Fernverkehrskonzession: BLS und SBB arbeiten im Fernverkehr zusammen

BLS und SBB haben am 21.08.2019 eine Zusammenarbeit im Fernverkehr beschlossen: Die integrale Fernverkehrskonzession SBB bleibt für weitere 10 Jahre bestehen. BLS fährt ab Dezember 2019 eigenverantwortlich Bern–Biel, weitere zwei Linien ab Ende 2020. Die SBB setzt dies ohne Personalabbau um.

Das Erfolgsmodell der Kooperationen im öffentlichen Verkehr der Schweiz geht in die nächste Etappe: Die SBB und die BLS haben sich zu einer Zusammenarbeit im nationalen Fernverkehr geeinigt und einen Betriebsvertrag unterzeichnet. Die beiden Unternehmen bekennen sich zu einem Mehrbahnenmodell unter der integralen Fernverkehrskonzession der SBB. Dank Kooperationen zwischen ÖV-Unternehmen erhalten Kunden und Besteller ein besseres Angebot und das erfolgreiche Konzept der Mehrbahnenlösung kann weitergeführt werden.

Zusammenarbeit im Fernverkehr mit der BLS

Die BLS betreibt die nachfolgend erwähnten Linien in vollständiger Eigenverantwortung. Sie trägt dabei die vollständige Ertrags-, Qualitäts- und Kostenverantwortung und wird ausgewählte Linien im Fernverkehr mit eigenem Rollmaterial und eigenem Personal betreiben. Die BLS fährt unter der integralen Fernverkehrskonzession der SBB die folgenden drei Linien.

  • Linie Bern–Biel wird per Dezember 2019 eigenständig und eigenwirtschaftlich durch die BLS betrieben.

  • Linie Bern–Olten wird per Dezember 2020 eigenständig durch die BLS betrieben.

  • Linie Bern–Neuchâtel wird per Dezember 2020 im 1h-Takt durch die BLS als Fernverkehr betrieben.
    Der Abschnitt Neuchâtel–La-Chaux-de-Fonds wird per Dezember 2020 im 1h-Takt durch die BLS als Fernverkehr betrieben. Im Rahmen der von der SBB geplanten besseren Anbindung von La Chaux-de-Fonds an die Westschweizer Städte geht die Linie Neuenburg–La Chaux-de-Fonds mittelfristig an die SBB über. Die BLS wird dafür mit anderen Linien kompensiert.

Die SBB baut kein Personal ab. Die Zusammenarbeit zwischen SBB und BLS hat Auswirkungen auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der SBB. Der Betrieb der obigen Linien durch die BLS tangiert primär das Lokpersonal an den Standorten Bern, Biel, Olten, Neuchâtel und La-Chaux-de-Fonds. Mitarbeitende der Kundenbegleitung am Standort Bern, die bisher Stichkontrollen zwischen Bern und Biel durchführten, werden auf anderen Fernverkehrslinien eingesetzt. Die Reisezentren Burgdorf, Herzogenbuchsee und Langenthal bleiben bei der SBB. Die BLS übernimmt das Reisezentrum Lyss per 1. Mai 2020. Auch beim Rangier- und Cleaningpersonal gibt es geringfügige Veränderungen. Die Auswirkungen des Betriebs dieser Linien durch die BLS auf das SBB Personal erläutern die zuständigen Führungspersonen an Informationsveranstaltungen vor Ort in den betroffenen Depots am Freitag, 23. August 2019.

Kooperationen als Versprechen für die Zukunft

Die SBB setzt sowohl national als auch international schon länger und erfolgreich auf Kooperationen. Ziel der SBB ist es, diese Mehrbahnenlösung gezielt weiterzuentwickeln. Dabei soll der Nutzen für die Kunden vergrössert, die Effizienz erhöht und die Gesamtsystemkosten im öffentlichen Verkehr reduziert werden. Damit wird die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit des ÖV-Systems nachhaltig gefördert. Im Rahmen des Mehrbahnenmodells unter der integralen Fernverkehrskonzession der SBB verzichtet die BLS auf eine eigenständige Konzession. Die integrale Fernverkehrskonzession bleibt für weitere zehn Jahre bei der SBB, doch ist die SBB bereit, die Betriebsführung einzelner Linien durch Kooperationspartner ausführen zu lassen – im Interesse der Reisenden und der Regionen der Schweiz, welche ein qualitativ hochwertiges und schweizweit abgestimmtes Angebot nutzen können.