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Warum werden die Baustellen schrittweise wieder hochgefahren?
Warum werden die Baustellen schrittweise wieder hochgefahren?

Andreas Brunner leitet bei SBB Infrastruktur den Geschäftsbereich Ausbau- und Erneuerungsprojekte. Zusammen mit der Geschäftsleitung Infrastruktur musste er bezüglich Baustellen und Coronavirus einen schnellen Entscheid fällen.

Alexandra Piattini (Text)Keystone (Fotos)

Andreas Brunner, Leiter Ausbau- und Erneuerungsprojekte

Andreas, warum hast du zusammen mit der Geschäftsleitung Infrastruktur entschieden, per 20. März 2020 insgesamt 270 Baustellen für Ausbau und Erneuerung herunterzufahren?
Das Coronavirus hat sich von Italien her ausgebreitet. Wir wurden im Tessin und später auch in der Romandie kurzfristig mit grösseren Personalausfällen und unterbrochenen Lieferketten konfrontiert. In dieser rasch ändernden Krisensituation Baustellen zuverlässig und sicher weiterzuführen war kaum möglich. Beispielsweise sind Mitarbeitende aus Angst vor dem Virus nicht mehr zur Arbeit erschienen. Sie haben Baustellen ungeordnet verlassen und so ist im alten Gotthard-Scheiteltunnel sogar eine Baumaschine auf den Gleisen zurückgelassen worden. Zudem war auch nicht klar, wie die Vorschriften des Bundesamtes für Gesundheit auf den Baustellen umzusetzen sind. Wir mussten schnell reagieren, um sichere Zustände herzustellen und unsere verbleibenen Ressourcen auf den betriebsrelevaten Unterhalt zu fokussieren.

Priorität hatte dabei die Gesundheit und der Schutz der Mitarbeitenden sowie die Sicherstellung des Bahnbetriebs für die Landesversorgung. Deshalb hat die SBB Infrastruktur entschieden, 270 Baustellen für Ausbau und Erneuerung geordnet herunterzufahren. Dabei darf nicht ausseracht gelassen werden, dass in den nächsten sechs Monaten 14 000 betriebs- oder sicherheitsrelevante Baustellen ausgeführt werden müssen. Die Planung und Projektierung blieb davon weitgehend unbetroffen.

Zurzeit herrscht in der Schweiz ja immer noch der Notstand. Warum startet ihr jetzt schon wieder mit dem Hochfahren der Baustellen? Die Situation hat sich ja nicht geändert.
Die Massnahmen des Bundesamtes für Gesundheit scheinen zu greifen. Bei unseren operativen Mitarbeitenden auf den Baustellen hat sich die Ausfallquote bei rund zwanzig Prozent eingependelt. Das ist immer noch viel und stellt uns bei der Baustellenplanung vor grosse Herausforderungen. Wir haben nun auch Klarheit, wie die Vorgaben zum Gesundheitsschutz und Hygienebestimmungen auf den Baustellen umzusetzen sind. So werden wir auf jeder Baustelle eine verantwortliche Person ernennen, welche die Umsetzung der Massnahmen sicherstellt.

Die SBB prüft derzeit zusammen mit den Bauunternehmen, welche Baustellen unter Einhaltung der Vorgaben des Bundes und den gesetzlichen Grundlagen der Kantone wieder aufgenommen werden können. Die Materialversorgung der Baustelle sowie der Personaleinsatz ist über mehrere Wochen zuverlässig zu gewährleisten. Die für den Bahnbetrieb kritischen Personalressourcen der SBB fokussieren sich nach wie vor auf den betriebsrelevaten Unterhalt und die Sicherung des Bahnbetriebs. Es darf dabei nicht vergessen werden, dass praktisch für alle Baustellen neue Bauphasen- und Intervallpläne erstellt werden müssen. Dieses Hochfahren ist für alle Beteiligten eine grosse Herausforderung.

Wie schnell die Baustellen zur Gänze wieder hochgefahren werden können, hängt von der weiteren Entwicklung der Lage ab. Mit der geschaffenen stabilen Ausgangssituation können wir nun wieder ein schrittweises, geordnetes Hochfahren der Baustellen ermöglichen.

Was bedeutet das für die Inbetriebnahme der einzelnen Bauprojekte? Eine Verzögerung kann hier ja grosse Auswirkungen auf den Fahrplanwechsel haben.
Welche Auswirkungen das temporäre Herunterfahren der Baustellen auf die geplanten Inbetriebnahme-Termine und die Einführung neuer Angebote haben, können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Unsere Verantwortlichen arbeiten mit Hochdruck an der Neuplanung der Baustellen. Sobald die Informationen zum neuen Bauprogramm vorliegen, stimmen wir diese mit dem BAV, den Eisenbahnverkehrsunternehmen und den Projektinvolvierten wie Kantonen, Städten und Gemeinden ab.

Ist das BAV informiert?
Wir sind immer in engen Kontakt mit dem BAV in dieser herausfordernden Situation. So ist das BAV auch in den Entscheidprozess involviert. Das BAV unterstützt unser gewähltes Vorgehen vollumfänglich.

Und noch eine andere Frage, die nichts mit Baustellen zu tun hat, jedoch mit der momentanen Situation: Wie geht es dir mit Arbeiten im Homeoffice?
Es ist natürlich auch für mich eine grosse Umstellung, doch dank unserer modernen und zuverlässigen IT-Infrastruktur und Smartphones ist der Austausch mit den Mitarbeitenden gut möglich und die Führung und Steuerung des Geschäfts ist effizient. Doch am Ende des Tages fehlt mir das Lachen und die positiven Emotionen, welche die persönlichen Begegnungen auslösen. In Zeiten der Unsicherheit hilft soziale Nähe, doch die darf gerade nicht sein. Dieser Umstand macht es nicht einfacher. Zudem spüren wir, dass der informelle Austausch bei einem Kaffee, im Büro oder beim Mittagessen nicht oder nur sehr beschränkt stattfindet. Dadurch läuft der Infofluss nicht wie gewohnt und der Informationsaustausch muss auf andere Weise sichergestellt werden. Auf jeden Fall werde ich mich auf den Tag freuen, wenn ich meine Kolleginnen und Kollegen auch physisch wieder treffen kann.

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