Wirtschaftsverbände haben in einem Brief gegenüber der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Nationalrats (KVF-N) Forderungen bezüglich der Neuausrichtung des Einzelwagenladungsverkehrs gestellt – Medien haben darüber berichtet.
Die SBB ist nicht Adressatin des Briefes. Selbstverständlich steht sie der KVF-N für weitere Auskünfte zur Verfügung.
Folgende Punkte sind der SBB in diesem Zusammenhang wichtig:
- Politischer Auftrag. Der Bund hat der SBB den Auftrag erteilt, den Einzelwagenladungsverkehr wirtschaftlich tragfähig auszurichten. Die entsprechende Leistungsvereinbarung wurde nach einer Ausschreibung mit der SBB abgeschlossen.
- Kein Aufschub mehr möglich. Die Umstellung per Fahrplanwechsel 2026 ist weit fortgeschritten. Ein Aufschub oder Marschhalt ist aufgrund der bereits angepassten Trassen-, Personal- und Rollmaterialplanung faktisch nicht mehr möglich.
- Produktionsmodell im Detail präsentiert. Das neue Produktionsmodell wurde in Abstimmung mit den Grosskunden entwickelt, die 70 Prozent des Umsatzes bringen. In den vergangenen Monaten wurden zudem mehr als 300 Kundengespräche geführt.
- Gesprächsbereit. Die SBB nimmt die Anliegen der Betroffenen ernst und bleiben gesprächsbereit. Die Hintergründe und Ziele der Neuausrichtung legt sie gerne erneut transparent dar.
Der Schienengüterverkehr ist zentral für die Landesversorgung, Sicherheit und Klimaziele der Schweiz. Ohne Einzelwagenladungsverkehr (EWLV) gäbe es jährlich bis zu einer Million zusätzliche Lastwagenfahrten auf der Strasse. Die bereits angekündigte Neuausrichtung (
Zur Neuausrichtung leisten alle einen Beitrag – der Bund, die Kunden und die SBB: Der Bund mit einer befristeten Unterstützung für den EWLV über acht Jahre und einem Verladebonus für die Kunden (siehe
Nun liegt der Ball bei der SBB: Ein neues Produktionsmodell im EWLV erhöht die Auslastung, senkt die Kosten und stellt das nationale Angebot sicher. Güter werden dort mit der Bahn transportiert, wo eine Nachfrage seitens Kunden besteht. Konkret bedeutet dies: Rund 50 Bedienpunkte (heute rund 280 Bedienpunkte) mit einer zu geringen Nachfrage werden im EWLV künftig nicht mehr angefahren, jedoch auf Kundenwunsch weiterhin im Ganzzugsverkehr bedient. Dennoch kann die SBB nahezu gleich grosse Transportmengen (98%) transportieren wie bisher – und das deutlich wirtschaftlicher dank besser ausgelasteter Züge.