Der Gotthard-Basistunnel gehört mit seinem ausgeklügelten Notfallkonzept zu den sichersten Tunnels der Welt. Dennoch wäre die Evakuierung eines Zuges im Notfall anspruchsvoll und aufwendig. Deshalb hat das Zugpersonal die Anweisung zu verhindern, dass stark überbelegte Züge durch den Basistunnel fahren. Wann ist das der Fall? Wenn sämtliche Sitzplätze besetzt sind und die Reisenden nicht nur auf den Plattformen stehen, sondern auch die Gänge voll belegt sind. Der Grund: Die Gänge sind auch Fluchtwege und müssen für den Notfall frei sein.
In einem solchen Fall bittet das Zugpersonal einen Teil Reisenden auszusteigen und auf die nächste Verbindung zu warten, die 30 Minuten später folgt. Als Entschädigung erhalten die Reisenden einen 5-Franken-Gutschein, mit dem Sie beispielsweise einen Kaffee konsumieren können. Seit der Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels vor rund einem halben Jahr musste das Zugpersonal bei 10 von insgesamt 8500 Zügen diese Massnahme ergreifen. Rund 700 von insgesamt 1,8 Millionen Reisenden wichen auf den nächsten Zug aus.



