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Das erste Halbjahr 2025: Mehr Reisende, finanzielle Lage bleibt angespannt
Güterverkehr
Das erste Halbjahr 2025: Mehr Reisende, finanzielle Lage bleibt angespannt

Das erste Halbjahr 2025 brachte gleich zwei neue Rekorde: Die SBB transportierte erstmals täglich mehr als 1,41 Millionen Reisende und schaffte mit 94,5 Prozent Pünktlichkeit ebenfalls einen neuen Bestwert. Herausfordernd bleibt die finanzielle Lage.

URS FLUEELER (Fotos)

Bahnhof mit vielen Menschen

Im ersten Halbjahr 2025 waren mit täglich 1,41 Millionen Reisende nicht nur mehr Menschen unterwegs; die Kund:innen waren auch zufriedener. Die Gründe:

  • Verbesserungen im Fahrplan
  • mehr Sitzplätze in den Zügen
  • neuer Bestwert in der Pünktlichkeit: 94,5 Prozent der Züge waren pünktlich (+0,7 Prozentpunkte gegenüber der Vorjahresperiode).

Sorgen machen der SBB die anhaltenden Aggressionen im Bahnumfeld. Die SBB schult Mitarbeitende im Security-Trainingszentrum. Erfreulich: Insgesamt konnte die Arbeits- und Betriebssicherheit verbessert werden.

Positive Bilanz zum Fahrplan 2025

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2024 hat die SBB den Fahrplan vor allem in der Westschweiz stark angepasst. Um trotz der steigenden Nachfrage und vielen Baustellen die Pünktlichkeit zu erhöhen, wurden die Fahrzeiten vieler Verbindungen geändert. Gleichzeitig wurde das Angebot ausgebaut. Die Bilanz im ersten Halbjahr ist positiv: Der grösste Fahrplanwechsel seit über 20 Jahren ermöglichte in der Westschweiz eine um 1,7 Prozentpunkte verbesserte Pünktlichkeit.

Einige Fernverkehrszüge halten neu in den Bahnhöfen Bern Wankdorf und Renens. Dadurch sind die Pendlerwege für viele Reisende kürzer geworden.

Dank der Anpassung der betrieblichen Abläufe konnte die SBB die Umsteigesituation in Renens verbessern: Bei einigen Verbindungen können die Reisenden zwischen Jurasüdfuss und Genf auf dem gleichen Perron in Renens umsteigen. Weitere folgen mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025.

Höhere Unterhaltskosten belasten das Ergebnis

Das Halbjahresergebnis von 48 Millionen Franken liegt im Rahmen der Vorjahresperiode (2024: 51 Millionen Franken). Mehr Reisende, daraus resultierende höhere Personenverkehrserträge und ein besseres Ergebnis bei Immobilien wirkten sich positiv aus. Höhere Unterhaltskosten und rückläufige Güterverkehrserträge belasteten das Ergebnis. Die steigende Nachfrage erfordert Angebotsausbauten, diese müssen sich an den Kundenbedürfnissen orientieren und wirtschaftlich sein.

Das erste Halbjahr 2025 in Zahlen
  • Im Personenverkehr sanken die Ergebnisse im Fernverkehr um 21 Millionen Franken gegenüber 2024 aufgrund umsatzbedingt höherer Deckungsbeiträge an die Infrastruktur und Unterhaltskosten. Im Regionalverkehr nahmen die Ergebnisse um 33 Millionen Franken gegenüber 2024 ab, ebenfalls bedingt durch höhere Deckungsbeiträge und geplant höhere Kosten.
  • Das Generalabonnement entwickelte sich weiter rückläufig auf 420 000 Stück (-2,9 Prozent gegenüber 2024). Bei den Halbtaxabos waren 3,42 Millionen Stück im Umlauf, 6,1 Prozent mehr als im Juni 2024. Das Halbtax PLUS bleibt sehr gefragt: Zum Halbjahr 2025 waren rund 170 000 Stück (2024: knapp 100 000) im Umlauf. Die Zunahme beim Halbtax PLUS ging teilweise zulasten des GA.
  • In der Infrastruktur Energie liegt das Ergebnis wetterbedingt und durch veränderte Marktpreise 11 Millionen Franken unter dem Vorjahr.
  • Infrastruktur Netz verzeichnet zum Halbjahr ein ausgeglichenes Ergebnis.
  • Das Immobilienergebnis stieg um 26 Millionen Franken gegenüber 2024.
Frag Vincent!

Hast du Fragen zum Halbjahresergebnis? Dann stelle sie beim nächsten «Vincent Ducrot live». Dieses findet am Mittwoch, 10. September 2025 findet um 13.00 Uhr statt. Vincent freut sich, deine Fragen zu beantworten. Hier geht es zum Livestream.

Eventjahr der Superlative mit 1600 Extrazügen

2025 ist ein Eventjahr der Superlative. Im ersten Halbjahr waren 2,5 Millionen Reisende an Veranstaltungen wie den Eurovision Song Contest oder das Eidgenössische Turnfest unterwegs. Die SBB setzte 600 Extrazüge ein. Im zweiten Halbjahr stehen nochmals 1000 Extrazüge für die Kund:innen im Einsatz. Der grosse Einsatz der Mitarbeitenden stellt einen möglichst reibungslosen Ablauf sicher.

Gleichzeitig zum dichten Bahnverkehr treibt die SBB den Unterhalt und Ausbau des Bahnnetzes intensiv voran. Um möglichst effizient bauen zu können, setzt die SBB auch auf längere Totalsperren. Beispielsweise wurden zwischen Freiburg und Bern während der Sommermonate acht Kilometer Fahrbahn und Fahrleitungen komplett ersetzt und Bahnhöfe umgebaut. Die logistischen Herausforderungen von Totalsperren sind jeweils hoch. Der Ersatzverkehr lief stabil. Dank der Totalsperre dauerten die Bauarbeiten acht Wochen statt rund drei Jahre. Dadurch waren auch die Auswirkungen auf die Reisenden und die Anwohnenden kürzer.

SBB richtet Güterverkehr für die Zukunft neu aus

Die Zahlen im Güterverkehr bereiten weiterhin Sorgen. Der Güterverkehr der SBB ist nur überlebensfähig, wenn er sich neu ausrichtet. SBB Cargo schrieb im letzten Jahr ein Defizit von rund 76 Millionen Franken – er muss kostendeckend werden. Dies erwartet der Bund als Eigner von der SBB. Denn der Güterverkehr ist kein Service Public. Dazu müssen der kombinierte Verkehr und der Einzelwagenladungsverkehr neu ausgerichtet werden. Die Neuausrichtung des kombinierten Verkehr führt leider zum Abbau von 65 Stellen, davon rund 40 im Tessin. Die SBB nimmt ihre Verantwortung als Arbeitgeberin wahr und hält ihr Versprechen: Allen betroffenen rund 40 Mitarbeitenden wird eine GAV-konforme Lösung im Tessin angeboten. Die Transformation kommt Schritt für Schritt voran. Die SBB stimmt die Massnahmen eng mit Kunden und Politik ab. Die SBB will langfristig den umweltfreundlichen Transport von Gütern in der Schweiz sicherstellen und Arbeitsplätze erhalten. Das funktioniert nur mit einem effizienten und wirtschaftlichen Schienengüterverkehr.

Mehr zur Neuausrichtung von SBB Cargo im SBB News Artikel «Güterverkehr: Neuausrichtung sichert Arbeitsplätze sowie Nachhaltigkeit».

Mehr Reisende auch im internationalen Personenverkehr

Die Kooperationsstrategie der SBB mit den ausländischen Partnerbahnen bewährt sich: Im grenzüberschreitenden Personenverkehr waren im ersten Halbjahr mehr Reisende unterwegs (2025: rund 6 Millionen Reisende, +3,5 Prozent gegenüber 2024 trotz Bauarbeiten). Die SBB erhält vom Bund finanzielle Unterstützung für ausgewählte Projekte zur Weiterentwicklung des internationalen Personenverkehrs. Die Planung der angekündigten neuen Nachtzugverbindung nach Schweden läuft. Der Zug soll ab Frühling 2026 zwischen Basel SBB und Kopenhagen/Malmö verkehren; Malmö ist der Hub für weitere Ziele in Skandinavien.

Fokus auf gut funktionierende Infrastruktur und Kundennutzen beim Bahnausbau

Die SBB will die Pünktlichkeit auch in Zukunft hoch halten. Dies erfordert einen guten Zustand der Bahninfrastruktur und der Flotten. Beim Bahnnetz hat für die SBB der Substanzerhalt Priorität vor dem Ausbau, dafür sind mehr finanzielle Mittel als bisher notwendig. Die bestehende Infrastruktur muss gut funktionieren, benötigt Erneuerungen und Unterhalt. Weiter müssen die Modernisierung und Digitalisierung des Bahnnetzes systematischer vorangetrieben werden. Um die wachsende Mobilitäts- und Transportnachfrage zu bewältigen, sind nicht nur in Zukunft, sondern zeitnah gezielte Ausbauten des Bahnnetzes nötig. Andernfalls kommt es bereits ab den 2030er Jahren zu grösseren Überlasten, dies namentlich in den Grossräumen Zürich und im Arc lémanique sowie im Freizeit- und Tourismusverkehr. Menschen oder Güter bleiben stehen.

Die SBB begrüsst, dass die Ausbauprojekte priorisiert werden. Aus Sicht der SBB sind für den Entscheid, welche Ausbauten zuerst realisiert werden, drei Kriterien besonders wichtig:

  1. Die Projekte müssen den grösstmöglichen Kundennutzen und schrittweise Angebotsverbesserungen in allen Landesteilen bringen (z.B. den Viertelstundentakt auf Fernverkehrsstrecken mit hoher Nachfrage).
  2. Sie müssen wirtschaftlich sein, d.h. die Finanzierung des zukünftigen Angebots im Personen- und Güterverkehr muss durch Besteller und Unternehmen vorausschauend geplant sein, ebenfalls sind die Folgekosten im Substanzerhalt zu berücksichtigen
  3. Wichtig ist zudem die Aufwärtskompatibilität: Die Projekte müssen die Basis sein für die langfristigen Pläne ab Mitte Jahrhundert, welche zukünftige Generationen umsetzen werden.
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