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Von 90 auf 100 Prozent: Die SBB setzt auf erneuerbare Energien
Innovation
Von 90 auf 100 Prozent: Die SBB setzt auf erneuerbare Energien

Wie bleiben die Züge in Bewegung und die Bahnhöfe hell, ohne die Umwelt zu belasten? Strom ist das Lebenselixier der SBB – vom Bahnstrom, der Züge antreibt, bis zum Haushaltsstrom, der Bahnhöfe, Büros und Geschäfte versorgt. Expertin Sandra Schwander zeigt, wie die SBB ihre Energieversorgung fit für die klimafreundliche Zukunft macht.

SBB/CFF/FFS, Georg Gmür, Selina Tanatda Stauffer (Fotos)

Sandra Schwander vor einem Gleisfeld.  Im Hintergrund fährt ein Zug der SBB. Der Zug ist ein Einheitswagen IV. Zudem sind drei gelbe Infrastrukturfahr
Die SBB gehört zu den grössten Stromproduzentinnen der Schweiz und ist gleichzeitig auch eine der grössten Stromverbraucherinnen. Wie sorgt die SBB dafür, dass sowohl die Energieproduktion als auch die Nutzung Umweltfreundlich bleiben?

«Die SBB betreibt das zweitgrösste Stromnetz der Schweiz – exklusiv für den Bahnbetrieb. Mit acht eigenen Wasserkraftwerken, fünf weiteren Beteiligungen, 70 Unterwerken und einem 1'800 Kilometer langen Leitungsnetz erzeugt die SBB jährlich rund 2000 Gigawattstunden Strom – genug, um 500 000 Haushalte ein Jahr lang zu versorgen. Seit 1. Januar 2025 wird der Bahnstrom vollständig aus nachhaltigen Quellen stammen. Bisher setzte er sich aus 90 Prozent Wasserkraft und 10 Prozent Kernenergie sowie einem kleinen Teil Photovoltaik zusammen.»

Warum hat die SBB den Schritt von 90 auf 100 Prozent erneuerbaren Bahnstrom gemacht?

«90 Prozent waren bereits eine beeindruckende Leistung, doch die SBB hat sich ambitionierte Umweltziele gesetzt, die nur mit 100 Prozent erneuerbarem Bahnstrom erreichbar sind. Es geht darum, einen bedeutenden Beitrag zum Umweltschutz zu leisten, den Verbrauch fossiler Energien zu verkleinern und zugleich zu beweisen, dass umweltfreundliche Mobilität auch in grossem Massstab möglich ist. Mit unserer Nachhaltigkeitsstrategie unterstützen wir zudem aktiv die Energieziele des Bundes.»

Das klingt nach grossen Zielen. Wie will die SBB diese erreichen?

«Wir verfolgen einen dreistufigen Ansatz: Erstens erhöhen wir unsere eigene Energieproduktion, insbesondere mit Wasserkraft und Solarenergie. Zweitens decken wir den verbleibenden Bedarf durch den Zukauf von erneuerbarer Energie. Drittens optimieren wir den Energieverbrauch, etwa durch effiziente Technologien oder die intelligente Steuerung von Spitzenlasten. Ein Beispiel ist die ‹Grüne Welle›: Ähnlich wie Autos bei grünen Ampeln ohne Halt weiterfahren können, werden Züge so gesteuert, dass sie gleichmässig und ohne unnötige Stopps unterwegs sind. Das spart Energie und schont zugleich die Züge und die Infrastruktur.»

Der Bahnstrohm wird grösstenteils mit Wasserkraftwerken produziert. Warum ist Wasserkraft für die SBB so zentral?

«Die Schweiz wird oft als ‹Wasserschloss Europas› bezeichnet, und die SBB nutzt dieses Potenzial seit über 100 Jahren. Wasserkraft ist umweltfreundlich, zuverlässig und flexibel. Wir betreiben acht eigene Wasserkraftwerke und sind an fünf weiteren beteiligt. Zusammen erzeugen sie rund 2000 Gigawattstunden Bahnstrom pro Jahr – das entspricht dem Jahresverbrauch einer Stadt wie Zürich.

Ein Beispiel für ein solches Wasserkraftwerk ist das Etzelwerk welches mit dem Sihlsee verbunden ist. Dieses Speicherkraftwerk, für das die SBB die Konzession besitzt, funktioniert wie ein riesiger Akku: Es speichert Wasser und erzeugt Strom genau dann, wenn er am dringendsten benötigt wird – etwa während Spitzenzeiten, wenn viele Züge gleichzeitig fahren, oder im Winter. Diese Flexibilität ist ein entscheidender Vorteil gegenüber anderen erneuerbaren Energiequellen. Das Etzelwerk allein liefert genug Strom, um eine Stadt wie Winterthur ein ganzes Jahr mit Strom zu versorgen.»

Wechseln wir die Energieform: Welche Rolle spielt Solarenergie in der Strategie der SBB?

«Solarenergie ergänzt unsere Wasserkraft. Bis 2040 wollen wir jährlich 160 Gigawattstunden Solarstrom produzieren – genug für 40 000 Haushalte. Ein Zwischenziel sind 100 Gigawattstunden bis 2030. Unsere Gebäude, insbesondere die Werkstätten, bieten dafür viel Potenzial. Die SBB war schon immer eine Pionierin in der Stromproduktion und hat bereits vor über 100 Jahren Massstäbe in der Elektrifizierung gesetzt. Auch heute treiben wir innovative Lösungen voran und prüfen laufend neue erneuerbare Energiequellen.»

Wie garantiert die SBB eine stabile Energieversorgung im Winter?

«Wasserkraft ist vom Wetter abhängig, aber unsere Speicherseen helfen, Schwankungen auszugleichen. Sie speichern Wasser, das gezielt in Zeiten hoher Nachfrage zur Stromerzeugung genutzt wird. Zusätzlich setzt die SBB auf präzise Planung: Mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Stromverteilung kann der Energiebedarf sehr genau vorhergesagt werden. Um Versorgungslücken zu schliessen, wird frühzeitig zusätzliche Energie eingekauft – natürlich ausschliesslich aus erneuerbaren Quellen wie Wind-, Wasser- oder Solarenergie.»

Welche Vorteile bringt es für Kund:innen, dass der Bahnstrom vollständig aus erneuerbaren Energien stammt?

Mit der Umstellung wird jede Zugfahrt noch umweltfreundlicher. Der Bahnstrom stammt nun vollständig aus erneuerbaren Energien, wodurch die Bahn zu einem Vorbild für nachhaltige Mobilität wird – sauber, verantwortungsvoll und zukunftsorientiert.

Wie sieht die langfristige Energiestrategie der SBB über 2025 hinaus aus?

«Die SBB wird ihr Bahnangebot weiter ausbauen, was trotz Effizienzbemühungen zu einem höheren Energiebedarf führen wird. Deshalb setzen wir auf den Ausbau erneuerbarer Energien, insbesondere der Optimierung unserer bestehenden Wasserkraftwerke sowie Solarenergie.

Bis 2030 wollen wir mit über 200 Massnahmen jährlich 850 Gigawattstunden Energie einsparen. Das schützt die Umwelt und sichert wirtschaftliche Nachhaltigkeit. Langfristig streben wir an, den Energiebedarf des Bahnbetriebs im Winterhalbjahr zu 95 Prozent selbst zu decken. Dafür haben wir bereits 1’41 Milliarden Franken in Ausbau und Modernisierung investiert.»

Die Energiexpertin: Sandra Schwander

Sandra Schwander ist seit 2020 Teil der SBB und heute als Portfoliomanagerin Energiewirtschaft tätig. Ihre Karriere bei der SBB begann sie als Finance Business Partnerin im Bereich Energie Operations. Anschliessend vertiefte sie ihr Wissen und ihre Erfahrung durch ein Stage im Energiehandel. Sandra verfügt über einen Abschluss in Betriebswirtschaftslehre.

In ihrer aktuellen Rolle arbeitet sie an der Optimierung des Energieportfolios der SBB und begleitet Projekte zum Ausbau des eigenen Produktionsportfolios. Dabei liegt der Fokus auf der Sicherung der Versorgung, der Integration erneuerbarer Energien und der Nutzung innovativer Ansätze.

Spannende Fakten: Erneuerbare Energien bei der SBB
Was sind erneuerbare Energien, ist das nicht einfach Strom aus der Natur?

Nicht ganz. Erneuerbare Energien stammen aus Quellen, die sich ständig erneuern, wie Wasserkraft, Solarenergie durch PV-Anlagen, Windenergie und Biomasse. Ein Beispiel: Wasserkraft nutzt die Energie von Flüssen oder Speicherseen wie dem Sihlsee, während Photovoltaikanlagen die Kraft der Sonne direkt in Strom umwandeln.

Was zählt nicht zu erneuerbaren Energien?

Fossile Energieträger wie Kohle, Öl und Erdgas sind nicht erneuerbar, da ihre Vorräte begrenzt sind und sie bei der Nutzung grosse Mengen CO₂ freisetzen. Auch Kernenergie gehört nicht dazu, da sie auf dem endlichen Rohstoff Uran basiert. Regenerative Energien wie Wasserkraft, Photovoltaik und Windkraft hingegen nutzen dauerhaft verfügbare natürliche Ressourcen und sind umweltfreundlich.

Was unterscheidet Bahnstrom von Haushaltsstrom, ist das nicht das Gleiche?

Nein, Bahnstrom ist speziell für den Zugbetrieb gemacht. Er läuft mit einer Frequenz von 16,7 Hertz und wird über ein eigenes SBB Netz mit 1800 Kilometern Leitungen ausschliesslich für die Züge bereitgestellt. Haushaltsstrom hingegen hat eine Frequenz von 50 Hertz und versorgt Bahnhöfe, Büros und Geschäfte. Seit 2019 stammt der Haushaltsstrom bei der SBB vollständig aus erneuerbaren Energiequellen. Seit Januar 2025 wird auch der Bahnstrom zu 100 Prozent (bisher 90 Prozent) erneuerbar, was jede Zugfahrt noch umweltfreundlicher macht.

Welche Rolle spielt die SBB als Energieproduzentin und Energieverbraucherin?

Eine grosse! Die SBB produziert jährlich rund 2000 Gigawattstunden Bahnstrom – genug, um eine Stadt wie Zürich mit Energie zu versorgen. Gleichzeitig ist sie eine der grössten Energieverbraucherinnen der Schweiz. Mit über 200 Effizienzmassnahmen plant die SBB bis 2030 jährlich 850 Gigawattstunden einzusparen – das entspricht dem Strombedarf von 200'000 Haushalten.

Wie nutzt die SBB Solarenergie, reicht die Sonne für den Betrieb?

Noch nicht, aber sie gewinnt an Bedeutung. Bis 2040 will die SBB jährlich 160 Gigawattstunden Solarstrom erzeugen – genug für 40'000 Haushalte. Dazu werden Dächer von Bahnhöfen, Werkstätten und anderen Gebäuden mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. Bis 2030 ist ein erstes Ziel von 100 Gigawattstunden gesetzt, ein Teil davon für den Bahnstrom. Schon jetzt sieht man die Entwicklung: Die Sonne arbeitet bereits für die SBB.

Noch mehr spannende Fakten zur Energie bei der SBB:
  • Die Zentrale Leitstelle Energie der SBB in Zollikofen überwacht und steuert rund um die Uhr das Bahnstromnetz, um eine zuverlässige Energieversorgung für den gesamten Schienenverkehr sicherzustellen. Im Ereignisfall leitet sie sofortige Massnahmen ein, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.
  • Re 460 – das Arbeitstier der SBB: Mit einer Leistung von 6'100 kW zieht diese Lokomotive schwere Züge mühelos durch die Schweiz.
  • Energieeinsparung durch Modernisierung: Die umfassende Erneuerung der Re 460-Flotte spart jährlich rund 27 GWh Energie ein – genug, um 10 000 Haushalte zu versorgen.
  • Energieeinsparung durch moderne Technik: Seit 2010 fahren die Züge der SBB 15 Prozent mehr, benötigen aber 5 Prozent weniger Energie – dank intelligenter Steuerung und Technik.
  • Smarte Weichenheizungen: Die Weichenheizungen verbrauchen im Winter bis zu 23 Gigawattstunden Energie, sind aber essenziell, um den Bahnbetrieb auch bei Eis und Schnee sicherzustellen. Dank smarter Steuerungssysteme und effizienterer Technologien optimiert die SBB den Verbrauch, ohne die Betriebssicherheit zu gefährden.
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