Ende April hat SBB Cargo das Dossier zur Erarbeitung der Vernehmlassungsvorlage «Automation Schienengüterverkehr Schweiz» dem BAV zur weiteren Bearbeitung übergeben. In sechs intensiven Monaten Arbeit bewertete das bereichsübergreifende «Powerteam Automation» anhand verschiedener Migrationsvarianten die produktionelle und technische Machbarkeit der Migration von digitaler automatischer Kupplung (DAK), automatischer Bremsprobe (ABP) und von weiteren Automationselementen. In ihrer Analyse kommt das Powerteam zum Schluss, dass die Migration der Automation im Schweizer Schienengüterverkehr in maximal fünfeinhalb Jahren in mehreren Phasen möglich ist. Vorausgesetzt, dass die gesamte Güterverkehrsbranche mitzieht sowie die finanzielle Unterstützung des Bundes vorliegt.
Der Hintergrund: Mit der Annahme der Motion von Ständerat Josef Dittli (FDP) hatte der Bundesrat den Auftrag erhalten, dem Parlament ein Konzept für die Finanzierung und für die koordinierte Umsetzung technischer Neuerungen im Schienengüterverkehr zu unterbreiten. Unter der Leitung des BAV wurde ein Projekt gestartet, das diesen Auftrag erfüllen soll. In einer Absichtserklärung haben das BAV und die Verbände VAP und VöV erklärt, dieses Projekt gemeinsam zu verantworten. Ziel ist es, dass Konzept und Anträge zur Finanzierung bis Ende 2023 dem Parlament vorgelegt werden können.
Wie geht es weiter? Zur weiteren Unterstützung des BAV-Projekts beim Vernehmlassungsverfahren und bei der Erarbeitung der Botschaft zuhanden des Bundesrats und Parlaments wird bei SBB Cargo als Nachfolge des Powerteams eine abteilungsübergreifende Projektgruppe aufgebaut. Diese wird die Migration der Automation im Schienengüterverkehr auch weiter ausarbeiten.
Wenn der politische Prozess, wie derzeit geplant, bis 2025 abgeschlossen werden kann, ist die Einführung von DAK und weiteren Automationskomponenten für erste Verkehre ab Ende 2026 vorgesehen.



