Zoo Zürich: Viel mehr als ein lebendiges Museum

Der letzte Zoobesuch von Andreas Eggimann – Projektleiter Events bei SBB RailAway – liegt etliche Jahre zurück. Umso gespannter ist er auf den Blick hinter die Kulissen des Zoos Zürich im Rahmen des 20-Jahre-Jubiläums von RailAway.

Beginn einer Bildergalerie

Ab dem Hauptbahnhof Zürich bringt mich das Tram 6 direkt zum Zoo Zürich. Bequemer geht die Anreise kaum. Ab der Tramhaltestelle «Zoo» folge ich einfach den unübersehbaren gelben Hufspuren und gelange nach einem kurzen Spaziergang zum Eingang. Ich bin überrascht, wieviel bereits los ist kurz vor der Öffnung des Zoos um 9 Uhr morgens. Vor dem Eingang erwartet mich der Leiter Edukation, Dr. Martin Bratteler. Nach einer kurzen Begrüssung eilen wir direkt zur neusten Attraktion des Zoos, die afrikanische Lewa-Savanne.


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Die Lewa-Savanne

Noch ist alles sehr ruhig. Zahlreiche Tiere trotten gemütlich durch die künstliche Savanne, knabbern an Zweigen oder Faulenzen in der Morgensonne. Der Ausblick auf die wunderbar gestaltete Landschaft ist überwältigend. Die afrikanische Lewa-Savanne ist mit einem der acht Schwerpunktprojekte für Natur- und Artenschutz verbunden und die neuste Anlage im Zoo Zürich, sie wurde erst am 8. Juni 2020 eröffnet.  Die eindrückliche Anlage erstreckt sich über 5,6 Hektaren und beherbergt 15 Tierarten. Gemäss Dr. Bratteler sind zahlreiche Tiere vom Aussterben bedroht; aufgrund ihrer Felle und Hörner werden sie gejagt. Der Zoo Zürich engagiert sich daher seit 1998 im Lewa Wildlife Conservancy in Kenia für die Erhaltung der natürlichen Lebensräume und den Schutz der bedrohten Tierarten. Als Zoo-Besucher tauche ich ein in die afrikanische Landschaft und fühle mich an einen anderen Ort versetzt, während die Breitmaulnashörner, Netzgiraffen, Impalas und Grevyzebras an mir vorbeiziehen.

Wussten Sie, dass die Haut der Nashörner bis zu 4.5 cm dick sein kann und das Streifenmuster jedes Zebras so einzigartig ist, wie der Fingerabdruck bei Menschen? Ich nicht.

Vor dem Gehege der Stachelschweine treffen wir auf einen Tierpfleger. Dieser ist unterwegs zur morgendlichen Fütterung. Mit einer Glocke versuchen wir, die Stachelschweine anzulocken. Diese wollen anscheinend lieber ausschlafen, daher müssen wir ein zweites Mal läuten. Dann kommen die Stachelschweine angerannt und lassen sich geduldig mit Salat füttern. Streicheln will man sie lieber nicht bei den Stacheln mit Widerhaken. Die Fütterung der Stachelschweine und Giraffen wird übrigens künftig auch für Besucher möglich sein.

Die grossen Stars der Lewa-Savanne sind die Erdmännchen, welche den ganzen Tag wie wild buddeln und für viele Lacher bei den kleinen und grossen Zoobesuchern sorgen, wie mir Dr. Bratteler sagt.

Blick hinter die Kulissen im Masoala-Regenwald

Nach dem Mittagessen darf ich mit anpacken. Zusammen mit dem Tierpfleger Francesco kümmere ich mich erst um die Reinigung der Aquarium-Scheiben im Masoala-Regenwald. Schnell stellt sich heraus, dass dies keine einfache Arbeit ist. Speziell die Reinigung der Innenscheibe benötigt sehr viel Muskelkraft, da der Schaber, der die Rückstände entfernt, von aussen durch Magnetkraft bewegt wird. Ich bin beeindruckt, wie locker Francesco dies macht.

Anschliessend geht es mit der Tierpflegerin Natascha auf eine erste Futterexpedition Masoala Regenwald. Das vorbereitete Futter besteht aus viel Gemüse wie Karotten, Randen, Tomaten und Früchten. Bei tropischen Bedingungen kämpfen wir uns durch den Regenwald zu den einzelnen Futterstationen. Bei jedem Schritt habe ich Angst, auf einen Gecko oder ein Chamäleon zu treten, die überall und vor allem gut getarnt anzutreffen sind. Die Futterstationen bestehen aus übereinander geschichteten Körben, die in den Bäumen hängen. Sie werden von den Tierpflegern immer wieder neu platziert, um den Tieren die Nahrungssuche nicht zu einfach zu gestalten.

Kaum bei den ersten Futterstationen angekommen, bemerken uns die schlauen Roten Varis. Frech und ohne Scheu schwingen sie sich neben uns auf die Futterstation und picken sich die köstlichsten Bissen heraus. Besonders die süssen Früchte und Randen haben es ihnen angetan. Fortan folgen sie uns und stöbern an jeder Futterstation nach Leckerbissen.

Die Aldabra-Riesenschildkröten bringen mich zum Staunen. Gemeinhin als eher langsam bekannt, verschlingen sie unser Futter in Windeseile. Francesco erklärt mir, dass die Schildkröten sogar klettern können. Wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt haben, dann hängen sie auch mal zwei Tage an einem Hindernis, bis sie es überwinden.

Im Masoala-Regenwald leben über 50 Wirbeltierarten und insgesamt rund 300 Individuen. Zudem gibt es über 500 Pflanzenarten zu bestaunen. Ich bin beeindruckt wieviel Francesco und Natascha darüber wissen und mit welchem Herzblut sie ihre Arbeit ausführen. Das hohe Engagement der Zoo-Mitarbeitenden ist an jedem Ort im Zoo spürbar. Ich bin begeistert vom Einblick und werde auf jeden Fall schon bald wieder hier anzutreffen sein. Sie ebenfalls?


Mit Andreas einen Tag im Zoo Zürich

Andreas arbeitet im Event-Team bei SBB RailAway und kümmert sich bei Grossveranstaltungen um die An- und Rückreise mit dem ÖV.