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Von der Idee zur Realität: Wie die SBB Bauprozesse digitalisiert
Bauprojekte
Von der Idee zur Realität: Wie die SBB Bauprozesse digitalisiert

Per 2025 führt die SBB «BIM» ein – eine Arbeitsmethode, die die Zusammenarbeit bei Bauprojekten vereinfacht. Was steckt genau dahinter und was hat die SBB bereits gelernt? Fünf Fragen an «BIM@SBB» - Projektleiter Billal Mahoubi.

Katharina Balande (Text)zvg/ldd/mad (Fotos)

3D-Modell eines Bahnhofs
Für alle, die nicht aus der Baubranche sind: Was ist BIM?

BIM steht für «Building information modelling», also «Bauwerksmodellierung». BIM unterstützt dabei, Gebäude und Anlagen zu planen, zu bauen und zu betreiben. Es ist kein einzelnes Tool, sondern eine Arbeitsmethodik, die unterschiedliche Tools für bestimmte Prozesse nutzt. Das Herz von BIM ist ein digitales 3D-Modell eines Bauwerks. In diesem Modell werden relevante Daten des Bauwerks zentral erfasst. Ein Beispiel: Wenn eine Fahrschiene als 3D-Bauteil modelliert wird, werden zusätzliche Informationen wie Status im Projekt oder Schienenprofil an das 3D-Bauteil angehängt.

Einführung BIM bei der SBB
Quelle: SBB/CFF/FFS
  • Die Untertitel lassen sich über den CC-Knopf im Video (de-)aktivieren.
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Was ist der Vorteil?

Das digitale 3D-Modell steht allen Beteiligten jederzeit zur Verfügung. So können sie es regelmässig bearbeiten und überprüfen. Ein Beispiel: In der Bahntechnik planen die Fachingenieur:innen Fahrbahn, Sicherungsanlagen und Fahrstrom jeweils in ihrem Teilmodell die Fahrschienen, die Signale und die Fahrstrommasten. Später werden diese in einem Modell zusammengeführt. Das Projektteam kann so einfacher überprüfen, ob alle Vorgaben erfüllt wurden, ob es Konflikte zwischen den verschiedenen Fachbereichen gibt oder ob es noch etwas übergreifend zu diskutieren gibt. BIM ermöglicht also dank dieser integrierten Projektierung eine neue und bessere Form der Zusammenarbeit.

BIM Fachdatenkatalog

Die zusätzlichen Daten, mit denen das 3D-Bauteil angereichert werden, finden sich im «BIM Fachdatenkatalog». Hier werden Objekttypen (Bauteile, Anlagen usw.) und deren Eigenschaften (z.B. Attribute) beschrieben. Wer es ganz genau wissen will, kann sich beispielsweise die oben genannte Fahrschiene im BIM Fachdatenkatalog anschauen.

Billal Mahoubi, Porträt

Billal Mahoubi

Seit 2018 hat die SBB bereits rund 100 BIM-Projekte lanciert, darunter auch Infrastrukturprojekte wie beispielsweise den Brüttenertunnel sowie Immobilienprojekte ab fünf Millionen. Was ändert nun per 2025?

Neu ist, dass BIM für neue Projekte bereits ab der Vorprojektphase die Regel und nicht mehr die Ausnahme ist. Das verlangt einen höheren Standardisierungsgrad, klare und einheitliche Vorgaben und ein solides Change Management: Mitarbeitende müssen befähigt werden, die notwendigen Tools schrittweise eingeführt und geschult werden. Bereits heute arbeiten rund 400 Mitarbeitende in der SBB mit BIM, weitere werden im Rahmen der 65 definierten Projekte für 2025 folgen. Wichtig ist mir zu sagen, dass die Art und Weise mit BIM zu arbeiten bei der ganzen SBB gleich ist – egal ob man bei Immobilien, Produktion Personenverkehr oder Infrastruktur arbeitet.

Von welchen Erkenntnissen profitiert die SBB aus den ersten BIM-Projekten?

Die Pilotprojekte haben geholfen, nahe an der Praxis zu bleiben. Erstmals konnten wir beweisen, dass diese Arbeitsmethodik sehr gut funktioniert und dass der Markt die Anforderungen der SBB erfüllen kann. Dann konnten wir festlegen, wie klare Datenvorgaben für die Projekte zu definieren und beschreiben sind. Und wir haben entschieden, welche Software für die SBB nötig ist.

Dann ist 2025 also die Einführung von «BIM@SBB» abgeschlossen?

Absolut nicht. 2025 ist der Beginn einer Reise. Die SBB hat entschieden, BIM schrittweise einzuführen. Ein Bauprojekt erstreckt sich mit den verschiedenen Projektphasen im Schnitt über acht Jahre. Somit wird sich die SBB in den nächsten zwei bis drei Jahren mit der Projektierungstätigkeiten mit BIM beschäftigen. Erst dann folgt auch das «Bauen mit BIM» sobald die ersten Projekte in diese Phase kommen. Die Einführungsstrategie erstreckt sich also bis 2033, und wird der SBB so pünktlich die notwendigen Prozesse und Tools zur Verfügung zu stellen.

Über Billal Mahoubi

Billal hat einen Master in Bauingenieurwesen und einen Minor in Financial Engineering der ETH Lausanne (EPFL). Bei der SBB ist er 2015 als Trainee eingestiegen. Die Digitalisierung der Baubranche liegt ihm am Herzen und so hat er sich 2016 für ein Engagement im Programm BIM@SBB entschieden. Seit 2023 leitet er das Programm. Billal ist 34 Jahre alt und wohnt in Mézières (FR). In der Freizeit macht er gerne Sport, bevorzugt Judo und Fussball.

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