Die SBB investiert nun 70 Millionen Franken in die Erneuerung des Werks, was bedeutet das für dich und die Mitarbeitenden?
Das Werk entspricht insgesamt nicht mehr unseren Ansprüchen an eine professionelle und zeitgemässe Infrastruktur, um unsere Schienenfahrzeuge instand zu halten. Im erneuerten Werk können wir unsere Arbeiten einfacher und ergonomischer erledigen. Die Erneuerung wird auch dazu beitragen, dass wir die Logistik besser in die Arbeitsprozesse integrieren können, zudem können wir die Fahrzeuge auf universellen Standplätzen vollumfänglich instand halten, was vieles einfacher macht. Und wir erhalten neben verlängerten Gleisen auch neue «Werkzeuge» bzw. Produktionsanlagen. Dazu zählen neben anderem Hebe- und Krananlagen oder Waschvorrichtungen für Fahrzeugteile.
Das Werk ist beinahe 150 Jahre alt – inwiefern spielt das eine Rolle?
Unser Werk ist eng mit der Eisenbahnerstadt Biel verbunden und blickt auf eine lange, aber auch bewegte Geschichte zurück. Verschiedene Hallen- und Gebäudeteile, dazu zählen etwa ein Hallen-Sheddach oder das Eingangsareal, gelten als schützens- bzw. erhaltenswert. Wir arbeiten deshalb bei der Erneuerung des Werks Biel eng mit den verschiedenen Stellen der Denkmalpflege – intern wie extern – zusammen. Wir wollen gemeinsam im Dialog die bestmögliche Lösung für alle finden.
Kürzlich konnten wir lesen, dass ihr eine Diesel-Lok zu einer batterieelektrischen Lok umgebaut habt …
Genau, wir wollen hier vorangehen und Dieselloks schrittweise auf alternative Antriebe umrüsten oder diese mit neuen Fahrzeugen ersetzen. Mit der Rangierlokomotive «Taf 200» haben wir bewiesen, dass solche Umbauten möglich sind – dies ist ein positiver Meilenstein punkto Klimaneutralität und Kreislaufwirtschaft. So machen wir uns hier in Biel fit für eine klimafreundlichere Zukunft. Möglich wird dies jedoch nur dank guter Team-Arbeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch unserer Partner.
Am 3./4. September öffnet ihr im Rahmen des 175-Jahr-Jubiläums der Schweizer Bahnen die Türen fürs breite Publikum – was gilt es nicht zu verpassen?
Interessierte bekommen Einblick in die Instandhaltung von Rangier- und Spezialfahrzeugen oder den Unterhalt von Komponenten wie Krane, Drehgestelle oder Radsätze. Zu sehen sein werden neben der erwähnten Elektrolok «Taf 200» u.a. auch Schienenkrane, verschiedene Schneeschleudern, ein Motorprüfstand, der Lösch- und Rettungszug sowie konkrete Energiesparmassnahmen. Auch die Denkmalpflege ist vor Ort, ebenso die Transportpolizei mit ihren Hunden. Zu den SBB Berufswelten und zu den Einstiegs- und Karrieremöglichkeiten bei der SBB gibt es ebenfalls einiges zu entdecken.
Mehr findet man auf der Website zum 175 Jahre Jubiläum der Schweizer Bahnen.