Kulinarisch zeigt sich Solothurn vielfältig: traditionsreiche Cafés, lebendige Bars und Restaurants, die bewusst auf regionale Produkte setzen. Besonders entlang der sogenannten Solothurner Riviera – dem Abschnitt zwischen Wengi- und Kreuzackerbrücke am Nordufer der Aare – reiht sich im Sommer ein Treffpunkt an den nächsten. Mit Blick auf den Fluss, unter freiem Himmel und bis in die späten Abendstunden hinein entsteht hier ein fast mediterranes Lebensgefühl.
Kultur, Kulinarik und Natur liegen in Solothurn nah beieinander. Im Sommer entfaltet die Stadt entlang der Aare ihr ganzes Leben – mit trendigen Bars, lauschigen Terrassen und mediterranem Flair. Welche Entdeckungen sich besonders lohnen und welche Bedeutung die Zahl 11 in der Barockstadt hat, verrät dieser Guide mit zweimal 11 Tipps.
Für einen entspannten Start in den Tag gehört das «Barock» am Landhausquai zu den ersten Adressen. Mit Blick auf die Aare frühstückt es sich genussvoll und reichhaltig. Die Köstlichkeiten zum Brunch, den es täglich bis 12 Uhr gibt, werden auf einer Etagère ansprechend serviert – ideal, um sich von Stockwerk zu Stockwerk durchzukosten. Später am Tag wird aus dem Frühstücks- ein Apérolokal: Den «Zmorgeturm» lösen dann feine Plättli ab, und statt Kaffee und Tee werden Cocktails und Wein serviert.
Schon beim Eintreten fällt die lange Geschichte dieses Unternehmens auf: Ein grosses Bild im charmant-nostalgischen Lokal zeigt «Grossvater Hofer» um 1900 als Lehrling. Heute führt die dritte Generation die Confiserie, die in den Stockwerken über dem Café und Ladenlokal am Stalden 17 alles ausser Brot selbst produziert. Dabei trifft Tradition auf Gegenwart: Nebst der klassischen Confiserie setzt der Betrieb auch auf moderne Kreationen wie die detailgetreuen Früchte-Törtchen – ein Food-Trend, der auf den Pariser Star-Patissier Cédric Grolet zurückgeht. Ob für einen kurzen Halt oder eine längere Pause: An den kleinen Tischen vor dem Lokal, im Innenraum oder im lauschigen Garten lässt es sich gut verweilen.
Die Terrasse der «Aarebar» am Landhausquai ist im Sommer ein lebendiger Treffpunkt. Die Küche ist unkompliziert und punktet mit regionalen Produkten. Ein Klassiker sind die Eglichnusperli, wahlweise serviert mit Pommes Frites oder Salat. Die Pizzakarte setzt unter anderem mit der Pizza «Aarebar» einen spannenden Akzent: schwarzer, luftiger Teig, belegt mit Mozzarella fior di latte, Rauchlachs, Frischkäse, roten Zwiebeln, Rucola und Granatapfelkernen. Was für ein Geschmackerlebnis! Der erfrischende hausgemachte Eistee rundet das Zmittag perfekt ab. Unbedingt reservieren!
Ein Sommertag in Solothurn ohne Glace? Unvorstellbar! Entsprechend gross ist der Andrang bei der «Vitaminstation». Die Auswahl umfasst nebst Klassikern wie Vanille und Schokolade zahlreiche ausgefallene Sorten, darunter schwarzer Sesam, Tonkabohne, Matcha, Mohn, Popcorn, Heublume, Brennessel oder Granatapfel-Basilikum – letzteres erweist sich als besonders schmackhafte Kombination. Eine Hommage an den Standort ist die Sorte «Solothurn», eine Rahmglace mit Heidelbeeren.
Zur Apérozeit zieht es viele Richtung «The Dock» am südlichen Ende der Wengibrücke: Zu Fuss oder via Aare mit dem Gummiboot, SUP oder Schwimmring. Eine Rampe macht das Auswassern leicht. Besonders beliebt sind in der Bar, die im Inneren mit Industrielook gefällt, die Biere – gleich acht Zapfsäulen versorgen die Gäste mit frischem Fassbier, darunter das «Fruity Cave» mit der erfrischenden Sauerkirschennote. Das «Dock» steht aber auch für seine Cocktails. Auf der Hitliste ganz oben sind der Amaretto Sour, dicht gefolgt vom Negroni und Espresso. Prost!
Ein weiteres Lokal ganz nahe am Wasser: An warmen Tagen sitzen die Gäste im «Solheure» an der Aare auf der grossen und dennoch lauschigen Terrasse – ein Sinnbild fürs Solothurner Sommerleben. Wobei sich ein Besuch auch an einem grauen Regentag lohnt: Im hohen, luftigen Innenraum kommt dank der farbenfrohen Polstermöbel bestimmt keine Tristesse auf. Auf der «Solheure»-Karte stehen Snacks und Apéro-Knabbereien, der grosse Hunger kann mit einem Burger oder einem Wrap gestillt werden. Regelmässig finden im «Solheure» Events statt, darunter «Brunch around the World» oder «Eat the Film», ein Anlass mit Filmvorführung und dazu passenden Gerichten.
Etwas versteckt, unter einem dichten Baumdach am Kreuzackerquai, liegt die «Hafebar». Seit über 20 Jahren ist diese Buvette aus dem Solothurner Sommerleben nicht mehr wegzudenken. Angezogen wird ein gemischtes Publikum, das unkompliziert zusammenkommt und oft bis spät bleibt. Wer hungrig ist, kann aus diversen einfachen Gerichten wie Rindshackbällchen, Falafel, Käsekuchen oder Fischknusperli wählen. Dazu gibt es eine breite Auswahl an Getränken – von Spritzern bis zu verschiedenen Bieren, darunter gleich fünf Varianten des lokalen Öufi-Biers.
Im historischen Kern von Solothurn liegt vieles praktisch nah beieinander. Wer durch die malerischen, verkehrsfreien Gassen bummelt, kommt unweigerlich an zahlreichen Geschäften vorbei, die zum Stöbern einladen – ideal sowohl für gezielte Einkäufe als auch für spontane Entdeckungen.
Die lange Geschichte des Geschäfts an der Hauptgasse 36 offenbart sich in der Einrichtung: Holzregale bis zur Decke, unzählige Schubladen, antike Waagen – der «Cherzen‑Jeger» ist ein Solothurner Familienbetrieb mit Wurzeln bis ins frühe 20. Jahrhundert. Im nostalgischen Interieur wird ein auserlesenes Sortiment an Delikatessen wie Tee, Schokolade, Salz, Essig und Öl feilgeboten. Darüber hinaus überrascht das Geschäft mit modernen Wohnaccessoires, darunter formschöne Vasen aus dem 3-D-Drucker des österreichischen Herstellers Sheyn. Geblieben ist die grosse Auswahl an Kerzen, die dem Laden seinen legendären Übernamen einbrachte. Ebenso gehören immer noch Tapeten zum Sortiment, wobei die modernen Wandbeläge längst den biederen Mief der 1970er-Jahre abgelegt haben. Wie mit modernen Tapeten stylische Wohn-Akzente gesetzt werden können, ist im hinteren Teil des Ladens zu sehen.
Wer glaubt, dass Unterwäsche nur ihren Zweck erfüllen, aber nicht unbedingt schön sein muss, wird im kleinen Geschäft an der Schmiedengasse 9 eines Besseren belehrt: Bei der grossen Auswahl an Slips, Boxershorts, Bustiers und Socken dominieren Farben und Muster, die gute Laune machen. Da greift niemand mehr zu simplen Modellen in schwarz oder weiss. Mit einer umsichtigen Beratung wird sichergestellt, dass jedes Teil auch gut sitzt. Loungewear, Nachtwäsche, Bademode und ein kleines Sortiment an Reiseaccessoires des holländischen Herstellers Pip Studio vervollständigen das Angebot.
Mit seinem Aussenauftritt rund um den Simsonbrunnen am Friedhofplatz ist das «Bluemeland» ein farbenfroher Blickfang der Altstadt. Üppige Pflanzen und sorgfältig arrangierte Gestecke bereichern die ohnehin malerische Umgebung. Das Sortiment reicht von saisonalen Balkon‑ und Terrassenpflanzen bis zu floralen Arrangements für besondere Anlässe. Ergänzt wird das Angebot mit passenden Gefässen und Dekorationsgegenständen.
In diesem Geschäft läuft die Kundschaft Gefahr, die Zeit zu vergessen: So umfangreich ist das Sortiment des «Chuchilade», so ausgefallen einige Produkte. Ein limitiertes Kai Shi Hou IV Messer mit einer Klinge aus 71-lagigem handgeschmiedeten Damast gibt es schliesslich nicht überall zu sehen. Einen Staubwedel aus echten Straussenfedern auch nicht. Doch auch wer beispielsweise «nur» einen Eierschneider sucht, wird fündig und hat die Qual der Wahl aus vier verschiedenen Modellen. Unter den Küchenhelfern aller Art ist das Gesuchte bestimmt dabei – und was nicht im Laden verfügbar ist, kann (meist) beschafft werden. Herzstück des Geschäfts ist die im Laden integrierte «Haute Cuisine»: eine voll funktionsfähige Küche, in der regelmässig Workshops, Events und Demonstrationen stattfinden.
«Ein Ort der schönen Dinge»: So lautet die Beschreibung des Geschäfts am Friedhofplatz auf der Webseite. Ganz ehrlich: Das ist nicht übertrieben. Lila ist ein Laden mit fast schon magischer Anziehungskraft. Wer eintritt, merkt schnell: Hier geht es weniger ums Suchen als ums Entdecken. Das Sortiment ist vielseitig und reicht von ausgewählten Wohnaccessoires über hochwertige Papeterieprodukte, Schmuck und Kleidungsstücken bis zu Kinderartikeln. Geführt mit viel Herzblut, ist «Lila» die richtige Adresse für besondere Geschenke – oder für jene kleinen Dinge, die auch den eigenen Alltag ein bisschen schöner machen.
Wer beim Kleiderkauf sowohl auf Stil als auch auf Nachhaltigkeit setzt, ist im «Carla by Caritas» an der richtigen Adresse. Der Secondhandladen punktet mit einem kuratierten, hochwertigen Sortiment und präsentiert Kleider und Accessoires übersichtlich. Zeitlose Basics sind ebenso dabei wie ausgewählte Einzelstücke – genau hinschauen lohnt sich! Insgesamt dreimal gibt es «Carla by Caritas» in der Schweiz; der Solothurner Laden befindet sich an der Schaalgasse 18. Im Gegensatz zum Caritas-Markt, in dem ausschliesslich Berechtigte einkaufen dürfen, ist «Carla by Caritas» für alle zugänglich.
Zwischen barocker Kulisse und Flusslandschaft entfaltet Solothurn seinen ganz eigenen Rhythmus. Die Aare ist allgegenwärtig und lockt die Menschen besonders im Sommer ans Wasser. Gleichzeitig prägen historische Bauten, Museen und eine lebendige Kulturszene die Stadt. Ob draussen in der Natur, auf dem Wasser oder mitten im kulturellen Geschehen: Ein Ausflug nach Solothurn bietet viel Überraschendes – oft mit einer Prise Magie rund um die Zahl 11.
Wer durch Solothurn spaziert, stösst früher oder später auf eine Besonderheit, die sich wie ein roter Faden durch die Stadt zieht: die Zahl 11. Sie gilt seit Jahrhunderten als Solothurner Glückszahl und begegnet Besuchenden an vielen Orten – zum Beispiel bei der Solothurner Uhr an der Westfassade der UBS-Filiale am Amthausplatz 1. Deren Zifferblatt zeigt nur 11 Stunden und auf den 11 Glocken wird mehrmals täglich das Solothurner Lied gespielt.
Augenfällig ist die Zahl 11 bei der St.-Ursen-Kathedrale: Sie verfügt über 11 Altäre, 11 Glocken und die Freitreppe besteht aus dreimal 11 Stufen. Insgesamt gehören 11 Kirchen und Kapellen, 11 Brunnen und 11 Türme zum Stadtbild von Solothurn. Auch die Geschichte spielt mit: Solothurn trat 1481 als elfter Stand der Eidgenossenschaft bei. Bis heute ist die Zahl im Alltag präsent. Das zeigt sich in verschiedenen Details der Altstadt oder in Zunfttraditionen. Sogar ein lokales Bier – das «Öufi» (Solothurner Dialekt für elf) – greift die Zahl auf. Wer mit offenen Augen unterwegs ist, entdeckt sie immer wieder neu.
Im barocken Landsitz Blumenstein aus dem 18. Jahrhundert etwas ausserhalb der Altstadt können Besucherinnen und Besucher dem Leben des Solothurner Patriziats nachspüren. Die Wohnausstellung zeigt die Räume und das Mobiliar einer privilegierten Familie sowie deren Dienstboten. Letztere gelangten beispielsweise über eine enge Holztreppe von Etage zu Etage, während die feinen Damen und Herren die grosszügigen Steintreppen benutzten. Das freundliche Museumspersonal erzählt gerne die eine oder andere Anekdote aus dem damaligen Alltag und weist auch auf die Besonderheiten der Wechselausstellung «Seife, Sex & Schokolade» hin, die auf unterhaltsame Weise vom Umgang mit Körpersäften erzählt.
Der Eintritt ins Museum ist kostenlos. Eine Spende in Form einer Münze in den originellen «Drachmophag» geworfen, setzt ein Gerumpel und Geklimper in Gang, das – mit etwas Glück – mit dem Auswurf eines Kaugummis endet.
Ein Museum für alle, die sich gerne verzaubern lassen: Dem berühmten Buch von Antoine de Saint‑Exupéry gewidmet, lädt das «Kleine Prinz»-Museum dazu ein, in eine poetische Welt einzutauchen. Originalillustrationen, Zitate und liebevoll inszenierte Räume machen die Geschichte erlebbar – für Kinder genauso wie für Erwachsene. Ein stiller, fast magischer Ort, der zeigt, dass die grossen Themen oft in den kleinen Dingen stecken.
Literaturgeschichte zum Anfassen: Das «Büro Bichsel» ist dem Solothurner Schriftsteller Peter Bichsel gewidmet. Wobei das «Büro Bichsel» nicht etwa dessen ehemalige Schreibstube ist, sondern ein Projekt. Es besteht aus drei Teilen: einer mobilen Ausstellung, einem Begegnungsort an der Schaalgasse 4 und einer Webseite. Im Begegnungsraum, dessen Mobiliar an Bichsels Büro erinnert, kann zweimal die Woche in den Büchern des Autors gelesen und über sein Schreiben und Wirken diskutiert werden.
Sie ist das Wahrzeichen der Stadt und kaum zu übersehen: die Kathedrale St. Ursen. Das Bauwerk prägt mit seiner markanten Treppe und der hellen Steinfassade das Stadtbild. Wer vier Franken zahlt (Erwachsene) und die 249 Stufen auf den Turm erklimmt, wird mit einem eindrücklichen Panorama belohnt: über die Dächer der Altstadt, die Aare bis hin zur Jurakette.
Entspannter geht es auf dem Wasser kaum: Die Schifffahrt von Solothurn nach Biel oder umgekehrt gilt nicht ohne Grund als eine der schönsten Flussfahrten der Schweiz. In knapp drei Stunden gleitet das Schiff durch Auenlandschaften und an malerischen Orten vorbei. Wer in Biel um 9 Uhr startet, ist rechtzeitig fürs Mittagessen und den anschliessenden Stadtbummel in Solothurn. Man kann aber auch den Tag in Solothurn auf dem Wasser ausklingen lassen: Im Sommer findet jeweils am Mittwoch eine Abendfahrt bis Grenchen und zurück statt.
Ein Schwumm in der Aare gehört im Sommer nicht nur in Bern, sondern auch in Solothurn einfach dazu – er empfiehlt sich aber nur für geübte Schwimmerinnen und Schwimmer. Wer sich von der leichten Strömung treiben lässt, erlebt die Barockstadt aus einer besonderen Perspektive. Für den Einstieg eignen sich das Freibad oder der Steg gegenüber des Krummturms, für den Ausstieg der Steg bei der Rötibrücke, wenig unterhalb des «Solheure».
Sightseeing einmal anders: Beim Urban Golf wird die Altstadt selbst zum Spielfeld. Mit Softball und Schläger geht es durch Gassen, über Plätze und entlang von Sehenswürdigkeiten – immer auf der Suche nach dem nächsten «Loch», das auch mal ein Brunnen oder ein Treppenabsatz sein kann. Der Parcours umfasst rund ein Dutzend kreativer Bahnen und verbindet Bewegung mit Entdeckung.
Der kulturelle Kalender bietet in Solothurn viel Abwechslung. Den Auftakt macht jeweils im Januar das rennommierte Filmfestival. Die Solothurner Filmtage gelten als wichtigste Plattform für das Schweizer Filmschaffen. Im Frühling folgen die Solothurner Literaturtage – ein bedeutendes mehrsprachiges Festival, bei dem das Publikum mit Autorinnen und Autoren ins Gespräch kommt. Im Spätsommer wird an den Barocktagen die barocke Kultur mit Anlässen wie Konzerten, Fechtvorführungen oder szenischen Darbietungen gefeiert. Und dann ist da noch die Fasnacht: farbig, laut und fest verankert in der lokalen Tradition. Jahr für Jahr prägen zwischen Schmutzigen Donnerstag und Aschermittwoch Guggenmusiken, Masken und Konfetti das Stadtbild.
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