Der FV-Dosto steht seit Jahresbeginn aufgrund technischer Probleme und mangelnder Zuverlässigkeit im medialen Kreuzfeuer. Am Montag standen CEO Andreas Meyer und Bombardier-Vertreter Laurent Troger der Verkehrskommission Red und Antwort. Diese hat den ausführlichen Standbericht und die Beantwortung ihrer 54 Fragen grundsätzlich verdankt. Sie hat das Dossier für vertiefte Abklärungen zur Governance und zu den finanziellen Risiken an die Geschäftsprüfungskommission (GPK) weitergegeben. Die SBB steht selbstverständlich auch der GPK für weitere Auskünfte zur Verfügung.
Anschliessend traten Andreas Meyer und Laurent Troger vor die Medien. Dies wurde als Versuch gewertet, «die Wogen zu glätten». Die Fragen waren naturgemäss kritisch: Was macht Bombardier falsch, fragte beispielsweise 10vor10. Und hat die SBB auf den falschen Zug gesetzt? Andreas Meyer gab dazu eine klare Antwort: Bombardier habe 2010 in allen Bereichen das beste Angebot eingereicht und aufgrund klarer Kriterien und Regeln den Zuschlag in einer öffentlichen Ausschreibung erhalten – «wir hatten gar keine andere Möglichkeit». SBB und Bombardier betonten: Primäres Ziel sei es, die anspruchsvolle Einführungsphase des neuen Zugtyps gemeinsam und möglichst rasch zu meistern.
Die Sicherheitsleistung 2018 hat sich gegenüber 2017 verbessert, blieb aber trotzdem deutlich unter unseren ambitionierten Zielen. Die Konzernleitung betont einmal mehr: Auf allen Ebenen – von der Planung und Steuerung bis zur Ausführung – dürfen selbst bei Zielkonflikten keine Kompromisse eingegangen werden: Safety first!
Die Befähigung und Sensibilisierung von Kadern und Mitarbeitenden ist ein Schwerpunkt 2019. Die im vergangenen Jahr lancierten SQ-Werkstätten und die SQ-Kampagne werden einen wichtigen Beitrag dazu leisten. Weitere Handlungsfelder sind Massnahmen zur Erhöhung der Rangier- und Baustellensicherheit, die Verbesserung der Zugvorbereitung im Güterverkehr und die Vereinfachung und Wirkungssteigerung von Vorschriften.
Trotz fehlender Zielerreichung zeigt die langfristige Betrachtung eine Verbesserung der Sicherheitsindikatoren. Quantensprünge sind auf dem heutigen guten Niveau nicht realistisch. Die Konzernleitung ist aber überzeugt: Mit konsequenter Umsetzung von Projekten und Massnahmen und täglicher Achtsamkeit von allen können wir die Sicherheit weiter verbessern.



