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Güterverkehr
Einzelwagenladungsverkehr: Umsetzung in Gang

Wie im letzten Jahr angekündigt, stärkt die SBB den Einzelwagenladungsverkehr per Dezember 2026 – als nächsten grossen Schritt in der Neuausrichtung des Güterverkehrs. Ein neues Produktionsmodell erhöht die Auslastung, senkt die Kosten und stellt ein nationales Angebot sicher. Wirtschaftsverbände haben gegenüber der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Nationalrats in einem Brief Forderungen gestellt. Die SBB ist nicht Adressatin; sie ordnet die wichtigsten Punkte ein.

SBB/CFF/FFS (Text), Julian Ryf, Anouk Ilg (Fotos)

Update vom 26. September 2026

Wirtschaftsverbände haben in einem Brief gegenüber der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Nationalrats (KVF-N) Forderungen bezüglich der Neuausrichtung des Einzelwagenladungsverkehrs gestellt – Medien haben darüber berichtet.

Die SBB ist nicht Adressatin des Briefes. Selbstverständlich steht sie der KVF-N für weitere Auskünfte zur Verfügung.

Folgende Punkte sind der SBB in diesem Zusammenhang wichtig:

  1. Politischer Auftrag. Der Bund hat der SBB den Auftrag erteilt, den Einzelwagenladungsverkehr wirtschaftlich tragfähig auszurichten. Die entsprechende Leistungsvereinbarung wurde nach einer Ausschreibung mit der SBB abgeschlossen.
  1. Kein Aufschub mehr möglich. Die Umstellung per Fahrplanwechsel 2026 ist weit fortgeschritten. Ein Aufschub oder Marschhalt ist aufgrund der bereits angepassten Trassen-, Personal- und Rollmaterialplanung faktisch nicht mehr möglich.
  1. Produktionsmodell im Detail präsentiert. Das neue Produktionsmodell wurde in Abstimmung mit den Grosskunden entwickelt, die 70 Prozent des Umsatzes bringen. In den vergangenen Monaten wurden zudem mehr als 300 Kundengespräche geführt.
  1. Gesprächsbereit. Die SBB nimmt die Anliegen der Betroffenen ernst und bleiben gesprächsbereit. Die Hintergründe und Ziele der Neuausrichtung legt sie gerne erneut transparent dar.
Medienmitteilung vom 19. Mai 2026

Der Schienengüterverkehr ist zentral für die Landesversorgung, Sicherheit und Klimaziele der Schweiz. Ohne Einzelwagenladungsverkehr (EWLV) gäbe es jährlich bis zu einer Million zusätzliche Lastwagenfahrten auf der Strasse. Die bereits angekündigte Neuausrichtung (siehe Medienmitteilung vom 20. September 2025) des heute stark defizitären EWLV ist ein bedeutender Meilenstein in der laufenden Neuausrichtung des Güterverkehrs der SBB. Ab dem Fahrplanwechsel vom 13. Dezember 2026 wird der EWLV wesentlich effizienter. Ziel ist ein Güterverkehr, der ab 2033 eigenwirtschaftlich unterwegs ist – wie es der Bund als Eigentümer der SBB vorgibt.

Neues Produktionsmodell: Konsequente Ausrichtung an Nachfrage

Zur Neuausrichtung leisten alle einen Beitrag – der Bund, die Kunden und die SBB: Der Bund mit einer befristeten Unterstützung für den EWLV über acht Jahre und einem Verladebonus für die Kunden (siehe Medienmitteilung vom 8. Dezember 2025), die Kunden mit kostendeckenden Preisen und langfristigen Verträgen (siehe Medienmitteilung vom 25. November 2025).

Nun liegt der Ball bei der SBB: Ein neues Produktionsmodell im EWLV erhöht die Auslastung, senkt die Kosten und stellt das nationale Angebot sicher. Güter werden dort mit der Bahn transportiert, wo eine Nachfrage seitens Kunden besteht. Konkret bedeutet dies: Rund 50 Bedienpunkte (heute rund 280 Bedienpunkte) mit einer zu geringen Nachfrage werden im EWLV künftig nicht mehr angefahren, jedoch auf Kundenwunsch weiterhin im Ganzzugsverkehr bedient. Dennoch kann die SBB nahezu gleich grosse Transportmengen (98%) transportieren wie bisher – und das deutlich wirtschaftlicher dank besser ausgelasteter Züge.

Mitarbeitende dort einsetzen, wo sie gebraucht werden

Die Neuausrichtung im EWLV führt für rund 200 Mitarbeitende in der ganzen Schweiz zu Veränderungen (rund 130 in der Deutschschweiz, 40 im Tessin und 30 in der Westschweiz). Die SBB bietet allen betroffenen Mitarbeitenden eine Lösung an: Entweder einen Wechsel an einen anderen Arbeitsort bei SBB Cargo Schweiz, innerhalb der SBB, zu einer Tochtergesellschaft, zu einer Partnerbahn oder eine begleitete berufliche Neuorientierung innerhalb der SBB. Dabei hält sich die SBB strikt an den Gesamtarbeitsvertrag (GAV). Kündigungen sind die Ausnahme.

Bei den bevorstehenden Veränderungen handelt es sich mehrheitlich um Arbeitsortswechsel beim operativen Personal. In gewissen Regionen hat die SBB aktuell zu viele Fachkräfte, in anderen zu wenige. Die SBB muss ihre Mitarbeitenden dort einsetzen, wo es Güter zu transportieren gibt. Deshalb wechselt das Lok- und Rangierpersonal von elf Standorten mit sehr geringem Verkehrsaufkommen oder wenigen Mitarbeitenden den Arbeitsort. Betroffen sind das Lokpersonal in Brig, Buchs SG und Chiasso sowie das Rangierpersonal in Thun, Rothenburg, Yverdon, Payerne, Fribourg, Delémont, Martigny und Wil. Die Standorte Schaffhausen und Frauenfeld bleiben voraussichtlich bis 2028 beziehungsweise 2029 bestehen.

Ziel ist, möglichst viele Mitarbeitende in der SBB zu behalten und dort einzusetzen, wo Bedarf besteht. Nebst den Arbeitsortwechseln rekrutiert die SBB deshalb laufend Mitarbeitende im Güterverkehr, um der Pensionierungswelle zu begegnen. Aufgrund dieser erwartet die SBB, dass sie im Güterverkehr in den nächsten Jahren rund 300 neue Mitarbeitende benötigt.

Langfristige Stärkung des Schienengüterverkehrs

Auch künftig sind Anpassungen an Bedienpunkten und Standorten möglich, denn die SBB orientiert sich konsequent an der Nachfrage der Transportkunden. Gleichzeitig muss die SBB ihre Effizienz weiter steigern. Nur so kann die SBB langfristig ein konkurrenzfähiges Angebot auf der Schiene sicherstellen, auf Schwankungen der Transportmengen reagieren und das erwartete Wachstum im Güterverkehr bewältigen.

Weitere Informationen zur Zukunft des Güterverkehrs finden Sie im Mediendossier «Zukunft Güterverkehr: SBB sichert Arbeitsplätze und klimafreundliche Versorgung».

EWLV kurz erklärt

Die SBB transportiert Güter in drei Verkehrsarten auf der Schiene – im Einzelwagenladungsverkehr (EWLV), kombinierten Verkehr (KV) und Ganzzugsverkehr. Im EWLV werden einzelne Güterwagen aus Anschlussgleisen und Rampen von Kunden gesammelt, zu Zügen formiert und in Rangierbahnhöfe gebracht. Dort werden neue Züge nach Zielregion zusammengestellt. Am Bestimmungsbahnhof erfolgt die Feinverteilung. Typische Güter sind Stückgut auf Paletten, Briefsendungen und Konsumgüter.

Quelle: SBB/CFF/FFS

Die Untertitel lassen sich über den CC-Knopf im Video (de-)aktivieren.

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