
Titus Bütler, Leiter Transporte Briefe und Pakete, Schweizer Post
Während der Vorweihnachtszeit verarbeitet die Post im Schnitt rund 60 Prozent mehr Pakete als an einem durchschnittlichen Tag unter dem Jahr. Wir verarbeiten regelmässig über 1 Million Pakete pro Tag. Zum Vergleich: An normalen Wochentagen stellt die Post schweizweit etwa 600 000 Pakete zu. Für den Festverkehr 2025 rechnen wir mit ähnlich hohen Paketmengen wie im Festverkehr 2024. Im vergangenen Jahr haben wir zwischen Black Friday und Weihnachten 22,3 Millionen Pakete verarbeitet.
Wir haben in den vergangenen Jahren in den Ausbau bestehender und den Bau neuer Paketzentren investiert. Damit sind wir für die höheren Mengen während des Festverkehrs bestens vorbereitet. Auf den Festverkehr bereiten wir uns seit dem Sommer vor.
Wir stellen zusätzliches Personal ein, verlängern die Betriebszeiten der Brief- und Paketzentren, setzen zusätzliche Botentouren ein und fahren ergänzende Transporte. Jede zweite Sendung macht einen Teil ihres Weges per Bahn und auch in der Weihnachtszeit ist die Bahn für uns eminent wichtig. Deshalb mieten wir zusätzliche Waggons und verlängern unsere Züge.
Die Bahn ist integraler Bestandteil unserer Logistikkette. Die grossen Standorte sind ausnahmslos direkt an die Bahn angeschlossen. Die drei grossen Paketzentren verfügen sogar über eigene Terminals für den Umschlag von Containern. Das spart Zeit und gibt Flexibilität. Die Briefzentren haben Rampengeleise, damit die Züge direkt ab der Strecke an die Gebäude heranfahren können. Das ermöglicht sehr effiziente Transporte. Diese Infrastruktur wollen wir nutzen und mit der Bahn lassen sich grosse Mengen zuverlässig transportieren. Zudem ist die Bahn klimafreundlich und energieeffizient.
Die Post will ab 2030 klimaneutral im eigenen Betrieb sein und ab 2040 entlang der gesamten Wertschöpfungskette Netto-Null erreichen. In erster Priorität will die Post CO2 reduzieren und Energieeffizienz steigern. Die Post prüft deshalb laufend, bei welchen Transportwegen sie die Strasse oder die Schiene bevorzugt. Der Bahntransport sind dort interessant, wo grosse Mengen transportiert werden. Auf der Ost-West- und Nord-Süd-Achse fallen für die Post die grössten Paketmengen an.
Wir brauchen vor allem schnelle Verbindungen. Wir wollen weitere Transporte von der Strasse auf die Bahn verlagern und deshalb arbeiten wir unter dem Titel Bahnoffensive an verschiedensten Themen wie bessere Trassen, Beschleunigung beim Rangieren, schnellere und häufigere Verbindungen und optimierte Abläufe. Der Erfolg darf sich sehen lassen: In einem insgesamt rückläufigen Markt steigerten wir in den vergangenen Jahren die Bahnkilometer um über 20%.
Die Zusammenarbeit ist auf allen Stufen sehr gut. Am Thema Geschwindigkeit müssen wir gemeinsam weiterarbeiten – denn jede Minute zählt!






