Bereits im Frühling analysiert die SBB die vergangene Wintersaison. Im Herbst werden Weichenheizungen, Sicherungsanlagen und Winterkonzepte geprüft, und ab Mitte Oktober sind die Teams in erhöhter Bereitschaft. Dank moderner Technik, zusätzlichem Personal und klar definierten Abläufen reduziert die SBB Störungen durch Schnee, Eis und Kälte. Dennoch können extreme Wetterlagen zu Einschränkungen führen. Reisenden empfiehlt die SBB, die SBB App zu nutzen, um jederzeit informiert und flexibel zu bleiben.
Nein. Das Lagezentrum Naturereignisse der SBB überwacht das ganze Jahr über Wetterdaten und berechnet deren Einfluss auf den Bahnbetrieb. So kann sich die SBB frühzeitig auf Schneefall, Eisbildung und Sturmereignisse vorbereiten. Trotz umfangreicher Investitionen in die Winterfestigkeit der Infrastruktur lassen sich wetterbedingte Störungen jedoch nicht vollständig ausschliessen. Nach jeder Wintersaison werden alle Ereignisse analysiert und Verbesserungsmassnahmen umgesetzt.
Winterwetter beeinflusst den Bahnbetrieb auf vielfältige Weise:
- Schnee kann Weichen, Gleise und Perrons vereisen.
- Kälte führt zu vereisten Türdichtungen, Wassertanks oder sanitären Anlagen in Zügen.
- Schwere Schneelasten können Äste oder Bäume auf Gleise und Fahrleitungen drücken.
- Lawinen können Bahnstrecken blockieren.
- Zusätzliche Faktoren wie Baustellen, Schnee auf den Perrons und eine Zunahme von Reisenden verstärken die Auswirkungen.
Trotz umfassender Vorbereitung können extreme Wetterlagen zu Verspätungen oder betrieblichen Anpassungen führen.
Die Vorbereitung beginnt im Frühling mit der Analyse der vergangenen Saison. Optimierungen werden laufend umgesetzt. Im Herbst stehen die Einsatzkonzepte, Weichenheizungen und Sicherungsanlagen werden kontrolliert und vor dem ersten Schnee erneut geprüft. Ab Mitte Oktober sind alle Weichenheizungen betriebsbereit, und das benötigte Personal befindet sich in erhöhter Bereitschaft.
Ziel ist es, das Angebot für die Kund:innen sicher und zuverlässig aufrechtzuerhalten. Abgestellte Züge bleiben – wenn möglich – an Heizanlagen im Standby-Betrieb angeschlossen, um Vereisungen zu vermeiden. Die fünf Operation Management Center steuern schweizweit mehrere hundert Mitarbeitende. Bei starkem Schneefall werden Bahnhöfe mit vielen Reisenden zuerst geräumt. Rund 7 500 Weichen bleiben dank Weichenheizungen auch bei Temperaturen bis –20 °C funktionsfähig. Fahrzeuge fahren Schneetouren, um die Infrastruktur freizuhalten.
Die Dauer der Schneeräumung hängt von der Intensität des Schneefalls ab. Dank laufender Wetteranalysen kann der Ressourceneinsatz gezielt geplant werden. Grosse Bahnhöfe werden priorisiert und zuerst geräumt.
Rund 400 Mitarbeitende sind schweizweit im Winterdienst tätig. Seit 2017 unterstützen zudem regionale und lokale Firmen die Schneeräumung, damit die Intervention flexibel und schnell erfolgen kann.
Alle Züge besitzen integrierte Schienenräumer. Zudem hat die SBB verschiedene Spezialfahrzeuge für den Winterdienst. Dazu gehören Schneefrässchleudern des Typs Xrotm 110–115 für kleinere Bahnhöfe und weniger befahrene Strecken sowie grössere Schneeschleudern der Typen Xrotm 95/96 und 97 für intensiven Schneefall, etwa auf der Gotthard-Panoramastrecke.
Rund 6 000 Schutzbauten und 8 700 Hektaren Schutzwald minimieren die Gefahr von Lawinen, Steinschlag und weiteren Naturgefahren. Jährlich investiert die SBB 10 bis 15 Millionen Franken in eine proaktive und risikobasierte Naturgefahrenprävention.
Die SBB empfiehlt, vor der Abfahrt die SBB App (SBB Mobile) zu nutzen. Push-Benachrichtigungen informieren über mögliche Verspätungen oder Ausfälle. Die Auslastungsanzeige in der App und an den Anzeigen am Bahnhof hilft, Wagen mit freien Sitzplätzen zu finden – das beschleunigt den Fahrgastwechsel und sorgt für einen stabileren Betrieb.



