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Schadstoffe: Umgang und Auswirkungen
Schadstoffe: Umgang und Auswirkungen

Als Schadstoffe werden gesundheits- oder umweltschädliche Stoffe bezeichnet, die beispielswiese in Baumaterialien enthalten sind und bei Nutzung, Sanierung oder Rückbau freigesetzt werden. Ein unsachgemässer Umgang kann negative Folgen für Mensch und Umwelt haben und zu Wasserverschmutzung oder Bodenverunreinigung führen. Für Menschen können diese Stoffe gesundheitsschädlich sein.


Viele Schadstoffe wie Asbest oder PCB wurden früher wegen ihrer spezifischen Eigenschaften eingesetzt. Heute weiss man um ihre schädlichen Wirkungen und sie sind schon länger verboten, sie sind aber zum Teil immer noch in Materialen gebunden.

Die SBB nimmt diese Gefahr ernst. Für die SBB sind die Sicherheit und Gesundheit ihrer Mitarbeitenden sowie der Öffentlichkeit von grösster Bedeutung. Sie ergreift proaktiv Massnahmen, um die Freisetzung von Schadstoffen zu verhindern und sie überprüft regelmässig ihre Fahrzeuge und Gebäude auf Schadstoffvorkommen. Durch nachhaltige Praktiken, wie die Optimierung der Betriebsabläufe und den Einsatz verschiedener Technologien, setzt die SBB alles daran, Schadstoffe und deren potenzielle Gesundheitsrisiken zu reduzieren.

Schadstoffe können auch Umweltauswirkungen haben. Bei unsachgemässer Handhabung oder Entsorgung kann beispielsweise PCB in die Luft gelangen und die Umwelt kontaminieren. Die SBB verfolgt einen verantwortungsvollen Umgang mit Schadstoffen, welcher die sichere Entsorgung und die Minimierung von Umweltrisiken umfasst.

Die SBB verstärkt zudem die Vorkehrungen und Massnahmen in den Bereichen Arbeits- und Gesundheitsschutz laufend. Dazu zählt auch der Umgang mit schadstoffbelasteten Materialien. Hinzu kommen Massnahmen wie beispielsweise Weisungen für den Einsatz von Atemschutz bei bestimmten Arbeiten, die Einführung verbesserter handgeführter Geräte bei Vibrationsarbeitsplätzen, neue Produkte im Bereich Haut- und Handschutz, die Einführung eines aktiven Gehörschutzes in sicherheitsrelevanten Bereichen, sowie fundierte Beratungen bei Themen wie Ergonomie und Umgang mit Gefahrenstoffen.

SBB gehen mit gutem Beispiel voran

Im Jahr 2017 wurde die Stiftung «Entschädigungsfonds für Asbestopfer» gegründet. Sie hilft Betroffenen und Angehörigen durch Betreuung und Beratung. Sie sorgt für finanzielle Gleichstellung zu Betroffenen, die durch den beruflichen Kontakt erkranken, und sensibilisiert die Öffentlichkeit durch gezielte Information. Die SBB hat die Stiftung mitgegründet und bisher zehn Millionen Franken eingezahlt.

Asbest

Asbest ist ein natürlich vorkommendes Mineral, das aufgrund seiner Eigenschaften wie Hitzebeständigkeit und Festigkeit vor einigen Jahrzehnten in der Bau- und Industriebranche weit verbreitet war. Asbest diente als Werkstoff in Gebäuden, Tunneln, Brücken, Kabelkanälen, Schienenfahrzeugen etc. Der Einsatz von Asbest wurde 1990 verboten. Die SBB überprüft deshalb alle Fahrzeuge mit Baujahr vor 1990 routinemässig vor baulichen Eingriffen oder vor Abbruch auf Schadstoffe. Solange Asbest in Baumaterialien festgebunden ist, besteht kein Risiko für die Gesundheit. Bei Arbeiten, bei denen Asbestfasern freigesetzt werden und in die Luft gelangen, besteht bei ungenügendem Schutz die Gefahr für ernsthafte Erkrankungen. Schon geringe Konzentrationen können Krebserkrankungen auslösen. Dieses Risiko soll durch die Sicherstellung eines fachgerechten Umgangs mit Asbest so tief wie möglich gehalten werden. Zum Schutz aller Menschen, die bei ihrer Arbeit mit Asbest in Berührung kommen könnten, gelten daher strenge Arbeitsschutzvorschriften, welche regelmässig an den neusten Stand angepasst werden.

Was bedeutet Asbest für Mitarbeitende?

Der Umgang mit Asbest ist streng geregelt, und es gelten die Arbeitsschutzvorschriften der Eidgenössischen Koordinationskommission für Arbeitssicherheit (EKAS) und der SUVA. Alle Mitarbeitenden, die mit Asbest in Kontakt kommen, sind entsprechend geschult. Die SBB arbeitet eng mit spezialisierten und zertifizierten Firmen zusammen. Es ist bekannt, dass Asbest in der Vergangenheit in Fahrzeugen und Bauten verwendet wurde. Insbesondere betrifft dies Bahnwagen und Lokomotiven, die bis 1990 gebaut wurden. Trotz umfangreichen Fundstellenregistern ist es möglich, dass auch heute noch neue Bauteile entdeckt werden, die mit Asbest belastet sind. Unvorhersehbare Freisetzungen können daher leider nicht vollkommen ausgeschlossen werden. Dies kann negative Folgen für die Gesundheit der betroffenen Mitarbeitenden haben.

Die SBB meldet der SUVA alle Mitarbeitenden, die im Laufe der Jahre Asbest ausgesetzt waren. Diese werden registriert und wenn nötig in ein Vorsorgeprogramm aufgenommen, wobei aus Datenschutzgründen keine Rückmeldung an die SBB erfolgt. Da zwischen der Belastung mit Asbestfasern und einem möglichen Krankheitsausbruch viele Jahre liegen können, wird auch in Zukunft mit asbestbedingten Krankheitsfällen gerechnet.

Sind Reisende von Asbest betroffen?

In den Passagierbereichen der Züge befinden sich keine ungebundenen asbesthaltigen Bauteile. Es gibt dort entsprechend keine Asbestbelastung. Vielmehr sind technische Bauteile wie z.B. Dichtungen betroffen, die punktuell in abgetrennten Bereichen noch in den Fahrzeugen verbaut sind. Bei den betroffenen Bauteilen handelt es sich um sogenannte festgebundene Asbestprodukte, bei denen die Fasern fest in eine Matrix eingebunden sind. Ohne Beschädigung dieser kommt es zu keiner Asbestfreisetzung. Es besteht im Fahrbetrieb der Züge keinerlei Risiko für die Reisenden oder die SBB Mitarbeitenden. Durch regelmässige Inspektionen und Sanierungsmassnahmen stellt die SBB sicher, dass die Bahninfrastruktur und die Fahrzeuge kein Asbest freisetzen.

Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS)

PFAS sind eine Gruppe von chemischen Verbindungen, die durch ihre wasser- und fettabweisenden Eigenschaften bekannt sind. PFAS werden Ewigkeitschemikalien genannt, denn sie bauen sich in der Umwelt praktisch nicht ab. Sie reichern sich im Laufe der Zeit im menschlichen Körper und in der Umwelt (z.B. im Grundwasser) an. Die Folgen für die Gesundheit von Natur und Mensch sind heute nicht abschätzbar. In der EU laufen derzeit Bestrebungen, die Herstellung von ganzen PFAS-Gruppen zu verbieten.

PFAS werden aufgrund ihrer speziellen Eigenschaften in vielen Produkten eingesetzt, darunter Antihaftbeschichtungen für Küchenutensilien , wasserabweisende Textilien , Kunststoffen und Medizinprodukten. Auch bei der SBB sind PFAS-haltige Stoffe im Einsatz. Daher verfolgt die SBB die Entwicklungen zu PFAS sowie die aktuelle Forschung laufend. Gesetzliche Vorschriften werden eingehalten und Verbote, Verzichte und Schutzmassnahmen umgesetzt. Beispielsweise nutzt die SBB auf ihren Baustellen keinen PFAS-haltigen Beton mehr. Zudem wurden 2024 SBB intern Abklärungen durchgeführt, welche einen Überblick geben, wo überall PFAS zu finden sind. Damit kann die SBB auf neue Erkenntnisse der Forschung oder auf neue Vorschriften rasch reagieren.

Weitere Informationen und spezifische Empfehlungen im Zusammenhang mit PFAS finden Sie im Dossier des Bundesamts für Umwelt «PFAS – was ist das?».

Polychlorierte Biphenyle (PCB)
Was sind polychlorierte Biphenyle?

Polychlorierte Biphenyle (PCB) sind eine Gruppe von ca. 200 chemischen Verbindungen, die aufgrund ihrer stabilen Eigenschaften häufig in elektrischen Geräten, Transformatoren, Kondensatoren, aber auch in offenen Anwendungen wie Lacken, Harzen, Kunststoffen, Druckerfarben, Klebstoffen und in Fugendichtungsmassen verwendet wurden. Seit 1986 sind PCB verboten. PCBs gehören zu den persistenten organischen Schadstoffen (POPs) und sammeln sich im Fettgewebe von Menschen und Tieren an, da sie sehr gut fettlöslich sind. Durch ihre Langlebigkeit können sie immer noch ein Risiko für die Gesundheit darstellen, obwohl sie schon fast vierzig Jahre verboten sind. Sie kommen in alten Baumaterialien vor. PCB sind sowohl akut als auch chronisch schädlich.

Welche Auswirkungen hat PCB auf Mitarbeitende?

Eine akute toxische Reaktion ist eher unwahrscheinlich, da hierfür grössere Mengen freigesetzt werden müssten. Im Gegensatz zu Asbest gibt es für die chronischen Gesundheitsgefahren von PCBs einen Schwellenwert. Das heisst, wenn die Exposition unterhalb des Arbeitsplatzgrenzwertes (MAK-Wert) bleibt, ist das Risiko einer chronischen Erkrankung gering. Obwohl PCBs auch ausgasen können, das heisst, dass sie auch ohne mechanische Bearbeitung in die Umgebungsluft gelangen können, besteht das grösste Risiko bei der scheuernden Arbeiten an PCB-haltigen Baumaterialien (z.B. Schleifen oder Bürsten). Bei diesen Arbeiten kann PCB-haltiger Staub über die Atemluft oder über Hautkontakt in den menschlichen Organismus gelangen. Wenn Mitarbeitende mit PCB-haltigen Materialien arbeiten, müssen die entsprechenden Schutzmassnahmen getroffen werden, insbesondere zuverlässige Atemschutzmassnahmen.

Welche Auswirkungen hat PCB auf Reisende?

Für Reisende besteht keine direkte Gefahr von PCB.

Schwermetalle
Was sind Schwermetalle?

Schwermetalle sind natürlich vorkommende Elemente mit hoher Dichte, die häufig in Industrie, Technik und Landwirtschaft eingesetzt werden. BekannteSchwermetalle sind Blei, Quecksilber, Cadmium, Arsen und Chrom. Viele dieser Metalle sind in bestimmten Konzentrationen toxisch und stellen eine Gefahr für Mensch und Umwelt dar. Schwermetalle werden in der Umwelt nicht abgebaut und können sich in der Nahrungskette anreichern. Beim Menschen erfolgt die Aufnahme über die Nahrung, Hautkontakt oder das Einatmen von Staub und Dampf. Schwermetalle können akut toxisch wirken und haben oft auch chronische gesundheitliche Auswirkungen. In der Schweiz sind bestimmte Anwendungen von Schwermetallen wie Blei, Quecksilber oder Cadmium gesetzlich verboten oder stark eingeschränkt, um Gesundheits- und Umweltrisiken zu minimieren.

Welche Auswirkungen haben Schwermetalle auf Mitarbeitende?

Eine akute Vergiftung durch Schwermetalle am Arbeitsplatz ist selten, kann aber bei sehr hohen Konzentrationen, etwa durch Unfälle oder unsachgemässe Handhabung, auftreten. Relevanter sind die langfristigen gesundheitlichen Risiken durch chronische Belastungen, insbesondere bei wiederholtem oder anhaltendem Kontakt mit schwermetallhaltigen Materialien oder Staub. Entscheidend ist hierbei die Einhaltung der gesetzlichen Arbeitsplatzgrenzwerte (MAK-Werte).

Das Gesundheitsrisiko ist besonders erhöht bei staubenden oder abrasiven Tätigkeiten wie Schleifen, Bohren oder Rückbauarbeiten. Dabei können Schwermetalle als feine Partikel freigesetzt und eingeatmet oder über die Haut aufgenommen werden. Um die Sicherheit der Mitarbeitenden während staubenden Tätigkeiten, die nicht vermeidbar sind, zu gewährleisten, sind geeignete Schutzmassnahmen wie Atemschutz, Hautschutz und staubarme Arbeitsmethoden notwendig.

Welche Auswirkungen haben Schwermetalle auf Reisende?

Für Reisende besteht kein Risiko von Schwermetallen.

Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)
Was sind PAK?

Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) sind eine Gruppe von mehreren Hundert chemischen Verbindungen, die aus zwei oder mehr miteinander verbundenen Benzolringen bestehen. Aufgrund ihrer chemischen Eigenschaften wurden sie industriell vielfältig eingesetzt, z.B. in Imprägniermitteln, Kunststoffen, Farben, Lacken oder Beschichtungen. In diesen Produkten dienten PAK vor allem der Verbesserung von Haltbarkeit, Wasserabweisung und chemischer Beständigkeit. Ausserhalb industrieller Produkte entstehen PAK auch bei der unvollständigen Verbrennung organischer Materialien und sind daher in Abgasen, Rauch, Russ und Teer enthalten.

PAK gehören wie PCB zu den persistenten organischen Schadstoffen, die in der Umwelt nur sehr langsam abgebaut werden. PAK sind fettlöslich und lagern sich im menschlichen Körper bevorzugt im Fettgewebe ab. Viele Verbindungen dieser Stoffgruppe stehen im Verdacht krebserregend zu sein oder gelten als eindeutig krebserregend.

Welche Auswirkungen haben PAK auf Mitarbeitende?

Eine langfristige Exposition gegenüber geringen Mengen kann ein Gesundheitsrisiko darstellen. Das grösste Risiko besteht bei der mechanischen Bearbeitung oder unsachgemässen Handhabung von mit PAK imprägnierten Bahnschwellen. Bei Tätigkeiten mit PAK-belasteten Materialien müssen deshalb geeignete Schutzmassnahmen getroffen werden (wirksamer Atemschutz, Hautschutz und ausreichende Belüftung).

Welche Auswirkungen haben PAK auf Reisende?

Für Reisende besteht kein Risiko von PAK.

Weitere Informationen zu PAK finden Sie im Merkblatt des Bundesamts für Gesundheit «Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)».

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