Eine Velosaison mit neuen Vorzeichen

Die Schweiz liebt das Velo. Entsprechend nachgefragt sind Zugreisen mit dem Zweirad. Kundenbegleiter Joël Müller kennt diese Situation nur zu gut und berichtet über die kommenden Herausforderungen in unseren Zügen.

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Disclaimer Bilder: Einige der Bildaufnahmen entstanden zeitlich vor der Maskenpflicht oder unter der strikten Befolgung von Schutzkonzepten.

Es ist etwas schaurig Schönes: Mit dem Zug in eine der wunderbaren Ecken der Schweiz fahren, auf dem Fahrrad der Sonne entgegen radeln und sich abends von der Bahn wieder nach Hause chauffieren lassen. Längst haben viele begeisterte Velofahrerinnen und Velofahrer solche Tagesausflüge per Bahn für sich entdeckt.

Neue Herausforderungen, neue Spielregeln

Eisenbahn und Fahrrad: Das ist nicht nur eine Liebesgeschichte. Es ist auch eine Geschichte von vielen Herausforderungen, schwieriger Organisation und langwierigen Diskussionen. Für die Velosaison 2021 treten darum neue Spielregeln in Kraft. Sie alle haben zum Ziel, den Herausforderungen und Diskussionen entgegenzuwirken.

Zweifellos herausfordernd ist die Situation für unsere Kundinnen und Kunden. Aber nicht zuletzt auch für uns Kundenbegleiterinnen und Kundenbegleiter. Wir müssen dabei auch mal unpopuläre und unschöne Entscheidungen treffen. Dann nämlich, wenn wir zugunsten der Sicherheit Velofahrerinnen und Velofahrer auf die Regeln hinweisen oder sogar am Bahnhof stehen lassen müssen. Es geht dabei nicht darum, jemanden zu bestrafen. Die Sicherheit lässt schlicht keine endlose Kulanz oder Lösungsfindung zu. Besonders dann, wenn Fluchtwege versperrt werden.

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So endlich unsere Kulanzmöglichkeiten sind, so endlich ist auch der Platz in unseren Zügen. Es ist deshalb auch nicht möglich, jedes noch so grosse Mountainbike im Zug zu verladen. Grosse und schwere Räder lassen sich auch bequem am Bahnhof aufgeben und verschicken.

Gut planen und die Nerven schonen

Eine möglichst sorgenfreie Fahrt mit Velo und Bahn steht und fällt mit der Organisation. Ein genauer Blick in den Online-Fahrplan, genügend Zeitpuffer beim Ein- und Umsteigen sowie eine gute Portion Nerven und Verständnis tragen zu einem gelungenen Ausflug bei. Und wer möglichst wenig Risiko eingehen will, der benützt vorzugsweise alternative Reisewege. Also den gemütlichen InterRegio, anstatt den übervollen Intercity. Oder die etwas langsamere, dafür meist schönere Strecke zum Ziel. Und wem es möglich ist, der reist viel bequemer an Wochentagen anstatt am Wochenende.

Ihr merkt: Mir und meinen Kolleginnen und Kollegen liegen die kommenden Wochen etwas auf dem Magen. Wir sind leider keine Zauberer und können nicht jeden Wunsch und jede Erwartung erfüllen. Darum sind wir auch auf das Verständnis, die Geduld und die Kooperation unserer Kundinnen und Kunden angewiesen. Denn so bleiben uns die Fahrten in die wunderbaren Ecken des Landes auch immer in bester Erinnerung.

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Joël über sich

Geboren 1997, arbeite ich heute als Kundenbegleiter bei der SBB. Tagtäglich fahre ich quer durch die Schweiz und erlebe so manche spannende Geschichte. Wir «Kondukteure» könnten ganze Bücher über unseren Arbeitsalltag füllen. Dies hat mich auch dazu bewogen, in meinem Blog «EinfachRetour» von meinem Leben im Zug zu berichten. «EinfachRetour» gibt’s unter einfachretour.com und auf Twitter mit @einfachretour.

SBB Mitarbeitende berichten

Unter «SBB Mitarbeitende berichten» erscheinen auf SBB News in losen Abständen Beiträge von Mitarbeitenden. Diese kommen aus verschiedenen Divisionen und Konzernbereichen. In der Themenwahl sind sie frei. Möchtest auch du über deine Arbeit bei der SBB berichten? Dann melde dich bei sarah.stiefel@sbb.ch.