Die Züge der ersten Generation der Zürcher S-Bahn müssen nach 40 Jahren ersetzt werden. Dazu gehören die Doppelstockpendelzüge (DPZ) und die doppelstöckigen Zusatzzüge (HVZ-D).
Die SBB will 116 neue Doppelstockzüge beschaffen. 95 Fahrzeuge werden auf zahlreichen Linien der Zürcher S-Bahn verkehren. 21 Fahrzeuge sind für den Einsatz in der Westschweiz eingeplant, konkret in der RER Vaud und auf der Linie RE33 Martigny–Annemasse. Die für die Zürcher S-Bahn und die Westschweiz beschafften Züge werden sich innen und aussen in der Farbgebung unterscheiden.
Die Beschaffung umfasst zudem die Option auf 84 weitere Fahrzeuge. Diese zusätzlichen Züge sind für Angebotsausbauten im Rahmen des Ausbauschritts 2035 des Bundes nötig.
Die neuen Fahrzeuge werden mit 150 Metern länger sein als die 100 Meter langen DPZ und mehr als 500 Sitzplätze bieten. Mit der maximal möglichen Länge in der Zürcher S-Bahn von 300 Metern stehen somit zu Hauptverkehrszeiten mehr als 1000 Sitzplätze zur Verfügung, wenn zwei Fahrzeuge in Doppeltraktion verkehren.
Die neuen Züge müssen den Anforderungen der Zürcher S-Bahn gerecht werden: Zusätzliche Multifunktionszonen bieten im Berufsverkehr viel Platz für Pendler:innen, welche nur kurze Strecken fahren und im Eingangsbereich stehen bleiben möchten. Im Freizeitverkehr finden in den Multifunktionszonen mehr Velos als heute, viel Gepäck und Kinderwagen Platz. Geplant ist zudem ein Niederflureinstieg bei allen Türen. In jedem Fahrzeug gibt es zwei Toiletten, eine davon rollstuhlgängig. Neu sind Steckdosen in der 1. und der 2. Klasse vorgesehen. In der 1. Klasse bieten verstellbare Sitze und klappbare Tische mehr Komfort. Die Züge werden mit einer Höchstgeschwindigkeit von 160 Kilometer pro Stunde verkehren.
Die SBB hat den Beschaffungsauftrag heute öffentlich ausgeschrieben. Interessierte Rollmaterialhersteller können bis Anfang 2025 ein Angebot einreichen. Der Entscheid, welcher Lieferant den Zuschlag erhält, erfolgt voraussichtlich Ende 2025. Die neuen Züge sollen in den 2030er Jahren im fahrplanmässigen Betrieb eingesetzt werden.
Es handelt es sich um ein grosses Beschaffungsprojekt für die SBB. Aufgrund der grossen Zahl der Fahrzeuge wird es um einen Auftrag in Milliardenhöhe gehen.
Das Beschaffungsprojekt ist abgestimmt mit den betroffenen Kantonen und dem Bundesamt für Verkehr, die im Regionalverkehr als Besteller agieren.




