Die SBB will die Personenflüsse in den Bahnhöfen besser kennen, um die Bahnhöfe für Reisende und Kundinnen so sicher und so angenehm wie möglich zu gestalten. Deshalb hat sie ein neues Kundenfrequenzmesssystem zur Beschaffung ausgeschrieben. Das Vorhaben hat in der Öffentlichkeit viele Fragen aufgeworfen, zu Diskussionen geführt und Besorgnis ausgelöst.
Die Konzernleitung hat das Projekt deshalb genau geprüft. Dabei hat sich bestätigt: Die Infos zu Personenflüssen sind wichtig, um Bahnhöfe und das gesamte Bahnsystem zu dimensionieren, zu optimieren und zu unterhalten. Die SBB muss die Sicherheit gewährleisten und will sie wo nötig erhöhen, die Reinigungspläne optimieren, Engpässe bei Durchgängen identifizieren, die Personenflüsse richtig lenken und auch dafür sorgen, dass das richtige Angebot am richtigen Ort ist, zum Beispiel Billettautomaten oder Lebensmittelläden.
Hingegen ist sie zum Schluss gekommen, auf die optional ausgeschriebene Kundensegmentierungen wie Alter, Geschlecht oder Grösse zu verzichten. Zwar hätten die SBB nur ein System beschafft, das vollständig datenschutzkonform ist. «Der Nutzen für das Kerngeschäft Bahn ist für mich jedoch zu wenig gegeben», sagte SBB CEO Vincent Ducrot. Zudem habe er die Befürchtungen aus Politik und Öffentlichkeit gehört und ernst genommen. «Das Vertrauen in die SBB ist mir sehr wichtig».
Die SBB wird die Ausschreibung nun anpassen. Für eingehende Angebote wird sie eine Datenschutzfolgeabschätzung erstellen. Erst nach Prüfung durch den Eidgenössischen Datenschutzbeauftragten (EDÖB) wird sich die SBB für ein Angebot entscheiden. Die Vergabe erfolgt damit voraussichtlich im ersten Quartal 2024 statt wie bisher geplant im Juni 2023. Das System wird voraussichtlich ab Anfang 2025 eingesetzt.




