Bei grossen Baustellen sperrt die SBB einzelne Zugstrecken komplett. Für Kundinnen und Kunden bedeutet dies, dass sie längere Reisezeiten in Kauf nehmen müssen. Keine Frage – das ist ärgerlich. Doch warum sind Totalsperren oft die beste Lösung, um Bauarbeiten durchzuführen? Gründe dafür und alles Wissenswerte rund um Totalsperren erfahren Sie in diesem Beitrag.
Wenn immer möglich, führt die SBB ihre Bauarbeiten während laufendem Zugbetrieb durch. Ist dies betrieblich nicht möglich oder aufgrund der geplanten Bauarbeiten nicht umsetzbar, wird eine Strecke für eine gewisse Zeit komplett gesperrt. Im Vergleich zur Ausführung der Arbeiten unter laufendem Betrieb können sie in deutlich kürzerer Zeit ausgeführt werden.
Ein Beispiel: Im Sommer 2025 gibt es verschiedene Bauarbeiten zwischen Bern und Fribourg. Die SBB bündelt diese Arbeiten und führt sie während einer zweimonatigen Totalsperre durch. Ohne die Totalsperre, nur mit Nacht- und Wochenendarbeiten, würden diese Arbeiten insgesamt rund drei Jahre dauern. Dies würde zu bedeutend längeren Einschränkungen für die Reisenden führen.
Die Bauarbeiten können auf diese Weise effizienter, schneller und auch günstiger ausgeführt werden. Zudem sinkt das Risiko für Störungen im Bahnverkehr, zum Beispiel, dass frühmorgens die Strecke nicht rechtzeitig für den Bahnbetrieb freigegeben werden kann aufgrund eines Maschinendefekts.
Bauarbeiten finden oft nachts oder am Wochenende statt, weil dann weniger Züge unterwegs sind – insbesondere bei kleineren Unterhaltsarbeiten am Schienennetz oder wenn eine Totalsperre betrieblich nicht umsetzbar ist. Während nachts keine oder weniger Personenverkehrszüge fahren, sind dann auf vielen Strecken Güterzüge unterwegs.
Viele Bauarbeiten finden auch tagsüber unter laufendem Betrieb statt – wenn zum Beispiel nur eines von mehreren Gleisen betroffen ist und gesperrt wird. Dann kommt es zwar zu Gleisänderungen und geänderten Abfahrtszeiten, es fallen jedoch keine Züge aus.
Bei grösseren Bauprojekten ist die Totalsperre allerdings für alle Beteiligten und Betroffenen oft die beste Lösung. Auch bei Totalsperren wird teilweise in der Nacht gebaut, wenn nötig sogar 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche, um Arbeiten so effizient als möglich durchzuführen.
- Ausbauten: Grössere Ausbauprojekte, zum Beispiel ein zusätzliches Gleis, damit mehr Züge fahren können.
- Unterhalt: Instandhaltungsarbeiten am Schienennetz, wie zum Beispiel der Ersatz der Fahrleitung oder Fahrbahnerneuerungen.
- Bündelung von Bauarbeiten: Dabei werden verschiedene Unterhalts- und Ausbauarbeiten auf einem Streckenabschnitt zusammengefasst und während des gleichen Zeitfensters ausgeführt. Oftmals nutzen auch Gemeinden diese Sperren, um Bauarbeiten nahe des Schienennetzes, zum Beispiel an einer Strassenunterführung, durchzuführen.
Wo möglich stehen den Reisenden Zugverbindungen auf alternativen Strecken zur Verfügung. Ist dies nicht möglich, werden die ausfallenden Züge durch Busse ersetzt. Dies führt oft zu längeren Reisezeiten.
Die SBB informiert die Kundinnen und Kunden sowohl online wie auch an den betroffenen Bahnhöfen und in den Zügen über bevorstehende Einschränkungen. Im Online-Fahrplan und in der SBB Mobile App sind die Fahrplanänderungen so früh wie möglich ersichtlich. Je nach Ausmass der Einschränkungen sind SBB Mitarbeitende vor Ort im Einsatz und unterstützen die Reisenden. Grössere Totalsperren sind ausserdem auf der
Die SBB setzt alles daran, Einschränkungen und Lärm von Baustellen so gering wie möglich zu halten. Den Reisenden wird empfohlen, vor Antritt jeder Reise den Online-Fahrplan auf sbb.ch oder in der SBB Mobile App zu prüfen. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an ein SBB Reisezentrum oder an das SBB Contact Center unter 0848 44 66 88 (CHF 0.08/Min.).
Wenn immer möglich plant die SBB Totalsperren in Zeiten, in denen weniger Züge und Reisende unterwegs sind. Das ist vorwiegend an Wochenenden, in Ferienzeiten oder bei geringerer Nachfrage aufgrund saisonaler Schwankungen der Fall.



