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Zwischen Komfort und Komplexität: Die Vectron im Lokführer-Check
Zwischen Komfort und Komplexität: Die Vectron im Lokführer-Check

Seit gut einem halben Jahr sind die Vectron Streckenlokomotiven bei SBB Cargo Schweiz im Einsatz. Wie steht es um die Zuverlässigkeit der Mietlokomotiven? Funktioniert die Klimaanlage? Und wo gibt es Verbesserungsbedarf? Wir haben bei Lokführern nachgefragt.

Matthias Meier (Text)Gilles Durgniat (Fotos)

Ein Güterzug von SBB Cargo Schweiz fährt mit zwei Vectron Lokomotiven in Doppeltraktion in der Region West.
Im Depot Lausanne Triage posiert der Lokführer Gilles Durgniat vor einer Vectron Streckenlokomotive. Er steht lächelnd und mit verschränkten Armen neben der Leiter, die zum Führerstand führt. Es ist erkennbar, dass die Lok neu ist.

«Es ist das erste Mal, dass ich eine neue Streckenlok kennenlernen durfte.» Gilles Durgniat posiert vor der Vectron.

Stolz posiert Gilles Durgniat vor seinem neuen Arbeitsgerät, der Vectron Br193. «Ich bin jetzt seit fast 18 Jahren bei SBB Cargo», erzählt der Lokführer vom Team Lausanne Triage. «Es ist das erste Mal, dass ich eine neue Streckenlok kennenlernen durfte.» Seit seiner Schulung Ende November 2024 ist Gilles regelmässig mit einer der modernen Mietlokomotiven unterwegs. Rund ein Viertel seiner Touren macht er mit der Streckenlok von Siemens – nach Genf, ins Wallis, am Jurasüdfuss oder auch nach Romont. Was unterscheidet die neue Lok von den Altbauloks? «Das Fahrgefühl mit der Vectron ist ganz anders als mit unseren Re420 und Re620. Die neue Lok läuft sehr ruhig und reagiert schnell», so Gilles. Und natürlich habe die Technik in den letzten 50 Jahren einen Quantensprung gemacht. Darauf muss sich das Lokpersonal anpassen: «Bei unseren älteren Lokomotiven gibt der Lokführer die Befehle und die Lok reagiert. Bei den Vectron müssen wir mit dem Fahrzeug zusammenarbeiten: Wenn der Rechner einen Neustart fordert, bewegt sich die Lok nicht.»

Gilles schätzt an der Vectron insbesondere den komfortablen Arbeitsplatz im Führerstand: «Man hat viel mehr Platz, und die Klimaanlage funktioniert stets tadellos. Was ich vermisse, sind Rückspiegel für eine bessere Übersicht über den Zug.» Gewöhnungsbedürftig ist für die Lokführer:innen hingegen die neuste Version des eingebauten Zugsbeeinflussungssystems (ETCS). «Die Bedienung ist anders, man muss sich umgewöhnen und zum Teil auch die Geschwindigkeitsschwellen auf den Strecken anpassen. Das braucht Übung.»

Die Vectron ist nun viel stabiler unterwegs

Das Lokpersonal wird in den nächsten Monaten in der ganzen Schweiz vermehrt Gelegenheit erhalten, die nötige Erfahrung mit der Lokomotive auf der Strecke zu sammeln. «Ab Ende Juni sind deutlich mehr Vectrons im Betrieb verplant», sagt Andreas Schenker, der die Einführung der neuen Lokomotive seitens Asset Management koordiniert. «Im ersten Halbjahr hatten wir acht Vectrons in der Produktion. Jetzt erhöhen wir auf 20. Das Ziel ist es, bis Ende Jahr bei stabilem Betrieb alle 35 Vectrons produktiv einzusetzen.»

«Wir sind viel stabiler unterwegs. Es gibt immer weniger Fälle, in denen die Lok aus technischen Gründen nicht einsatzfähig ist.»
Andreas Schenker, Projektleiter

Das sind gute Aussichten, nachdem der Start der ersten neuen Fahrzeuge im Winter holprig verlief. «In den ersten Monaten hatten wir mit ETCS-Störungen auf der Lok zu kämpfen. Die Ursache waren Fehler der Soft- und Hardware», so Andreas Schenker. Im April machte der Hersteller Siemens auf allen Loks Software-Updates und ersetzte teilweise Kabel. «Seither sind wir viel stabiler unterwegs. Es gibt immer weniger Fälle, in denen die Lok aus technischen Gründen nicht einsatzfähig ist.» Jetzt gelte es, die Häufigkeit von Störungsmeldungen auf der Br193 weiter zu verringern. Dazu analysiert Andreas zusammen mit dem Hersteller Siemens die Ursachen von jeder einzelnen Fehlermeldung: «Wir sehen, dass es immer weniger werden, je mehr Kilometer die Lokführerinnen und Lokführer mit dem Fahrzeug absolvieren.»

Stark auf der Strecke – schwerfällig beim Manövrieren

Inzwischen sind rund 350 Lokführer:innen von SBB Cargo Schweiz auf der Vectron geschult. Einer von ihnen ist Daniel Wüst vom Depot Rangierbahnhof Limmattal (RBL). Er kennt die Br193 zwar schon aus seiner Zeit vom Depot Goldau für Leistungen für SBB Cargo International, «die Schulung hat trotzdem gutgetan, auch weil das ETCS im Fahrzeug anders zu bedienen ist. Daran muss man sich gewöhnen.» Seit der Ausbildung ist Daniel schon einige Touren mit der Vectron in der Region Ostschweiz gefahren: «Technisch hat alles gut funktioniert. Es ist ein topmodernes Fahrzeug mit einer hohen Leistung.» Er lobt die Ruhe und den Komfort im Führerstand.

Lokführer Daniel Wüst vom Depot RBL sitzt im Führerstand der Vectron Lokomotive. Er blickt nach rechts in die Kamera und lächelt, während seine Hände an den Bedienelementen der Lok sind. Im Hintergrund erkennt man das Seitenfenster des Führerstands.

Daniel Wüst schätzt den Komfort im Führerstand der Vectron. Das Manövrieren mit dem modernen Fahrzeug sei hingegen weniger übersichtlich als mit älteren Loks.

Gibt es an der Vectron auch Elemente, die weniger überzeugen? «Unter anderem ist das Seitenfenster in der Führerstandstüre zu weit hinten platziert, sodass man einen weniger guten Überblick über den Zug hat», berichtet Daniel. «Allgemein ist das Manövrieren mit der Vectron unübersichtlicher als mit den Altbauloks. Die Vectron hat ihre Stärken auf der Strecke von A nach B, nicht im Rangierbetrieb.» Und auch Daniel hat noch da und dort seine Mühe mit dem neuen ETCS: «Die Hard- und Software dieses Systems sind meiner Meinung nach für den täglichen Gebrauch noch nicht fertig ausgereift und weniger bedienerfreundlich als in älteren Loks.» Er sieht auch einen klaren Verbesserungsbedarf: «Beim Quittieren von Signalen auf der Strecke reagiert das System manchmal mit zu grosser Verzögerung. Wir haben nur drei Sekunden um zu reagieren. Mit dieser technischen Verzögerung im System kann es vorkommen, dass die Lok dann automatisch bremst.»

ETCS-Aktualisierung im Jahr 2026

Projektleiter Andreas Schenker kennt das Problem. Es betreffe alle modernen Loks und sei auf internationale Sicherheitsvorgeben zurückzuführen. «Wir sind uns bewusst, dass es für die Lokführenden anspruchsvoll ist, rechtzeitig zu quittieren. Der ETCS-Hersteller Alstom hat für Mitte 2026 eine Aktualisierung des Systems angekündigt.» Dann sollte auch dieser Mangel behoben und die Vectron die erhoffte, zuverlässige Verstärkung sein. Darauf freut sich auch Gilles Durgniat: «Wenn diese Latenz vor den Signalen noch behoben wird, ist es eine sehr gute Streckenlok.»

Wettbewerb: Gewinne ein Vectron-Modell von Piko!

Freust du dich auch jedes Mal, wenn du eine unserer neuen Vectron Lokomotiven auf den Gleisen spottest? Jetzt hast du die Chance, ein elektrisches Modell der Lok von Piko fürs Wohnzimmer zu gewinnen. Nimm bis am 29. Juni 2025 am Wettbewerb teil. Der Gewinner oder die Gewinnerin wird bis am 1. Juli 2025 persönlich benachrichtigt. Viel Glück!

Hier geht es zum Wettbewerb!

«Die Vectron Streckenlokomotiven stehen bereit» | SBB News«SBB Cargo mietet 35 neue Vectron-Lokomotiven» | SBB News
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