Update 24. September 2023, 16.00 Uhr
Mehrere hundert Fachleute waren die letzten Wochen im Gotthard-Basistunnel im Einsatz. Am 24. September 2023 konnten die aufwändigen Räumungs- und Bergungsarbeiten beendet werden. Alle 30 Wagen wurden aus dem Tunnel geborgen, alle Güter und beschädigten Anlageteile auf der rund 8 km langen Unfallstelle geräumt. Auch die Reinigungsarbeiten sind abgeschlossen. Nun folgen bis Mitte Oktober die detaillierte Schadensaufnahme sowie die Planung der Wiederinstandsetzungsarbeiten. Diese Arbeiten werden anschliessend mehrere Monate in Anspruch nehmen.
Seit der Entgleisung eines Güterzugs im Gotthard-Basistunnel am 10. August 2023 werden die Personenverkehrszüge zwischen der Deutschschweiz und dem Tessin über die Panoramastrecke umgeleitet. Um während der Spitzentage im Herbst mehr Sitzplätze zu schaffen, setzt die SBB Zusatzzüge über die Panoramastrecke ein.
Während den Deutschschweizer Herbstferien ist die Nachfrage auf der Gotthard-Strecke besonders hoch. Aus diesem Grund setzt die SBB an den Samstagen 30. September, 7. Oktober und 14. Oktober 2023 je drei Zusatzzüge über die Gotthard-Panoramastrecke ein. Die Zusatzzüge entlasten die drei Eurocity-Züge ab Zürich nach Lugano zwischen 7.33 und 9.32 Uhr und verkehren jeweils rund 10 Minuten nach diesen. Für Reisende ab Zürich ins Tessin können dadurch rund 2400 beziehungsweise fünf Prozent zusätzliche Sitzplätze angeboten werden.
Da die Kapazitäten auf den Schienen beschränkt sind, verlängert sich die Reisezeit in den Zusatzzügen um rund 15 Minuten. Die genauen Fahrzeiten sind im Online-Fahrplan und im SBB Kundenartikel «Entgleisung im Gotthard-Basistunnel: Alles, was Sie für Ihre Reise wissen müssen» ersichtlich.
Die SBB empfiehlt den Reisenden, Sitzplätze in den fahrplanmässig verkehrenden Zügen zu reservieren. Dies ist für Züge, die ab dem 29. September 2023 verkehren, wieder möglich. Kurzentschlossenen empfiehlt sie, mit den Zusatzzügen zu reisen. Dennoch kann es je nach Wetterverhältnissen aufgrund des Ferienverkehrs vereinzelt zu Stehplätzen kommen. Die SBB bittet dafür um Entschuldigung und dankt den Reisenden für das Verständnis.
Vom 21. bis 24. September 2023 findet in Bellinzona das Eidgenössische Volksmusikfest statt. Hierfür setzt die SBB am Samstag, 23. September, und Sonntag, 24. September 2023, je zwei Extrazüge über die Gotthard-Panoramastrecke ein. Sie verkehren am Samstagmorgen von Zürich beziehungsweise Luzern nach Bellinzona sowie am Sonntagnachmittag von Bellinzona nach Zürich. Die Extrazüge sind im Online-Fahrplan ersichtlich. Auch hier kommt es aufgrund der beschränkten Kapazitäten auf den Schienen zu längeren Fahrzeiten.
Zusammen mit dem Bundesamt für Verkehr ist die SBB weiterhin daran, zu prüfen, ob Personenverkehrszüge wieder die Oströhre des Gotthard-Basistunnels befahren können. Eine Prognose dazu ist derzeit noch nicht möglich.
Räumungs- und Bergungsarbeiten sind im Terminplan
Die aufwändigen Räumungs- und Bergungsarbeiten an der Unfallstelle in der Weströhre schreiten planmässig voran. Sie können voraussichtlich am Sonntag, 24. September 2023, abgeschlossen werden. Danach erfolgt eine detaillierte Schadensaufnahme der gesamten Tunnelinfrastruktur sowie die Instandsetzungsarbeiten auf der rund 8 Kilometer langen Unfallstelle. Diese Arbeiten werden mehrere Monate in Anspruch nehmen.
Vor einem Monat entgleiste im Gotthard-Basistunnel ein Güterzug. Seit zwei Wochen wird die unbeschädigte Oströhre wieder vom Güterverkehr befahren. Für Reisezüge werden Lösungen gesucht, damit auch diese am Wochenende durch den Basistunnel verkehren können. Eine zeitliche Prognose ist nicht möglich. Die aufwändigen Räumungsarbeiten an der Unfallstelle in der Weströhre kommen plangemäss voran.
Die aufwändigen Räumungs- und Bergungsarbeiten an der Unfallstelle in der Weströhre dauern voraussichtlich bis gegen Ende September. Gearbeitet wird im Zweischichtbetrieb an sieben Tagen in der Woche. 22 Wagen und zwei Lokomotiven konnten bereits aus dem Tunnel geschafft werden. Derzeit befinden sich noch 8 Wagen im Tunnel. Mehrere Wagen wurden so stark zerstört, dass sie vor dem Abtransport noch im Tunnel zerlegt werden müssen. Die Bergung der Wagen erfolgt via Südportal, das rund 15 Kilometer von der Unfallstelle entfernt ist. Dazu musste stellenweise ein provisorisches Gleis erstellt werden.
Parallel zu diesen Arbeiten ist die SBB an der Detailaufnahme der entstandenen Schäden. Damit kann unmittelbar nach Ende der Räumungs- und Bergungsarbeiten Ende September mit der Instandsetzung der beschädigten Bahnanlagen begonnen werden. Sobald die SBB das genaue Schadensbild kennt, kann sie das zusätzlich erforderliche Ersatzmaterial bestellen. Die SBB besitzt zwar Reservematerial, jedoch nicht in der Menge, die für diese ausserordentlichen Instandsetzungsarbeiten erforderlich ist. Bis die Schäden behoben sind, wird es wie bereits kommuniziert mehrere Monate dauern.
Zum Schadensausmass kann die SBB noch keine Angaben machen. Sie wird zu gegebener Zeit darüber informieren.
Güterverkehr rollt mit Einschränkungen durch Basistunnel
Seit dem 23. August können jeweils vier Güterzüge nacheinander durch die unbeschädigte Oströhre verkehren. Anschliessend folgen vier Güterzüge von der Gegenrichtung. Derzeit verkehren rund 90 von maximal möglichen 100 Güterzügen pro Tag durch den Gotthard-Basistunnel. Über die Gotthard Panoramastrecke verkehren zusätzlich rund 15 bis 20 Güterzüge pro Tag. Die SBB setzt zusammen mit den Partnern alles daran, die Situation für den Güterverkehr weiter zu verbessern.
Damit der Verkehr über die Gotthard-Achse möglichst wenig eingeschränkt wird, hat die SBB mehrere im Herbst geplante Baustellen zeitlich verschoben oder angepasst.
Reisezüge bieten genügend Sitzplätze
Reisezüge werden nach wie vor über die Gotthard-Panoramastrecke umgeleitet und sind dadurch eine Stunde länger unterwegs. Die Personenzüge bieten aktuell genügend Sitzplätze und verkehren mit längerer Reisezeit pünktlich. Der Online-Fahrplan ist bis zum Fahrplanwechsel im Dezember angepasst. Die SBB sucht jedoch zusammen mit dem BAV mit Hochdruck nach sicheren Lösungen für ein angepasstes Rettungskonzept, damit auch Reisezüge baldmöglichst die Oströhre befahren können. Eine zeitliche Prognose ist nicht möglich. Die Sicherheit hat oberste Priorität. Sobald eine Lösung gefunden ist, prüft die SBB, Reisezüge am Wochenende durch den Tunnel fahren zu lassen, wenn die Nachfrage am höchsten ist und gleichzeitig deutlich weniger Güterzüge unterwegs sind.
Seit dem 1. September ist der Jahresfahrplan 2024 auf öv-info.ch verfügbar. Die Fahrplandaten der Strecken über den Gotthard sind noch nicht der neuen Situation angepasst worden, sondern entsprechen der ursprünglichen Planung.
Am 22. August 2023 um Mitternacht ist die Oströhre für den Bahnverkehr freigegeben werden. Kurz nach der Freigabe fuhren die ersten Güterzüge durch den Tunnel. Ab heute können knapp 100 Güterzüge pro Tag durch den Gotthard-Basistunnel verkehren. Im Reiseverkehr über die Panoramastrecke werden morgen Donnerstag, 24. August 2023, verschiedene Verbesserungen umgesetzt.
Beim ersten Güterzug, der die Oströhre in der vergangenen Nacht von Süden her befuhr, handelte es sich um eine Komposition von RailCare. Von Norden her folgte später ein Postzug von Härkingen nach Cadenazzo. Zudem wurden in der Nacht drei Doppelstockzüge der SBB vom Tessin in die Deutschschweiz rückgeführt. Diese waren seit dem Unterbruch im Tessin blockiert, weil die Panoramastrecke nicht von Doppelstockzügen befahren werden kann.
In den letzten Tagen sind erfolgreich Testfahrten in der Oströhre durchgeführt worden. Das mobile Tor, das als Ersatz für das stark beschädigte Spurwechseltor installiert wurde, hat sich bewährt. Damit ist ein sicherer Betrieb des Güterverkehrs in der Oströhre und das sichere Arbeiten an der Unfallstelle in der Weströhre gewährleistet.
Das Einspurkonzept sieht vor, dass vier Güterzüge nacheinander durch den Basistunnel verkehren. Anschliessend wird die Oströhre von vier Güterzügen in der Gegenrichtung befahren. Insgesamt können somit knapp 100 Güterzüge pro Tag durch den Basistunnel fahren. Rund 30 werden über die Panoramastrecke umgeleitet. Die maximale Kapazität über die Gotthard-Achse konnte damit gegenüber der letzten Information weiter erhöht werden und beträgt somit 130 Güterzüge. 2022 verkehrten im Herbst an Werktagen durchschnittlich rund 120 Güterzüge täglich durch den Basistunnel. Zu Umleitungen über die Lötschberg-Simplon-Achse wird es dennoch weiterhin kommen.
Online-Fahrplan angepasst und Sparbillette verfügbar
Die Reisezüge werden nach wie vor über die Panoramastrecke umgeleitet und sind dadurch eine Stunde länger unterwegs. Ab morgen Donnerstag, 24. August 2023, können mehr Züge in maximaler Länge verkehren. Das bringt mehr Sitzplätze für die Reisenden. Tagesausflüge ins Tessin sind wieder gut möglich. Die SBB bietet wieder Sparbillette für Verbindungen von und ins Tessin an. Der Online-Fahrplan für nationale Verbindungen wird laufend aktualisiert und ist aktuell bis zum 1. Oktober angepasst. Reservationen für Sitzplätze und Velos sind ab 29. September wieder möglich.
Internationale Reisezüge verkehren ab morgen Donnerstag grösstenteils wieder direkt. Die Reisezeit verlängert sich dadurch noch um 60 statt 120 Minuten. Die Eurocity-Züge via Simplon werden noch bis zum 10. September zwischen Domodossola und Mailand durch Busse ersetzt. Grund sind Bauarbeiten am italienischen Bahnnetz. Die Fahrzeit verlängert sich bei dieser Verbindung um rund zwei Stunden. Der Online-Fahrplan ist angepasst.
Der Online-Fahrplan für internationale Verbindungen gilt aktuell bis zum 17. September. Reservationen für internationale Züge sind grösstenteils jetzt schon möglich.
Räumungsarbeiten an Unfallstelle sind zeitaufwändig
Die zeitaufwändigen Räumungsarbeiten an der Unfallstelle sind im Gang. Die Mehrzahl der 16 entgleisten Wagen befindet sich nach wie vor im Tunnel. Mehrere Wagen sind so stark zerstört, dass sie vor dem Abtransport noch im Tunnel zerlegt werden müssen. Parallel zu den Räumungsarbeiten plant die SBB die Reparatur der Bahnanlagen. Bis die Schäden behoben sind, wird es mehrere Monate dauern.
Wie von der SBB angekündigt, kann die Oströhre des Gotthard-Basistunnels ab 23. August 2023 vom Güterverkehr befahren werden. Rund 90 Güterzüge pro Tag werden durch den Basistunnel verkehren können, zusätzlich rund 20 Züge über die Panoramastrecke. Im Reiseverkehr wird das Angebot ab dem 24. August 2023 verbessert. Züge von und nach Italien verkehren wieder direkt. Das Sitzplatzangebot im nationalen Verkehr ist nur noch leicht eingeschränkt. Auch spontane Tagesausflüge ins Tessin sind wieder gut möglich.
Die Arbeiten für die Freigabe der unbeschädigten Oströhre des Gotthard-Basistunnels laufen mit Hochdruck und kommen gut voran. Das stark beschädigte Spurwechseltor konnte erfolgreich durch ein mobiles Tor ersetzt werden. In den kommenden Tagen finden noch nötige Anpassungen im Stellwerk statt. Zudem sind Probefahrten nötig. Wie angekündigt, kann der Güterverkehr am 23. August 2023 wieder durch den Basistunnel rollen.
Stand jetzt können ab dann pro Tag rund 90 Güterzüge durch den Basistunnel verkehren. Rund 20 werden über die Panoramastrecke umgeleitet. Pro Tag können somit 110 Güterzüge über die Gotthardachse verkehren.
Für den Güterverkehr bringt die Öffnung der Oströhre bedeutend mehr Flexibilität und für die Güterkunden eine Entlastung. Zunächst werden im In- und Ausland abgestellte Transitzüge verkehren. Diese konnten wegen der Eckhöhe nicht über die Panoramastrecke umgeleitet werden. Damit alle Güter befördert werden können, müssen weiterhin auch Güterzüge über die Lötschberg-Simplon-Achse und über die Brenner-Strecke umgeleitet werden. Die genauen Produktionskonzepte sind in Erarbeitung. Die SBB setzt zusammen mit den Partnerbahnen alles daran, dass die Trassen für den Güterverkehr laufend erweitert werden können.
Tagesausflüge ins Tessin gut möglich
Die Reisezüge werden nach wie vor über die Panoramastrecke umgeleitet. Das Angebot wird jedoch ab dem 24. August verbessert. Es können mehr Züge in maximaler Länge verkehren als heute. Das bringt mehr Sitzplätze für die Reisenden. Zu Spitzenzeiten am Wochenende kann es in den Zügen eng werden, weil keine Zusatzzüge eingesetzt werden können. Die SBB bittet um Verständnis und empfiehlt den Reisenden, vor der Reise den Online-Fahrplan zu konsultieren. Tagesausflüge ins Tessin sind gut möglich.
Die SBB versteht den Wunsch, die Preise aufgrund der Reisesituation ins Tessin zu reduzieren. Generelle Preisreduktionen aufgrund der längeren Reisezeit sind jedoch nicht vorgesehen. Die SBB wird aber voraussichtlich ab dem 24. August wieder Spartickets auf den Verbindungen von und ins Tessin anbieten. GA-Kund:innen, die ihr Abo wegen der längeren Reisezeit nicht nutzen wollen, können dieses während 30 Tagen hinterlegen oder auch zu den bestehenden Konditionen erstatten lassen. GA-Night-Kund:innen mit Wohnort Tessin können ausserordentlich ab dem 10. September bis auf Weiteres jeweils am Sonntagabend bereits ab 18.00 Uhr vom Tessin Richtung Deutsch- und Westschweiz reisen (Präzisierung vom 20. September 2023). Das Reiseangebot wird entlang der Möglichkeiten angepasst.
Internationale Züge verkehren bald wieder direkt
Auch im internationalen Personenverkehr konnte die SBB bereits Verbesserungen erreichen. Ab dem 24. August verkehren die grenzüberschreitenden Züge von und nach Italien grösstenteils wieder direkt. Die Reisezeit verlängert sich noch um 60 statt um bis zu 120 Minuten. Die Abfahrtszeiten müssen in Richtung Nord–Süd angepasst werden: Züge nach Mailand und Venedig verkehren ab Zürich eine Stunde früher. In Richtung Süd–Nord kommen die Züge in Zürich eine Stunde später an als üblich.
Die von und nach Basel via Gotthard verkehrenden Eurocity-Verbindungen fallen zwischen Lugano und Mailand aus. Diese Züge verkehren innerhalb der Schweiz als IC21. Für die Weiterfahrt ist ein Umstieg nötig. Die Züge von und nach Bologna verkehren bis voraussichtlich am 18. September ausschliesslich auf dem italienischen Streckenteil. In Chiasso ist ein Umstieg nötig.
Der Online-Fahrplan wird laufend angepasst. Aktuell sind die Fahrplanänderungen für die nächsten Tage sichtbar.
FAQ für Reisende.
Hinweis an Redaktionen: Bilder und Videos stehen im Mediacenter zur Verfügung, Update heute Nachmittag.
Die Schäden nach dem Unfall in der Weströhre sind deutlich grösser als zunächst abschätzbar. Die Reparaturarbeiten sind aufwändig und werden mehrere Monate dauern. Priorität hat aktuell die Inbetriebnahme der unbeschädigten Oströhre. Der Güterverkehr kann diese voraussichtlich ab dem 23. August 2023 wieder befahren. Der Reiseverkehr muss bis auf Weiteres über die Panoramastrecke umgeleitet werden. Die SBB sucht zusammen mit dem Bundesamt für Verkehr nach Lösungen, damit auch Reisezüge baldmöglichst durch die Oströhre fahren können.
SBB CEO Vincent Ducrot äusserte sich heute vor den Medien zu den Auswirkungen des Unfalls: «Der Gotthard-Basistunnel gehört zu den sichersten der Welt. Dass trotzdem ein solcher Unfall geschehen konnte, trifft uns sehr. Zum Glück gab es keine Verletzten, aber es entstand grosser Sachschaden.» Die SBB sei sich bewusst, dass die Auswirkungen des Unfalls grosse Unannehmlichkeiten für die Reisenden und die Güterverkehrskunden mit sich brächten: «Dafür möchten wir uns entschuldigen und bitten um Verständnis. Die eingesetzten Teams setzen alles daran, dass so schnell wie möglich wieder ein sicherer Bahnverkehr durch den Gotthard-Basistunnel möglich ist.»
Aufräumarbeiten an Unfallstelle haben begonnen
Die Untersuchungsbehörden haben die Unfallstelle in der Weströhre des Gotthard-Basistunnels freigegeben. Die SBB kann nun mit den umfangreichen Aufräumarbeiten beginnen. 16 entgleiste und teils schwer beschädigte Güterwagen befinden sich noch immer im Tunnel.
Nach eingehenden Untersuchungen zeigte sich, dass das Ausmass der Schäden deutlich grösser ist als nach ersten Schätzungen angenommen. Insgesamt müssen rund 8 Kilometer Gleise und 20’000 Betonschwellen ersetzt werden. Das Gleisbett ist im Bereich des Spurwechsels Faido stark beschädigt. Bis alle beschädigten Teile der Bahnanlagen ersetzt sind, wird es mehrere Monate dauern. Die SBB geht aktuell davon aus, dass voraussichtlich Anfang 2024 beide Tunnelröhren wieder eingeschränkt für den Bahnverkehr zur Verfügung stehen.
Die SBB arbeitet mit Hochdruck daran, dass die unbeschädigte Oströhre baldmöglichst vom Güterverkehr genutzt werden kann. Dazu wird das beschädigte, fest installierte Spurwechseltor provisorisch durch ein mobiles Tor ersetzt, das normalerweise bei Unterhaltsarbeiten zum Einsatz kommt. Zudem muss die Stellwerküberwachung beim Spurwechsel wiederhergestellt werden.
Das stark beschädigte Spurwechseltor ist eine Spezialanfertigung und muss ersetzt werden. Das Tor gewährt im Regelbetrieb den Brandschutz und sorgt für die Trennung der Luftzirkulation zwischen den beiden Tunnelröhren.
Güterverkehr kann ab 23. August einspurig durch Basistunnel verkehren
Das provisorische Tor ermöglicht die Nutzung der unbeschädigten Oströhre für den Güterverkehr voraussichtlich ab dem 23. August 2023. Es wird jedoch weiterhin zu Umleitungen von Güterzügen über die Gotthard-Panoramastrecke und über die Lötschberg-Simplon-Achse kommen, damit alle Güter befördert werden können.
Die aktuelle Situation im Güterverkehr: SBB Cargo kann einen Grossteil des Binnengüterverkehrs über die Panoramastrecke abwickeln. Dazu gehören die Expresszüge im Wagenladungsverkehr über Nacht und ein Grossteil der Tagesverbindungen. Zwischen 23 und 5 Uhr steht die volle Kapazität der Panoramastrecke für den Güterverkehr zur Verfügung, zwischen 5 und 23 Uhr jeweils ein Trasse pro Stunde und Richtung. Damit ist die Ver- und Entsorgung im Tessin und die Landesversorgung gewährleistet.
Jedoch können nur vereinzelte Transit- und Import/Export-Verkehre über die Panoramastrecke geführt werden. Da sich das Rollmaterial im kombinierten Transitverkehr nicht für die Panoramastrecke eignet, nutzt SBB Cargo die Kapazitäten für den Binnengüterverkehr. SBB Cargo International nutzt für den kombinierten Transitverkehr im Moment die Ausweichstrecke über den Lötschberg für etwa 30 Prozent ihres Gütervolumens.
Reisezüge verkehren bis auf Weiteres über Panoramastrecke
Seit der Sperrung des Gotthard-Basistunnels verkehren Personenzüge über die Panoramastrecke. Ob ein Teil der Reisezüge wie der Güterverkehr die Oströhre im Einspurbetrieb befahren kann, wird von der SBB zusammen mit dem Bundesamt für Verkehr (BAV) geprüft. Im uneingeschränkten Regelbetrieb werden Reisende bei einem Notfall über die jeweils andere Tunnelröhre evakuiert. Dies wäre während der Reparaturarbeiten in der Weströhre nur eingeschränkt möglich. Die SBB sucht zusammen mit dem BAV nach sicheren Lösungen für die Reisenden, damit auch Reisezüge baldmöglichst wieder sicher durch den Basistunnel verkehren können. Eine zeitliche Prognose ist nicht möglich.
Die Reisezüge werden bis auf Weiteres über die Panoramastrecke umgeleitet. Die Reisezeit verlängert sich im nationalen Verkehr um 60 Minuten, im internationalen Verkehr zwischen 60 und 120 Minuten. Doppelstockzüge können nicht auf der Panoramastrecke fahren und werden durch Giruno und ICN sowie EWIV ersetzt. Zusatzzüge zu Spitzenzeiten können nicht verkehren. Der Treno Gottardo der SOB verkehrt weiterhin. Die einstöckigen Züge haben weniger Kapazität als die doppelstöckigen. An Wochenenden stehen bis auf Weiteres bis zu 30 Prozent weniger Sitzplätze zur Verfügung. An Werktagen ist die Kapazität leicht eingeschränkt.
Im internationalen Reiseverkehr muss in Chiasso umgestiegen werden. Nur die Züge von und nach Genua und Venedig verkehren direkt.
Die SBB prüft, ob die Sitzplatzkapazität über die Gotthard-Panoramastrecke erhöht und ob zusätzliche direkte internationalen Verbindungen angeboten werden können.
Untersuchung von Unfallursache ist im Gang
Der Unfallzug bestand aus 30 Güterwagen aus fünf Abgangsorten in Italien. Die Wagen wurden bei der Ankunft in Chiasso kontrolliert. Nach der Übernahme hat SBB Cargo die Wagen zu einem neuen Zug zusammengestellt. Dazu gehört auch eine betriebliche und technische Wagen- und Zugskontrolle. Bei diesen Kontrollen wurden keine Unregelmässigkeiten festgestellt.
Im Südtessin meldete ein entgegenkommender Lokführer eine Rauchentwicklung am späteren Unfallzug. Bei der anschliessenden Kontrolle in Bellinzona wurde eine festsitzende Bremse an einem Güterwagen entdeckt und gelöst. Dabei handelte es sich nicht um den Wagen, der mutmasslich als erster entgleiste. Nach der Störungsbehebung wurde der Zug für die Weiterfahrt freigegeben. Zwischen Bellinzona und dem Tunnel passierte der Zug die automatischen Kontrolleinrichtungen. Diese lösten keinen Alarm aus.
Hergang und Ursache des Unfalls werden von der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle SUST und der Staatsanwaltschaft des Kantons Tessin geklärt.
Der Gotthard-Basistunnel bleibt für den Güter- und den Personenverkehr gesperrt. Die Analyse an der Unfallstelle ist nach wie vor im Gang. Die Inbetriebnahme der unbeschädigten Tunnelröhre verzögert sich. Zur Dauer der Reparaturarbeiten an der Unfallstelle ist noch keine Prognose möglich. Die SBB wird am Mittwoch, 16. August 2023, über das weitere Vorgehen informieren.
Die Untersuchungsbehörden haben die Unfallstelle im Gotthard-Basistunnel inzwischen teilweise freigegeben. Die Lokomotive und die fahrfähigen Güterwagen sind aus dem Tunnel befördert worden. 16 Güterwagen befinden sich nach wie vor an der Unfallstelle. Die SBB konnte mit den umfangreichen Aufräumarbeiten beginnen. Eine vollständige Übersicht über die Schäden liegt jedoch noch nicht vor. Die Planung der Reparaturarbeiten ist aufgenommen worden. Eine Prognose, wie lange die Behebung der Schäden dauern wird, ist noch nicht möglich. Personen- und Güterzüge werden über den 16. August hinaus umgeleitet. Die SBB wird am Mittwoch, 16. August 2023, über das weitere Vorgehen informieren.
Die SBB hatte zunächst geprüft, ob die unbeschädigte Tunnelröhre ab morgen Dienstag mit Güterzügen befahren werden kann. Dies wird nicht möglich sein. Damit die unbeschädigte Tunnelröhre wieder in Betrieb genommen werden kann, muss die Luftzirkulation zwischen den beiden Röhren getrennt werden. Nur so ist die Sicherheit der Einsatzkräfte an der Unfallstelle gewährleistet. Eine neue Prognose wird die SBB ebenfalls am Mittwoch, 16. August 2023, abgeben.
Umleitungen Reisezüge über Panoramastrecke bewähren sich
Seit der Sperrung des Basistunnels verkehren Personenzüge über die Gotthard-Panoramastrecke. Die Reisezeit verlängert sich im nationalen Verkehr um 60 Minuten, im internationalen Verkehr zwischen 60 und 120 Minuten. Bislang bewährt sich die Umleitung der Reisezüge. Die Kapazitäten waren am vergangenen Wochenende ausreichend. Auf der Panoramastrecke können keine Doppelstockzüge verkehren. Deshalb stehen an den Wochenenden rund 30 Prozent weniger Sitzplätze zur Verfügung, es kann zu knappen Platzverhältnissen kommen. An Werktagen ist die Kapazität leicht eingeschränkt.
Die bereits kommunizierten Massnahmen im Güterverkehr werden beibehalten. Zahlreiche Güterzüge sind im In- und Ausland abgestellt. Die Abstellkapazitäten in der Schweiz sind inzwischen erschöpft.
Die SBB bittet um Verständnis und bedauert die Unannehmlichkeiten für Reisende und für Kunden im nationalen und internationalen Güterverkehr.
Grund dafür ist die Entgleisung eines Güterzuges. Die Personenreisezüge zwischen der Deutschschweiz und dem Tessin werden soweit wie möglich über die Gotthard-Panoramastrecke umgeleitet. Ursache und Schadensausmass sind noch unbekannt. Der Unterbruch dauert im Personenverkehr bis mindestens 16. August, 24 Uhr, im Güterverkehr bis mindestens 14. August, 24 Uhr. Die SBB empfiehlt, Bahnreisen über den Gotthard zu verschieben.
Bei der Entgleisung eines Güterzuges wurde die Gleisanlage sowie ein Spurwechseltor im Gotthard-Basistunnel stark beschädigt. Diese sicherheitsrelevante Einrichtung wird zur Trennung der beiden Tunnelröhren benötigt. Sicherheit hat oberste Priorität, weswegen die zweite Röhre weder für den Personen- noch Güterverkehr genutzt werden kann. Die Nutzung für den Güterverkehr ist bis mindestens Montag, 14. August 2023, 24.00 Uhr, nicht möglich. Für den Personenverkehr ist die Strecke nach wie vor bis mindestens 16. August 2023, 24.00 Uhr gesperrt. Dadurch verlängert sich die Reisezeit zwischen der Deutschschweiz und dem Tessin um rund eine Stunde. Da international Reisende in Chiasso umsteigen müssen, verlängert sich deren Reisezeit um rund zwei Stunden. Die SBB entschuldigt sich für die Unannehmlichkeiten.
Eine genaue Aussage zu Ursache und Schadensausmass lässt sich aktuell noch nicht machen. Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle und die kantonalen Untersuchungsbehörden untersuchen den Unfall. Der Unfallplatz wurden von den Untersuchungsbehörden noch nicht für Aufräum- und Reparaturarbeiten freigegeben.
Aufgrund des erhöhten Verkehrsaufkommens und den beschränkten Ausweichverbindungen am Wochenende und dem beschränkten Sitzplatzangebot, empfiehlt die SBB dringend, spontane Bahnreisen über den Gotthard zu verschieben, und bittet um Verständnis.
Güterzüge können gemäss Eisenbahnverordnung die Panoramastrecke bis zu einer bestimmten Eckhöhe befahren. Entsprechend erfolgt ein Grossteil der Binnenverkehr-Transporte über diese Strecke, ein kleiner Teil wird temporär auf der Strasse befördert. Der kombinierte Verkehr (Container, Sattelaufleger, Lastwagen) überschreitet diese Eckhöhe und kann die Gotthard-Achse deshalb nur über den Gotthard-Basis-Tunnel befahren. Deshalb wird der kombinierte Verkehr im Transitbereich über die Lötschberg-Simplon-Achse umgeleitet oder in den Ausgangterminals zurückbehalten. Es gibt nur kleine Einschränkungen bei den Gütertransporten und der Güterfluss ist sichergestellt. Die SBB wird zu gegebener Zeit wieder informieren.
Gemäss aktuellem Stand bleibt der Gotthard-Basistunnel aufgrund der Entgleisung eines Güterzugwagens bis mindestens Mittwoch, 16. August 2023, 24.00 Uhr, gesperrt. Wie die Kantonspolizei Tessin mitgeteilt hat, wurde bei der Entgleisung niemand verletzt und kein Gefahrengut ist ausgetreten.
Der Bahnverkehr wird in beide Richtungen via Gotthard-Panoramastrecke soweit möglich umgeleitet, was im Personenverkehr zu Verzögerungen von bis zu einer Stunde führt. Aufgrund der Umleitungen über die Bergstrecke, des Ferienrückreiseverkehrs sowie der am Wochenende stattfindenden Street Parade wird es zu stark belegten Zügen kommen. Es ist mit Stehplätzen zu rechnen. Die SBB bittet um Verständnis.
Die Intercity- und EuroCity-Züge werden nach Möglichkeit zwischen Arth-Goldau und Bellinzona in beiden Richtungen via Gotthard-Panoramastrecke umgeleitet. Dadurch verlängert sich die Reisezeit zwischen der Deutschschweiz und dem Tessin bzw. Norditalien um rund eine Stunde. Teilweise kommt es auch zu Zugsausfällen. Weitere Bahnverkehrsinformationen: SBB Seite «Bahnverkehrsinfo: Betriebslage & Störungen».
Der Vorfall im Gotthard-Basistunnel hat sich am frühen Donnerstagnachmittag auf Höhe der Multifunktionsstelle Faido ereignet. Der betroffene Güterzug war in Richtung Norden unterwegs.
Was zur Entgleisung eines Güterzugwagens geführt hat, ist ebenso unbekannt wie das genaue Schadensausmass. Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) wurde aufgeboten. Fachleute der SBB untersuchen zur Stunde die Schadenstelle. Sie prüfen insbesondere Fahrbahn und Fahrleitung aufmögliche Schäden.
Der Unterbruch im Gotthard-Basistunnel dauert mindestens bis Donnerstag Betriebsschluss. Eine genauere Prognose kann erst nach Analyse des Schadensausmasses gemacht werden.
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1/3 Die gesamte Wagenladung des entgleisten Wagen liegt weit verstreut auf den Schienen und den Rampen. -
2/3 Die entgleisten Güterwagen beschädigen Schienen und Schwellen stark. -
3/3 Der entgleiste und vollkommene zerstörte Güterwagen rammt und beschädigt das gelbe Spurwechseltor.
Seit der Entgleisung eines Güterzugs im Gotthard-Basistunnel am 10. August 2023 werden die Personenverkehrszüge zwischen der Deutschschweiz und dem Tessin über die Panoramastrecke umgeleitet. Um während der Spitzentage im Herbst mehr Sitzplätze zu schaffen, setzt die SBB Zusatzzüge über die Panoramastrecke ein.
Während den Deutschschweizer Herbstferien ist die Nachfrage auf der Gotthard-Strecke besonders hoch. Aus diesem Grund setzt die SBB an den Samstagen 30. September, 7. Oktober und 14. Oktober 2023 je drei Zusatzzüge über die Gotthard-Panoramastrecke ein. Die Zusatzzüge entlasten die drei Eurocity-Züge ab Zürich nach Lugano zwischen 7.33 und 9.32 Uhr und verkehren jeweils rund 10 Minuten nach diesen. Für Reisende ab Zürich ins Tessin können dadurch rund 2400 beziehungsweise fünf Prozent zusätzliche Sitzplätze angeboten werden.
Da die Kapazitäten auf den Schienen beschränkt sind, verlängert sich die Reisezeit in den Zusatzzügen um rund 15 Minuten. Die genauen Fahrzeiten sind im Online-Fahrplan und im SBB Kundenartikel «Entgleisung im Gotthard-Basistunnel: Alles, was Sie für Ihre Reise wissen müssen» ersichtlich.
Die SBB empfiehlt den Reisenden, Sitzplätze in den fahrplanmässig verkehrenden Zügen zu reservieren. Dies ist für Züge, die ab dem 29. September 2023 verkehren, wieder möglich. Kurzentschlossenen empfiehlt sie, mit den Zusatzzügen zu reisen. Dennoch kann es je nach Wetterverhältnissen aufgrund des Ferienverkehrs vereinzelt zu Stehplätzen kommen. Die SBB bittet dafür um Entschuldigung und dankt den Reisenden für das Verständnis.
Vom 21. bis 24. September 2023 findet in Bellinzona das Eidgenössische Volksmusikfest statt. Hierfür setzt die SBB am Samstag, 23. September, und Sonntag, 24. September 2023, je zwei Extrazüge über die Gotthard-Panoramastrecke ein. Sie verkehren am Samstagmorgen von Zürich beziehungsweise Luzern nach Bellinzona sowie am Sonntagnachmittag von Bellinzona nach Zürich. Die Extrazüge sind im Online-Fahrplan ersichtlich. Auch hier kommt es aufgrund der beschränkten Kapazitäten auf den Schienen zu längeren Fahrzeiten.
Zusammen mit dem Bundesamt für Verkehr ist die SBB weiterhin daran, zu prüfen, ob Personenverkehrszüge wieder die Oströhre des Gotthard-Basistunnels befahren können. Eine Prognose dazu ist derzeit noch nicht möglich.
Räumungs- und Bergungsarbeiten sind im Terminplan
Die aufwändigen Räumungs- und Bergungsarbeiten an der Unfallstelle in der Weströhre schreiten planmässig voran. Sie können voraussichtlich am Sonntag, 24. September 2023, abgeschlossen werden. Danach erfolgt eine detaillierte Schadensaufnahme der gesamten Tunnelinfrastruktur sowie die Instandsetzungsarbeiten auf der rund 8 Kilometer langen Unfallstelle. Diese Arbeiten werden mehrere Monate in Anspruch nehmen.