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Bauen mit BIM oder: Alle Puzzleteile im Blick
Bauprojekte
Bauen mit BIM oder: Alle Puzzleteile im Blick

Gärtchendenken war gestern: BIM (Building Information Modelling) vereinfacht die Zusammenarbeit bei Bauprojekten wie dem Brüttenertunnel. Alle Infos werden an einem einzigen Ort aktuell gehalten und anschaulich dargestellt. Die Projektbeteiligten haben so stets im Blick, was ihre Kollegen machen.

Katharina Balande (Text)Anouk Ilg (Fotos)

Bei Bauprojekten ergeben viele Puzzleteile das grosse Ganze

Röhre, Lüftung, Elektronik und viel mehr – beim Tunnelbau muss einiges zusammenpassen. Dabei planen vom Bahntechniker bis hin zum Bauingenieur verschiedene Spezialisten «ihren» Teil. Nur wie fügen sich die Puzzleteile dann zusammen?

Dank BIM alles im Blick

Beim Brüttenertunnel setzt die SBB zum «Puzzeln» auf BIM. BIM steht für «Building Information Modelling», also «Bauwerksdatenmodellierung». Das BIM-Modell ist sozusagen der virtuelle Puzzle-Topf, in den jeder Spezialist «seine» Puzzleteile einwirft. Gab es früher für jedes Teil zig verschiedene Pläne, findet sich heute alles im «Topf». Ein grosser Vorteil, findet Josef Sautter, Abschnittsleiter Brüttenertunnel und BIM Verantwortlicher im Projekt. «Die Planer der verschiedenen Disziplinen arbeiten gleichzeitig am Modell und sehen, wer wann welches Puzzleteil beisteuert und wie die Teile zusammenpassen.»

3D ist noch kein BIM

Bei Bauprojekten der SBB sind häufig externe Firmen beteiligt. Beim Brüttenertunnel übernimmt die IG BRÜTT mit den Firmen ILF, Emch+Berger und Aegerter & Bosshardt die Planung. Konrad Blank, Geschäftsführer von ILF, sieht in BIM viele Chancen. «Im BIM-Modell können alle die Puzzleteile in 3D anschauen.» 3D alleine sei aber noch kein BIM. «Die Daten liegen in 3D vor und sind zusätzlich mit Informationen, wie beispielsweise die verwendeten Materialien, angereichert.» BIM sei damit auch eine Datenbank.

Zürich-Winterthur: Projekt Brüttenertunnel

Die SBB und der Bund evaluieren aktuell den Bau des Brüttenertunnels. Er würde Kapazitätsengpässe beheben und eine durchgehend vierspurige Verbindung zwischen Zürich und Winterthur mit einer Kapazität von rund 900 Zügen pro Tag ermöglichen. Ab 2019 ist die bestehende Doppelspurstrecke zwischen Effretikon und Winterthur mit 670 Zügen pro Tag vollständig ausgelastet. Das Parlament berät ab 2019 über die Realisierung des Projektes.

  • Weitere Infos

«BIM zwingt zu einer exakteren Planung und Fehler werden vermieden.»

Für Konrad Blank ist BIM ausserdem eine Arbeitsmethode, die Projekte für die Beteiligten zunächst anspruchsvoller mache, aber auch Freude bereite. «Im Zuge der Digitalisierung werden moderne Werkzeuge angewendet und die Überlegungen werden modellorientiert angestellt. Die Inputs aus verschiedenen Fachdisziplinen werden in einer einzigen Quelle aktuell gehalten.» Zwar sei der Arbeitsaufwand zu Beginn höher, doch gleichzeitig böte das mehr Planungssicherheit. «Insgesamt betrachtet zahlt sich das aus. BIM zwingt zu einer exakteren Planung und Fehler werden vermieden. Falls sie doch auftreten, können sie früher behoben werden.» Aufschieben in die «nächste Phase» gäbe es mit BIM demzufolge nicht. «Das fordert auch uns als Bauherren: Wir müssen mehr Entscheide zu einem früheren Zeitpunkt treffen.» sagt Josef Sautter, Abschnittsleiter Brüttenertunnel und BIM Verantwortlicher im Projekt seitens SBB.

Lebhaftere Diskussionen und kreativer Austausch

Dass alle immer alle Puzzleteile im Blick haben schafft Raum für Kreativität. «Wir können zusammen Varianten durchspielen», sagt Josef Sautter. Die bessere Sichtbarkeit bedeutet auch mehr Verantwortlichkeit. «Jeder, der an dem Projekt mitarbeitet, muss auch immer im Auge behalten, was die anderen machen. Gärtchendenken und sich rausreden gilt nicht», bekräftigt Konrad Blank.

Er und Josef Sautter sind sich einig: Der Austausch zwischen den verschiedenen Spezialisten und der Teamgeist gewinnen mit BIM. «Die Visualisierung ist anschaulicher als die 2D-Pläne. Deshalb verstehen sich alle viel schneller», meint Blank.

Vom Zeichner zum Modellierer

Mit BIM zu arbeiten bedeutet auch Herausforderungen: Berufsbilder wandeln sich und Mitarbeitende müssen sich weiterbilden. «Die Berufe Konstrukteur und Ingenieur verschmelzen immer mehr und aus dem Zeichner wird ein BIM-Modellierer», meint Konrad Blank. Doch das sei ein Prozess, der Zeit brauche. «Heute haben die meisten Planungsbeteiligten noch keine Erfahrung in der Projektierung mit BIM. Beim Brüttenertunnel befinden wir uns aktuell in der Vorprojektphase. Dass wir BIM bereits in diesem frühen Stadium einsetzen, ermöglicht es uns, die notwendigen Erfahrungen für künftige BIM-Projektierungen in weiteren Projetphasen zu sammeln», erklärt Josef Sautter. Auch wenn ein solcher Change-Prozess bei manchen Mitarbeitenden Angst auslöst, hat Josef Sautter viele positive Rückmeldungen erhalten. «Ein Kollege lobte den Wissensaustausch durch die angeregten Diskussionen am Modell; ein anderer sagte mir, dass er es sich komplizierter vorgestellt hätte und eine Konstrukteurin berichtete, dass ihre Arbeit so viel mehr Spass mache.»

BIM@SBB

Die SBB sammelt aktuell bei mehreren Projekten Erfahrungen mit BIM. Bis 2021 will die SBB bei Immobilien und bis 2025 bei der Infrastruktur die Methode flächendeckend einführen. Die Ziele leiten sich vom digitalen Aktionsplan der Schweiz ab. Die SBB geht von Effizienzsteigerungen in den Projektzielen, Terminen und Kosten im Bereich von fünf bis zehn Prozent aus.

  • Dossier Medienschaffende

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Zürich-Winterthur: Planung BrüttenertunnelBuilding Information Modelling (BIM)
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