Das SBB Geschäftsjahr 2024 in Zahlen
Der Jahresgewinn von 275 Millionen Franken war geprägt von der Rekordzahl der Reisenden, dem wiederum soliden Gewinn von SBB Immobilien und dem guten Ergebnis von SBB Infrastruktur Energie. Demgegenüber steht ein höherer Verlust beim Güterverkehr.
Die Verschuldung liegt wegen hohen Investitionen in Rollmaterial mit 12,1 Milliarden Franken über dem Vorjahresniveau. Der Schuldendeckungsgrad beträgt 8,2. Die SBB will die Zielvorgabe des Bundes von 6,5 bis 2030 erreichen.
Personenverkehr
Die Personenverkehrserträge haben gegenüber dem Vorjahr um 6,5 Prozent auf 3974 Millionen Franken zugenommen. Der Fernverkehr erzielte einen Gewinn von 148 Millionen Franken (2023: 117 Millionen CHF). Zurückzuführen ist dies vor allem auf die höhere Nachfrage, insbesondere im Freizeitverkehr am Wochenende. Das Ergebnis im Regionalverkehr betrug –17 Millionen Franken (2023: 23 Millionen CHF). Dies ist vor allem auf gestiegene Kosten zurückzuführen, insbesondere auf die planmässigen Instandhaltungsleistungen für das Rollmaterial, die aufgrund der Wartungszyklen in einzelnen Jahren schwanken.
Das neue Produkt Halbtax PLUS schliesst die Lücke zwischen Halbtax-Abonnement und Generalabonnement und entspricht dem Kundenbedürfnis nach mehr Flexibilität. Das von der Branche gesetzte Ziel von 52 000 verkauften Paketen per Ende 2024 wurde mit 204 800 verkauften Paketen fast um das Vierfache übertroffen. Der Umlauf der Generalabonnemente entwickelte sich entsprechend rückläufig auf 424 865 Stück per Ende 2024 (–5,0 Prozent). Die Anzahl der Halbtax-Abonnemente stieg auf einen neuen Höchststand von 3 338 282 Stück (+6,1 Prozent).
Immobilien
Das Jahresergebnis von SBB Immobilien vor Ausgleichszahlungen an die Infrastruktur (150 Millionen CHF) und Beiträgen an die Pensionskasse (78 Millionen CHF) lag mit 264 Millionen Franken leicht unter dem Vorjahr (2023: 281 Millionen CHF). Die Mieterträge Dritter nahmen um 4,6 Prozent zu. Hauptgrund waren Neuinbetriebnahmen von Wohn- und Geschäftsliegenschaften. Gleichzeitig war der Aufwand für Instandsetzung, Betrieb und Reinigung der Gebäude, insbesondere in den Bahnhöfen, höher und es fallen positive Einmaleffekte aus Verkaufsgewinnen vom Vorjahr weg.
Güterverkehr Schweiz und International
Bei SBB Cargo Schweiz verschlechterte sich das Ergebnis auf –76 Millionen Franken (2023: –40 Millionen CHF). Die Verkehrsleistung reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um 8,4 Prozent. Auch sind Sondereffekte aus dem Jahr 2023 weggefallen, nämlich der Verkauf von Rollmaterial im Umfang von 29 Millionen Franken.
Die SBB setzt auf einen starken zukunftsfähigen Schienengüterverkehr, um die Landesversorgung, Sicherheit und Klimaziele zu unterstützen. In Kombination mit der Strasse transportiert die Bahn schwere Güter auf langen Strecken. Mithilfe eines neuen Produktionsmodells und der Automatisierung wird die SBB die Kosten senken. Mit einem verlässlichen Angebot zu kostendeckenden Preisen setzt SBB Cargo Schweiz auf langfristige Partnerschaften mit Kunden. Für die finanzielle Sanierung des Einzelwagenladungsverkehrs in der Schweiz als Rückgrat der Wirtschaft ist eine vorübergehende finanzielle Unterstützung des Bundes nötig.
Die Baubranche, Chemie sowie Transitverkehre verursachten den Rückgang im nationalen Verkehr. ChemOil, eine Tochter von SBB Cargo Schweiz und grösster Schweizer Schienenlogistiker für Gefahrgut, verzeichnete 2024 erneut ein erfolgreiches Jahr, vor allem dank stärkeren internationalen Chemieverkehren in kundeneigenen Kesselwagen. Der restliche Verkehr blieb stabil.
SBB Cargo International kehrte in die Gewinnzone zurück (2024: 3,5 Millionen CHF, 2023: –2,5 Millionen CHF). Die konjunkturelle Situation vor allem in Deutschland und Italien, die Einschränkungen im Gotthard-Basistunnel sowie die steigende Bautätigkeit auf gewissen Strecken in Deutschland beeinflussten die Verkehrsleistung negativ (–5,7 Prozent gegenüber Vorjahr). Dank höherer Nebenerträge, so unter anderem aus Lokvermietungen und tieferen Bahnbetriebsleistungen, konnten die Mengenverluste im Ergebnis kompensiert werden.
Infrastruktur
Infrastruktur Netz erzielte mit 2,3 Millionen Franken das angestrebte ausgeglichene Jahresergebnis (2023: –22,9 Millionen CHF). Positiv wirkte sich die Steuerung der Unterhaltsleistungen aus. Höhere Personalkosten aufgrund der Zunahme bei Ausbau- und Erneuerungsprojekten sowie teuerungsbedingte Lohnmassnahmen belasteten das Ergebnis.
Das Jahresergebnis von Infrastruktur Energie verbesserte sich ebenfalls auf 115 Millionen Franken (2023: 77,8 Millionen CHF). Gründe sind gestiegene Produktion infolge höherer Zuflüsse, die zu geringerem Einkauf am Markt sowie tieferen Netznutzungskosten führten.
Mehr Zahlen und Fakten finden sich im SBB Geschäftsbericht auf der Website «SBB Geschäftsbericht».