Dabei hat die SBB einen Vorschlag zur Erneuerung der Fernverkehrskonzession in Kooperation mit BLS und SOB eingebracht: Diese «Mehrbahnenlösung» würde die Gesamtsystemkosten – und somit die Belastung für Bund und Kantone – nochmals weiter reduzieren. Die SOB unterstützt diese partnerschaftliche Lösung. Die BLS hält jedoch an ihrem Zielbild mit eigener Konzession fest. Die SBB bereitet nun zuhanden des BAV ein eigenes Gesuch für die Fernverkehrskonzession vor. Sie bleibt mit der SOB bezüglich Kooperation im Gespräch. Toni Häne, Leiter Verkehr SBB Personenverkehr mit seiner Einschätzung.
Die Linien im Fernverkehr (FV) «gehören» nicht der SBB. Also kann man uns die Linien auch nicht «abjagen». Jedes Unternehmen mit Sitz in der Schweiz kann ein Gesuch für eine Personenbeförderungskonzession einreichen. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) entscheidet, wem es die Konzession gibt. Das BAV kann sowohl eine einzige Konzession für alle Fernverkehrslinien erteilen oder aber mehrere Konzessionen für Einzellinien vergeben.
Ja. Die Verhandlungen über diesen Lösungsvorschlag haben aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen der BLS zu keinem Ergebnis geführt. Die SBB bedauert dies. Sie hat in vielen Besprechungen betont, alle Varianten zu prüfen. Sie verfolgt nun zwei Wege: Einerseits bereitet sie zuhanden des BAV ein eigenes Gesuch für die Fernverkehrskonzession vor. Andererseits bleibt sie mit der SOB bezüglich Kooperationen im Gespräch.
Rund ein Drittel der Fernverkehrslinien werfen Gewinne ab, ein Drittel sind ergebnisneutral und ein Drittel sind nur mit Verlusten zu betreiben. Heute sind rentable und unrentable Fernverkehrslinien in einem Paket – also in einer Gesamtkonzession – vergeben. Mit den Gewinnen aus den einen Linien kann man die Verluste aus andern Linien auffangen. So wird niemand zusätzlich zur Kasse gebeten. Bei einer Zerstückelung der Konzession hingegen würde dieses System leichtfertig aufgegeben. Letztlich würden damit alle verlieren.
