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Mut zum Wechsel: Wie zwei Tessiner ihre Chance in der Deutschschweiz packten
Mut zum Wechsel: Wie zwei Tessiner ihre Chance in der Deutschschweiz packten

Was tun, wenn es in der eigenen Region keine Stelle gibt? Zwei junge Tessiner Rangierspezialisten haben den Sprung gewagt: Seit einem Jahr arbeiten sie in der Region Mitte von SBB Cargo Schweiz. Wie ist ihre Erfahrung?

Elie Peter (Text)Elie Peter (Fotos)

Rangierspezialist Sabit Medi steht auf dem Trittbrett der Rangierlok Am 843 und hält sich an der Haltestange fest.
Rangierspezialisten Sabit Medi steht auf dem Trittbrett der Rangierlok Am 843 und hält sich an der Haltestange fest.

Sabit Medi auf der Rangierlok Am 843: «Das Team hat mich mit offenen Armen empfangen.»

Mittagszeit am Standort Oensingen. Sabit Medi (20) hat soeben einen Zug mit 14 Wagen der Migros in Oberbuchsiten abgeholt. Nun steht der grossgewachsene Mann im Aufenthaltsraum und scherzt mit ein paar Kollegen. Man hört Schweizerdeutsch, Hochdeutsch, Italienisch. «Ich habe mich sehr gut eingelebt», bestätigt Sabit. «Das Team hat mich mit offenen Armen empfangen.»

Im Sommer 2024 war seine Gemütslage anders. Nach drei Jahren Ausbildung bei Login musste Sabit erkennen, dass es im Tessin keine passende Stelle gab… Da kam das Angebot aus der Region Mitte: Hier suchte man zwei Rangierspezialisten Ai40 (Rangiermitarbeitende, die Rangierbewegungen bis 40 km/h ausführen). Zuerst hatte Sabit Zweifel: Weg von der Familie? Weg von den Freunden? Alles in Deutsch statt Italienisch…?

Ein Jahr später ist er glücklich über seinen Entscheid. «Die Arbeit hier ist abwechslungsreich, das Team sehr hilfsbereit.» Und sein Deutsch? Sabit lacht: «Das darf noch etwas besser werden. Bei der Arbeit ist es kein Problem. Aber wenn mich die Kollegen auf Schweizerdeutsch necken…» Das Tessin fehlt ihm trotzdem. Deshalb fährt er an den Wochenenden oft zurück nach Ambri – zu seiner Familie und während der Saison zu einem Eishockeyspiel seines Klubs Ambri-Piotta.

Wie geht es weiter? «Mein Vertrag hier läuft bis Sommer 2026.» Danach möchte sich Sabit weiterentwickeln. «Vielleicht zum Fahrdienstleiter.» Etwas leiser sagt er: «Wenn möglich kehre ich ins Tessin zurück.» Dann blickt Sabit auf seine Kollegen im Raum – und schiebt nach: «Oder irgendwo in der Schweiz. Die SBB ist ja eine grosse Familie.»

OneSBB über die Sprachgrenzen hinweg fördern

Die Person, die Sabit Medi nach Oensingen geholt hat, ist Tadija Mijacevic. Tadija ist Bereichsleiter Jurasüd-Oberaargau bei SBB Cargo Schweiz. Wie kam es dazu, dass er im Tessin Personal rekrutiert hat? «Bei der SBB ist es unser Ziel, in unsere Lernenden zu investieren. Für mich war deshalb klar, dass wir unseren Blick über die eigene Sprachregion hinaus richten und schweizweit nach geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten suchen.»

«Kulturelle Vielfalt belebt die Zusammenarbeit und fördert den OneSBB-Gedanken. So lernen wir voneinander.»
Tadija Mijacevic, Bereichsleiter Jurasüd-Oberaargau bei SBB Cargo Schweiz
Isaia Colucci steht zwischen zwei Güterwagen und kuppelt die beiden Wagen aneinander.

«Ich bin etwas stolz, dass ich es geschafft habe.» Isaia Colucci kann sich gut vorstellen, langfristig in der Region Mitte zu arbeiten.

War das kein Risiko? Tadija überlegt. «Zu einem gewissen Grad, ja.» Die Sprache und das Risiko einer raschen Kündigung… Doch die Chancen hätten für ihn eindeutig überwogen: «Kulturelle Vielfalt belebt die Zusammenarbeit und fördert den OneSBB-Gedanken. So lernen wir voneinander. Die Integration neuer Kollegen aus einer anderen Sprachregion fordert die Teams, stärkt aber den Zusammenhalt.» Heute seien die beiden Tessiner sehr gut integriert. Zwar habe es zu Beginn einige Herausforderungen gegeben, zum Beispiel die Sprache, doch durch gezielte Massnahmen habe sich die Integration Schritt für Schritt positiv entwickelt.

Der Anfang war schwierig – doch er biss sich durch

Der zweite ist Isaia Colucci (20). Es ist 14.30 Uhr in Gerlafingen. Soeben hat Isaia einen Zug mit Material von Stahl Gerlafingen kontrolliert und zur Abfahrt vorbereitet. Während der Zug in Richtung Rangierbahnhof Limmattal davonfährt, geht Isaia zurück ins Bahnhofsgebäude, um sich umzuziehen. Er hat bereits um 5.30 Uhr in der Früh begonnen. Feierabend!

Isaias Geschichte klingt zuerst wie diejenige seines Kollegen Sabit, mit dem er sich in Zuchwil bei Solothurn eine Wohnung teilt: Ausbildung bei Login, keine Stelle im Tessin, das Angebot aus der Mitte. Zweifel – er wagte es und begann im November 2024 am Standort Solothurn. Ab dann unterscheidet sich die Erfahrung allerdings: «Der Anfang war schwierig für mich. Zum ersten Mal weg von der Familie in Biasca, eine neue Arbeit, neue Kollegen. Alles auf einmal. Zudem war mein Deutsch dürftig.» Doch Isaia gab nicht auf: Er absolvierte einen Sprachkurs und blieb an den Wochenenden häufig in der Region. Isaia blinzelt, er streicht sich eine Locke aus der Stirn. «Manchmal fühle ich mich immer noch etwas unsicher. Doch jetzt gefällt es mir hier.» Er lächelt: «Ich bin etwas stolz, dass ich es geschafft habe.»

Isaia kann sich gut vorstellen, langfristig in der Region Mitte zu arbeiten. «Am liebsten eines Tages als Lokführer.» Seine Augen blitzen. «Dann kann ich die Deutschschweiz nicht nur mit meinem Motorrad erkunden, sondern auch mit der Lok.»

Flexibilität wird immer wichtiger

Die beiden jungen Tessiner sind sich einig: Der Sprung hat sich gelohnt. Sabit sagt es so: «Ich kann diese Erfahrung absolut empfehlen. Sie öffnet Horizonte. Es muss nicht zwingend nach der Ausbildung sein. Wenn es die familiäre Situation zulässt, kann man in jedem Alter von einem solchen Wechsel profitieren.»

Für Tadija Mijacevic gewinnt dabei das Unternehmen genauso: «Diese gelebte Flexibilität tut uns als SBB Cargo Schweiz gut. Angesichts der bevorstehenden Herausforderungen werden wir sie in Zukunft noch stärker benötigen. Die Tessiner Kollegen zeigen exemplarisch, dass ein solcher Austausch positiv für alle Seiten ist.»

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