Das Gesamtprojekt «Zukunft Bahnhof Bern ZBB» kommt gut voran. Kundinnen und Kunden profitieren bereits heute von Verbesserungen und werden in den nächsten Jahren Schritt für Schritt die Vorteile des ausgebauten Bahnhofs spüren. Jedoch wurden die Projektpartner in der aktuellen Bauphase mit neuen Herausforderungen konfrontiert: Die Bauarbeiten der SBB für den Rückbau des Gebäudes hinter dem Berner Generationenhaus sowie für den angrenzenden Einbau einer neuen Glasfront sind durch statische Herausforderungen, unerwartete Schadstoff-Funde und Abweichungen zu alten Bahnhofsplänen aufwändiger und komplexer als bisher angenommen.
Damit jederzeit ein sicherer und reibungsloser Bahn- und Bahnhofbetrieb garantiert werden kann, sind zusätzliche Bauarbeiten nötig, der Bauablauf muss angepasst werden, und auch die Baulogistik ist aufwändiger. Dies führt zu Verzögerungen im Bauprogramm der SBB. Weil die neue Personenunterführung der SBB, der neue RBS-Bahnhof sowie die neue Personenpassage Hirschengraben der Stadt Bern unmittelbar voneinander abhängig sind, braucht es nun eine gemeinsame Überarbeitung der Bauplanung. Die Eröffnung per Ende 2029 kann nicht gehalten werden. Aus heutiger Sicht verschiebt sich die Inbetriebnahme auf 2031. Der Inbetriebnahmetermin muss in der Detailplanung noch verifiziert werden. Reisende sind in erster Linie durch zusätzliche Lärmemissionen und durch längere Einschränkungen im Bahnhof von dieser Verzögerung betroffen.
Die Projektpartner haben in den letzten Monaten die gesamte Kostensituation analysiert. Dabei wurden alle seit Baustart aufgelaufenen Mehrkosten sowie allfällige Risiken bis zur Eröffnung berücksichtigt und neu beurteilt.
Gegenüber den bisher geplanten Gesamtkosten von 1,2 Milliarden Franken (Stand 2022) werden die Projekte von ZBB rund 200–250 Millionen Franken teurer. Die Gesamtprojektkosten erhöhen sich unter anderem aufgrund von anspruchsvollen baulichen und geologischen Rahmenbedingungen, umfangreichen Abhängigkeiten zu Nachbarprojekten sowie Massnahmen zur Sicherstellung eines stabilen Bahn- und Bahnhofbetriebs. Auch die längere Bauzeit, bedingt durch mehrere Verzögerungen, führt zu höheren Gesamtprojektkosten.
Auch die Stadt Bern ist von der neuen Situation betroffen – ihr fällt im Projekt Zukunft Bahnhof Bern insbesondere die Aufgabe zu, mit baulichen und verkehrlichen Massnahmen sicherzustellen, dass die Reisenden rasch und sicher zum neuen Bahnhof gelangen. Einerseits verschafft der neue Zeitplan von SBB und RBS der Stadt zusätzlichen Spielraum für die Umsetzung der von ihr geplanten Bau- und Verkehrsmassnahmen, andererseits führt die Verzögerung und der damit verbundene höhere Koordinationsaufwand ebenfalls zu Mehrkosten. Bereits die zuvor eingeholten zusätzlichen Gutachten zum Hirschengraben und die anschliessend vorgenommenen Projektanpassungen hatten Mehrkosten verursacht. Eine neue Kostenprognose erfolgt nach Abschluss der Baumeisterausschreibungen, voraussichtlich im Jahr 2027.
Die ZBB-Partner setzen alles daran, dass die Bauarbeiten wie geplant vorankommen. In einem derart grossen und hochkomplexen Bauwerk können weitere Überraschungen jedoch nie komplett ausgeschlossen werden. Die Projektpartner SBB, RBS und Stadt Bern bedauern die Verzögerung. Sie haben alles unternommen, um diese und die Mehrkosten möglichst gering zu halten.
Die überarbeitete Bauplanung sowie die Höhe und Finanzierung der Mehrkosten in den verschiedenen Projekten werden im Jahr 2026 bekanntgegeben.

