Die SBB steht heute auf einer soliden Basis. Das erste Halbjahr 2026 zeigt die operative Stärke der Bahn mit anhaltend steigender Nachfrage, hoher Pünktlichkeit und einem deutlich verbesserten finanziellen Ergebnis. Auch verläuft die Neuausrichtung des Güterverkehrs planmässig, mit einem erstmals seit vielen Jahren wieder ausgeglichenen Ergebnis. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Mobilität weiter, der Rückstand beim Substanzerhalt wächst und hohe Investitionen in Infrastruktur, Rollmaterial und Digitalisierung stehen an.
Verwaltungsratspräsident André Wyss leitet daraus drei strategische Schwerpunkte für die Weiterentwicklung der SBB ab – mit dem Ziel, auch langfristig das Rückgrat der nachhaltigen Mobilität der Schweiz zu bleiben.
Die SBB verbindet Menschen, Regionen und Wirtschaft zuverlässig und klimafreundlich. Diese Verlässlichkeit ist keine Selbstverständlichkeit. Deshalb haben der Erhalt und die Modernisierung der bestehenden Infrastruktur Vorrang. Ausbau bleibt notwendig; ausgebaut werden soll dort, wo der Nutzen für Kundinnen und Kunden sowie für die Schweiz am grössten ist.
Um die weiter steigende Nachfrage zu bewältigen, wird zusätzliche Infrastruktur allein nicht genügen. Digitalisierung, neue Technologien und neue Mobilitätslösungen sollen helfen, das bestehende System besser zu nutzen, die Zuverlässigkeit weiter zu erhöhen, zusätzliche Kapazitäten zu schaffen und das Reisen für Kundinnen und Kunden einfacher zu machen.
Die SBB braucht ausreichenden finanziellen Handlungsspielraum, um langfristig investieren und ihren Auftrag für die Schweiz erfüllen zu können. Dazu wird sie ihre Effizienz weiter steigern, Investitionen konsequent priorisieren und gemeinsam mit dem Eigner tragfähige Rahmenbedingungen schaffen.
Verwaltungsratspräsident André Wyss sagt: «Die SBB ist heute stark aufgestellt. Entscheidend ist, dass wir diese Stärke langfristig sichern und die Bahn auch für kommende Generationen verlässlich, innovativ und finanziell handlungsfähig bleibt.»
Das erste Halbjahr 2026 ist für die SBB operativ und finanziell erfreulich ausgefallen. So hat die Nachfrage nach Mobilität im ersten Halbjahr 2026 weiter zugenommen: Täglich waren durchschnittlich 1,45 Millionen Reisende in Zügen der SBB unterwegs, 4,0 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2025 (1,39 Millionen).
Die Reisenden waren im ersten Halbjahr 2026 zufriedener als im Vorjahr: Die Kundenzufriedenheit stieg auf 80,1 Punkte (2025: 79,9 Punkte). Dazu trugen unter anderem stabilere Betriebsabläufe, verbesserte Informationen bei Störungen und zusätzliche Sitzplätze auf stark nachgefragten Verbindungen bei.
Die Pünktlichkeit im Personenverkehr blieb auf hohem Niveau. Die Zugspünktlichkeit lag bei 94,1 Prozent und damit nur 0,4 Prozentpunkte unter dem herausragenden Wert des ersten Halbjahres 2025. Gründe für die stabile Pünktlichkeit sind die hohe Zuverlässigkeit der Infrastruktur und des Rollmaterials sowie eine gute Planung der Baustellen. Negativ wirkten sich technische Störungen, witterungsbedingte Einflüsse und Verspätungen im grenzüberschreitenden Verkehr aus.
Das Sicherheitsniveau konnte trotz Herausforderungen durch Aggressionen, Gewalt und Cyberbedrohungen insgesamt gehalten werden. Schwere Unfälle und ein tödlicher Arbeitsunfall führten der SBB aber deutlich vor Augen, dass sie der Sicherheit weiterhin höchste Priorität beimessen muss. Die SBB verstärkt deshalb Präventionsmassnahmen, Schulungen und technische Schutzsysteme, zudem arbeitet sie eng mit Partner-organisationen zusammen.
Das Halbjahresergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert: Die SBB erzielte im ersten Halbjahr 2026 einen Gewinn von 126 Millionen Franken (erstes Halbjahr 2025: 48 Millionen Franken). Dazu trugen die wachsende Nachfrage im Personenverkehr, ein positives Immobilienergebnis sowie eine deutliche Ergebnisverbesserung im Güterverkehr bei.
Die finanzielle Lage bleibt trotzdem angespannt: Um den steigenden Investitionsbedarf für die Erneuerung grosser Flotten und den sich abzeichnenden Ausbau des Angebots zu decken, benötigt die SBB mittelfristig einen Gewinn von jährlich rund 500 Millionen Franken; langfristig muss dieser noch höher ausfallen. Nur so kann sie ihre Verschuldung stabilisieren und gleichzeitig zielgerichtet in die Zukunft investieren.
Die Neuausrichtung des Schienengüterverkehrs verläuft planmässig. Per Anfang 2026 hat die SBB den kombinierten Verkehr (KV) neu ausgerichtet und den Testbetrieb des KV-Shuttles auf der Nord-Süd-Achse gestartet. Wie bereits kommuniziert, wird nach dem KV auch der nationale Einzelwagenladungsverkehr (EWLV) neu ausgerichtet. Das neue Produktionsmodell wird die Wirtschaftlichkeit ab Dezember 2026 verbessern und dazu beitragen, das vom Bund vorgegebene Ziel eines eigenwirtschaftlichen Güterverkehrs bis 2033 zu erreichen. Auch die laufende Erneuerung des Rollmaterials wird zu diesem Ziel beitragen. Ein wichtiger Schritt in der Neuausrichtung erfolgt mit der Wiedereingliederung in den Konzern (siehe Information in der Box unten).
Die Nachfrage nach internationalen Bahnreisen steigt ebenfalls weiter. Im ersten Halbjahr 2026 waren mehr Reisende unterwegs als im Vorjahr (2026: 6,02 Millionen Reisende, +1,3 Prozent gegenüber 2025). Die SBB baut das Angebot gemeinsam mit ihren Partnerbahnen weiter aus.
Die SBB stellt die Verlässlichkeit des Bahnsystems auch künftig ins Zentrum. Der Ausbau der Bahn bleibt notwendig, um die steigende Nachfrage zu bewältigen und künftige Engpässe zu vermeiden. Die SBB nimmt die Vernehmlassung zum Bahnausbau «Verkehr 45» zur Kenntnis und bringt ihre Expertise in die Planungen des Bundes ein. Dabei gilt: Der Erhalt der bestehenden Infrastruktur hat Vorrang. Eine leistungsfähige bestehende Infrastruktur bildet die Grundlage für jeden weiteren Ausbau. Die SBB setzt sich für Lösungen ein, die einen hohen Kundennutzen bieten, tragbare Folgekosten verursachen und eine langfristige Perspektive haben.


