Bei einem Ereignis auf dem Schienennetz steigt Nadine Inderbitzin nicht in den Lösch- und Rettungszug (LRZ), sondern nimmt vom Büro oder Notfallstab aus telefonischen Kontakt mit den Beteiligten auf. So gibt sie die nötigen Anweisungen, damit der Einsatz bestmöglich abläuft. Nadine nennt ein Beispiel: «Als bei einem Unwetter ein Zug in einem Erdrutsch auf der Strecke zwischen Cadenazzo und Luino stecken blieb, musste der beschädigte Zug nach der Evakuierung der Reisenden sicher geborgen werden. Wegen der instabilen Lage und der Gefahr weiterer Erdrutsche beurteilten wir zunächst die geologische Situation und inspizierten den Einsatzort via Helikopter, bevor wir entschieden, wann und wie die Bergung durchzuführen ist.»
Es ist an ihr, schwierige Entscheidungen zu treffen und dafür zu sorgen, dass die Einsätze erfolgreich durchgeführt werden, und das in einem männerdominierten Umfeld. «Seit ich bei der Bahn bin, arbeite ich eng mit Teams zusammen, die hauptsächlich aus Männern bestehen, das ist für mich normal. Auch in meiner Führungsfunktion hatte ich nie Probleme oder das Gefühl, diskriminiert zu werden», erklärt sie. Im Übrigen kann sie auf ihre langjährige Erfahrung bauen. Denn Nadine Inderbitzin ist nicht zufällig da, wo sie heute ist. Sie arbeitet seit über 30 Jahren bei der SBB und hat verschiedene Bereiche gesehen. Sie hat von Anfang an zur Neuorganisierung der Intervention beigetragen und seit 2008 aktiv an der Professionalisierung des Bereichs, von der Milizfeuerwehr bis zur Organisation der Intervention, wie wir sie heute kennen, mitgewirkt. «Ich bin Feuerwehrfrau mit Leidenschaft, will helfen, wo ich kann, und bin immer mit dem Herzen dabei – diesen Milizgeist haben wir geerbt und bewahrt», unterstreicht Nadine.



