Coronavirus: Hintergrundinformationen für Medienschaffende

Dieser Beitrag enthält aktuelle Hintergrundinformationen für Medienschaffende zu den Auswirkungen des Coronavirus auf die SBB. In der rechten Spalte sind frühere Medienmitteilungen zum Thema verlinkt.

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Wie entwickeln sich die Passagierzahlen der SBB?
Die Auslastung lag in der Woche vom 16. November bis 22. November im Fernverkehr bei 50 Prozent gegenüber Vorjahr, im Regionalverkehr bei 65 Prozent gegenüber Vorjahr.

Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung seit Beginn der Pandemie auf:

Welche (finanziellen) Auswirkungen erwartet die SBB aufgrund der erneuten Homeoffice-Empfehlung des Bundes?
Die SBB erwartet einen erneuten Rückgang der Reisenden im Regional- und Fernverkehr. Dies wird auch finanzielle Auswirkungen haben. Aktuell rechnet die SBB für das Jahr 2020 mit einem Umsatzeinbruch von 1,5 Milliarden Franken.

Wird die SBB den Fahrplan wie im Frühjahr wieder herunterfahren? 

Trotz geringerer Nachfrage wird auf Angebotskürzungen im Fern- und Regionalverkehr verzichtet.  

Wie ist die Bilanz der SBB zur Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr?
Die Maskenpflicht im ÖV wird nach wie vor sehr gut eingehalten. Das ist erfreulich und zeugt davon, dass das Maskentragen mittlerweile zur neuen Normalität im Schweizer ÖV gehört.

Sollte jemand die Maske vergessen haben, weist das Zugpersonal die Person auf die Maskentragpflicht hin. Schön ist, wenn in einer solchen Situation die Mitreisenden mit einer Reservemaske aushelfen können. In Einzelfällen kommt es vor, dass das Zugpersonal die Sicherheitsdienste beiziehen muss, weil sich jemand ohne Maske weigert, den Zug zu verlassen. Dabei kann es Verzeigungen wegen Ungehorsams geben.


Warum stellt die SBB in ihren Zügen nicht Masken und Desinfektionsmittel zur Verfügung?
Masken und Desinfektionsmittel gibt es in zahlreichen Läden in unseren Bahnhöfen zu kaufen (Supermärkte, Kiosks, Apotheken) sowie an den Selecta-Automaten.

Desinfektionsmittel stellen wir unseren Kundinnen und Kunden an zahlreichen Dispensern in unseren Bahnhöfen gratis zur Verfügung. Desinfektionsmittel in den Zügen würden wegen der Brennbarkeit ein Sicherheitsrisiko darstellen. 


Warum beschliesst die SBB nicht weitergehende Schutzmassnahmen?
Das Schweizer ÖV-Schutzkonzept basiert auf den Empfehlungen und Massnahmen des Bundes zum Gesundheitsschutz. Die öffentlichen Verkehrsbetriebe geben diese Empfehlungen an ihre Kundinnen und Kunden weiter.

Das ÖV-Schutzkonzept bewährt sich. Repräsentative Marktforschungen zeigen, dass die Kundinnen und Kunden die Schutzmassnahmen im ÖV als sinnvoll erachten und sich gut informiert fühlen. 

Wie oft reinigt die SBB ihre Züge und Bahnhöfe?

Seit Beginn der Pandemie im März reinigt das Personal der SBB die Züge und Bahnhöfe noch öfter und intensiver:

  • Sichtreinigung bis sechsmal pro Tag mit Fokus auf die Reinigung von Oberflächen, Haltestangen, Taster/Knöpfe sowie Tische und Armlehnen, Abfallentsorgung, Toiletten (WC-Schüssel, Boden, Waschbecken).
  • Tagesreinigung mindestens einmal pro 24h (vorwiegend in der Nacht): Sichtreinigung (siehe oben) plus Böden feucht aufnehmen oder staubsaugen, Fensterreinigung innen.
  • Zwischenreinigung mindestens einmal pro Woche: intensivere Tagesreinigung mit mehr Zeiteinsatz; Aussenreinigung in der Reinigungsanlage.

Es stehen derzeit rund 1000 Personen für die Zugsreinigung im Einsatz.

Auch die Reinigung an den Bahnhöfen hat die SBB bereits im März intensiviert. Insbesondere Stellen wie Handläufe von Rolltreppe, Liftknöpfe oder Bildschirme von Billettautomaten werden vermehrt gereinigt. Zudem wird ein auf Covid-19 geprüftes Reinigungsmittel verwendet. Kontaktflächen werden neu sechsmal pro Tag gereinigt. In grossen Bahnhöfen stehen an hochfrequentierten Zu- und Abgängen sowie an den Haupteingängen Desinfektionsmittelspender für Kundinnen und Kunden.


Warum verschlimmert die Pandemie den Lokführermangel der SBB?
In den nächsten Jahren benötigt die SBB wegen Pensionierungen und der normalen Fluktuation rund 1000 neue Lokführerinnen und Lokführer. Jährlich werden aktuell 2,5 Prozent der Lokführer pensioniert. Die Zahl der Pensionierungen steigt in den nächsten Jahren wegen geburtenstarker Jahrgängen auf rund vier Prozent an. Die effektive Fluktuation ist mit einem Prozent eher tief.

Die SBB hat Rekrutierung und Ausbildung von Lokpersonal deswegen stark intensiviert. Trotz dieser Offensive bleiben die Bestände vorerst knapp. Die Coronavirus-Krise verschärft die Situation zusätzlich, da die Ausbildungen sich verzögert. Sie mussten kurzzeitig ganz ausgesetzt und müssen nun mittels aufwändiger Schutzkonzepte durchgeführt werden.


Sind Klimaanlagen und Heizungen in Zügen ein Übertragungsrisiko?

Nein. Arbeitsmedizinische Abklärungen, in Rücksprache mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG), haben ergeben, dass es gemäss aktuellem Wissensstand keine Anhaltspunkte für eine Übertragung des Coronavirus über Klimaanlagen und Lüftungen gibt.

Die Luft in unseren Waggons wird mehrmals pro Stunde komplett ausgetauscht. Bei modernen Fahrzeugflotten wie den FLIRT-Fahrzeugen wird der Aussenluftvolumenstrom über den Besetzungsgrad an Fahrgästen geregelt. Im Detail: Die in die Fahrgastbereiche eingebrachte, konditionierte Zuluft besteht aus Um- und Aussenluftanteilen. Die Quantität der Aussenluftvolumenströme basiert dabei auf den Vorgaben europäischer Standards. Der Aussenluftvolumenstrom pro Person beträgt dabei in Abhängigkeit von der Aussenlufttemperatur sowie Personenbesetzung zwischen 10 bis 15 Kubikmeter pro Stunde und Person. Die Zuluft in den Fahrgasträumen wird alle zwei bis drei Minuten sowie die Aussenluft alle vier bis sieben Minuten erneuert.

Diese Kennzahlen zeigen anschaulich, dass für ausreichende Durchlüftung, Luftaustausch und Verdünnungseffekte über die Klimaanlagen gesorgt wird. Im Vergleich dazu liegen Luftwechselkoeffizienten in klimatisierten Gebäuden mit zwei bis fünf Luftwechseln pro Stunde bei wesentlich niedrigeren Werten.

Die Aussen- als auch Umluftanteile in den Klimaanlagen werden durch Luftfilter der Kategorie ISO Coarse gemäss ISO 16890 gereinigt. Die Vorgabe zur Wahl der angewendeten Luftfilterart basiert ebenfalls auf der Vorgabe von europäischen Standards. Die SBB tauscht diese Filter alle 90 Tage aus.


Welche Regelungen bzgl. Homeoffice und Maskentragen gelten aktuell für Mitarbeitende der SBB?
Die SBB verfügt über zahlreiche Schutzkonzepte, die jeweils dem Infektionsrisiko der jeweiligen Mitarbeitenden angepasst sind.

Corona-bedingt arbeiteten bei der SBB ab Mitte März 2020 alle, deren Funktion es zulässt, konsequent im Home Office (zeitweise rund 13 000 Mitarbeitende). Ab dem 8. Juni 2020 erfolgte die schrittweise Rückkehr der Mitarbeitenden in die Büros. Zum Schutz der Mitarbeitenden ist die SBB dies mit höchster Vorsicht angegangen: Zuerst erlaubte die SBB eine Rückkehr zu 25 Prozent der Pensen der Mitarbeitenden in die Büros, später dann zu maximal 50 Prozent ihrer Pensen – selbstverständlich unter Einhaltung des Schutzkonzepts.

Wie vom Bundesrat empfohlen, führt die SBB weitgehend wieder Home Office ein. Mitarbeitende, die ihre Arbeit von zu Hause aus erledigen können, arbeiten seit dem 19. Oktober 2020 wenn möglich und sinnvoll wieder im Home Office. Von der Home-Office-Regelung ausgenommen sind sämtliche betriebsrelevanten Tätigkeiten, die draussen oder aus betrieblichen und technischen Gründen in einem SBB Gebäude durchgeführt werden müssen.

Im Sinne einer einheitlichen Regelung hat die SBB entschieden, an sämtlichen Standorten ab dem 19. Oktober 2020 eine Maskentragpflicht einzuführen. Das bedeutet, dass vom Betreten eines SBB-Gebäudes bis zum Arbeitsplatz (in den Eingangsbereichen, Garderoben, Liften, Treppenhäusern usw.) eine Maske getragen werden muss. Am Arbeitsplatz, in den Pausen- und Sitzungsräumen gilt das bisherige Schutzkonzept. Sofern die Hygieneregeln und ein Abstand von 1,5 Meter eingehalten werden können, muss an diesen Orten keine Maske getragen werden. In den Personalrestaurants müssen unverändert bis zum Sitzplatz Masken getragen werden.