Kreislaufwirtschaft: endliche Ressourcen unendlich nutzen

Natürliche Ressourcen sind begrenzt. In vielen Projekten setzt die SBB deshalb auf die Kreislaufwirtschaft: Statt immer wieder neue Rohstoffe zu verbrauchen, wird Bestehendes wiederverwendet. Wie das genau funktioniert, zeigen einige Beispiele.

Kreislaufwirtschaft (Circular Economy) bedeutet alte Bauteile, Materialien und Endprodukte nicht einfach zu entsorgen, sondern aufzubereiten und weiterzuverwenden. So lässt sich Abfall vermeiden und es muss weniger Neues produziert werden. Dies schont nicht nur die natürlichen Ressourcen, es senkt auch CO2-Emissionen und Kosten.

Geschlossene Kreisläufe bei der SBB

Die SBB hat rund 77 Millionen Tonnen Material im Umlauf, welche kreislauffähig bewirtschaftet werden sollen. Dafür braucht es ein Umdenken und Mut zur Veränderung. Die folgenden Beispiele zeigen, wie sich die SBB konkret für die Schonung von natürlichen Ressourcen einsetzt.

SBB Resale Shop: Im SBB Resale Shop gibt es alles zu kaufen, was das Bähnlerherz begehrt. Von ausrangierten Loks bis hin zu den typischen Bahnhofsuhren, die bei der SBB ausgedient haben. So kommt es, dass beispielsweise Lösch- und Rettungszüge aus der Schweiz in Norwegen ein zweites Leben bekommen.

Neugasse-Areal beim Hauptbahnhof Zürich: Auf dem Neugasse-Areal beim Hauptbahnhof Zürich stehen Lokomotiv-Remisen aus verschiedenen Bauepochen. Die alten Werkstätten sind für den Bahnbetrieb wertlos geworden. Die Baubestandteile hingegen behalten ihren Wert: Sie sollen minutiös erfasst und wiederaufbereitet werden, um dereinst am selben Ort für den Neubau einer Schule zu dienen, statt den Müllberg zu bereichern.

Entsorgungshub Zürich Hardfeld: Mitten in der Zürcher City betreibt die Firma Spross Debag AG Zürich einen Entsorgungshub und nimmt neben Bauschutt neu auch Altglas, Altpapier und diverse andere Entsorgungsmaterialien entgegen. Egal ob eine ganze LKW-Ladung oder nur Kleinmengen. Die Güter werden gesammelt, sortiert, verarbeitet und anschliessend in einem Bahnbehälter durch SBB Cargo zum Endabnehmer transportiert.

Partnerschaft mit Madaster: Seit 2019 ist die SBB strategischer Partner von Madaster Schweiz. Madaster baut ein Online-Materialkataster für Gebäude und Infrastrukturen auf. So schafft Madaster Transparenz und fördert die Kreislauffähigkeit von Bauten und Anlagen, indem die Wiederverwendung und der Werterhalt der Materialien gesichert werden. Aus den Materialien von alten Gebäuden können so neue entstehen.

EW IV Sanierung: In Olten wurden 95 Bahnwagen des Typs EW IV saniert. Bis im Mai 2023 sollen weitere 108 Fahrzeuge aufgewertet statt entsorgt werden. Damit wird nicht nur die Fahrzeugverfügbarkeit sichergestellt, sondern auch natürliche Ressourcen geschont.

Asphalt: Die graue Maus unter den Baustoffen: Ob Naturasphalt oder künstliche Mischung: Die Herstellung dieses Baustoffs braucht viele Ressourcen. Für Perrons und Bauten der SBB ist er - wortwörtlich - grundlegend. Die SBB ist eine Vorreiterin im Asphaltrecycling: Seit 2020 verwendet sie bei Perrons Recyclingasphalt für 60 Prozent der unteren Tragschicht und 40 Prozent der sichtbaren Deckschicht. Gegenüber einem Perron aus Frischasphalt kann die SBB so die Umweltbelastung um einen Viertel senken.

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Direkter Nutzen für Kundinnen und Kunden

Innerhalb der SBB werden vermehrt auch Ideen umgesetzt, welche nicht nur dem Gedanken der Kreislaufwirtschaft Rechnung tragen, sondern auch einen konkreten Nutzen für Kundinnen und Kunden bieten. Die Auswahl zeigt, dass sich das Thema Nachhaltigkeit bei der SBB nicht nur auf das Mobilitätsangebot beschränkt.

Trinkbrunnen: Mal sind sie aus Metall, mal aus Beton und dann wieder kunstvoll aus Stein gemeisselt: Die Brunnen an den SBB Bahnhöfen gibt es in allen Formen und Farben. So kann die eigene Flasche immer wieder gefüllt und der PET Verbrauch reduziert werden.

Fallblatt-Uhren: Die Fallblattanzeiger waren Jahrzehnte lang im Einsatz bevor sie im vergangenen Jahr von digitalen Anzeigen abgelöst wurden. Doch wer denkt, dass die Fallblätter auf dem Abfallhaufen landen, liegt falsch: SBB Anyway demontiert, zerlegt und baut sie zu einer einzigartigen Uhr zusammen. Damit lebt auch ein Stück Bahngeschichte weiter.

SBB Bücherschränke: Die SBB Bücherschränke an den Standorten Bern, Basel, Olten, Aarau und Schaffhausen sorgen dafür, dass gebrauchte Bücher nicht einfach weggeworfen, sondern weitergegeben und immer wieder gelesen werden.

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