosto wurden inzwischen abgenommen. Sie erfüllen damit die vertraglich vereinbarten Anforderungen. Garantiearbeiten werden regelmässig durch Alstom durchgeführt, wie bei Schienenfahrzeugen üblich.
- Der FV-Dosto gehört heute zu den zuverlässigsten Flotten der SBB und bildet das Rückgrat des Fernverkehrs in der Schweiz.
- Bei Störungen und bestimmten Konstellationen der Schnittstelle zwischen Rad und Schiene können im Wako-System leider nach wie vor Schwankungen entstehen. Um diese zu eliminieren und den Fahrkomfort des FV- Dosto weiter zu verbessern, entwickelt die SBB derzeit gemeinsam mit Alstom einen Prototypen für ein optimiertes Drehgestell.
- Der Auftrag für den Prototypen eines optimierten Drehgestells ohne Wankkompensation wurde bereits 2023 erteilt und nicht 2024.
- Sollte der Prototyp die erforderlichen Verbesserungen sowohl aus Kunden- als auch aus wirtschaftlicher Sicht sicherstellen, werden die Anpassungen der Drehgestelle im Rahmen der ordentlichen Revisionsarbeiten vorgenommen.
- Die angeblichen Kosten von 250 Millionen Franken sind falsch und rein spekulativ. Zum aktuellen Zeitpunkt geht die SBB von wesentlich tieferen Kosten aus. Ein allfälliger Umbau des Drehgestells hätte zudem längerfristig tiefere Instandhaltungskosten zur Folge, da sich die Instandhaltungsarbeiten einfacher gestalten würden.
- Ein möglicher Umbau des FV-Dosto wirkt sich nicht auf die Billettpreise aus. Die Tarifmassnahmen im öffentlichen Verkehr werden von der Branchenorganisation Alliance SwissPass (ASP) festgelegt.
