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Probebetrieb im Ceneri-Basistunnel mit 300 Zügen erfolgreich gestartet
Probebetrieb im Ceneri-Basistunnel mit 300 Zügen erfolgreich gestartet

Am 14. September 2020 startete der Probebetrieb im Ceneri-Basistunnel mit ersten kommerziellen Fahrten im Fern-, Regional- und Güterverkehr. Mehr als 300 Züge sind bereits durch den Ceneri-Basistunnel gefahren. Die erste Bilanz ist positiv.

Karin Grundböck (Fotos)

Lokführer Adriano May fuhr das erste Mal durch den Ceneri-Basistunnel.

«Geschätzte Fahrgäste, unser Zug wird ab Lugano nach Bellinzona durch den neuen Ceneri- Basistunnel umgeleitet. Dadurch verkürzt sich die Fahrzeit bis Bellinzona um einige Minuten…». Mit diesen Worten begrüsste Kundenbegleiter Patrick Decristophoris, die Reisenden am 14. September 2020 früh am Morgen im Astoro (ETR610) des IC2 in Lugano. Im Online-Fahrplan ist die kürzere Reisezeit durch den Ceneri-Basistunnel nicht angepasst. «Im Probebetrieb fahren wir täglich ein unterschiedliches Programm. Die Fahrten werden speziell überwacht und die Erkenntnisse werden laufend ausgewertet. So können wir sie direkt in den Betrieb einfliessen lassen und uns laufend verbessern», betont Thomas Senekowitsch, Leiter Betriebszentrale Süd, der sich die erste Probefahrt nicht nehmen lassen hat. Für die Kundinnen und Kunden bleibt die Transportkette im Fernverkehr unverändert. Die Reisenden sind nach der Fahrt durch den Ceneri-Basistunnel früher in Lugano oder Bellinzona. Nach einer kurzen Wartezeit verkehren die Züge weiter im regulären Fahrplan an ihren Zielort.

Auch erste S-Bahnen werden bereits durch den Ceneri-Basistunnel geführt. «Im Unterschied zu den Fernverkehrszügen sind die Tilozüge im Probebetrieb als zusätzliche Extrazüge im Online-Fahrplan veröffentlicht, von Lugano nach Bellinzona mit nur einem Halt in Giubiasco», erklärt Thomas Senekowitsch. Ziel des Probebetriebs ist zu erkennen, wo es noch Anpassungen braucht. Auch erste Güterzüge wurden bereits durch den Ceneri-Basistunnel geführt.

Gemischter Verkehr in der letzten Phase des Probebetriebs

Die erste Woche Probebetrieb war insgesamt erfolgreich, die Fachbereiche der SBB ziehen eine positive Bilanz. Insgesamt fuhren in der ersten Woche rund 190 Personenzüge und 120 Güterzüge durch den Tunnel. Die Fahrten erfolgen in dieser Phase des Probebetriebs nicht im gemischten Verkehr, es werden entweder Personenzüge oder Güterzüge durch den Ceneri-Basistunnel geführt. Der Mischbetrieb wird in der letzten Phase des Probebetriebs nach der Rettungsübung Sarè Mitte Oktober gestartet.

Probleme gab es bei einem Zug, der am 14. September 2020 die Fahrt im Tunnel nicht fortsetzen konnte. Grund dafür war eine Störung an der Fahrzeug-Leittechnik, welche den Zug mit einer Schnellbremsung rund zweieinhalb Kilometer vor dem Südportal zum Anhalten zwang. Der Lösch- und Rettungszug aus Melide versuchte den Zug abzuschleppen. Dies war nicht unmittelbar möglich, sodass die Reisenden dann über einen Querschlag evakuiert wurden. Ein Extrazug brachte die Fahrgäste von der freien Fahrröhre aus nach Bellinzona. Bei der Evakuation haben alle Abläufe korrekt funktioniert, die Sicherheit der Reisenden war zu jedem Zeitpunkt gewährleistet. Da die Störung in keinem direkten Zusammenhang mit der Betriebsvorbereitung CBT stand, konnte der Probebetrieb anschliessend wieder aufgenommen und planmässig weitergeführt werden.

Für die Mitarbeitenden der SBB sind die Probefahrten ein besonderes Erlebnis. Lokführer Adriano May fuhr zusammen mit seinem Kollegen Michele Brunori den ersten kommerziellen Reisezug durch den Ceneri-Basistunnel. Sie wurden begleitet durch das Zugteam Dario Cereghetti (Zugchef), Patrick Decristophoris, Gabriele Tela und Alyssa Milesi. Die maximale Geschwindigkeit betrug zu Beginn 140 km/h im Tunnel. Je nach Situation und Rollmaterial wird die Geschwindigkeit im Probebetrieb schrittweise bis 200 km/h erhöht. Insgesamt sind im dreimonatigen Probebetrieb rund 4000 bis 5000 Fahrten geplant.

Interview mit Daniel Salzmann zur Übergabe des Ceneri
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