Die Seetalbahn wird modernisiert

Im April 2018 startete im SBB-Werk Olten die Modernisierung des ersten Fahrzeugs als Prototyp GTW Seetal.

Mittlerweile haben die ersten Kompositionen der GTW Seetal (Gelenktriebwagen) rund 1,8 Mio. Kilometer auf den Rädern. Im April 2018 startete im SBB-Werk Olten die Modernisierung des ersten Fahrzeugs als Prototyp. Im November fanden Testfahrten statt und ab Mitte Dezember 2018 wird die erneuerte Komposition auf der S-Bahn-Linie S9 zwischen Luzern und Lenzburg bereits für die Kunden im Einsatz sein.

Die Investitionen für die Modernisierung der 17 Kompositionen belaufen sich auf rund 18,5 Millionen Schweizer Franken. 15 Fahrzeuge werden auf der S9 eingesetzt und entsprechend von den Kantonen Luzern und Aargau sowie vom Bund mitfinanziert. 2 Fahrzeuge werden per Fahrplan 2019 an Thurbo verkauft – sie durchlaufen dasselbe Modernisierungsprojekt. Thurbo wird die beiden Fahrzeuge auf der Linie Bülach–Waldshut einsetzen, wo es noch viele Bahnhöfe mit tiefen Perrons gibt.

Zwei Perronhöhen, neues Kundeninformationssystem

Die Fahrzeuge des Typs GTW wurden in den Jahren 2002/03 für eine Nutzungsdauer von 25 Jahren beschafft. Der «Seetaler» wurde damals spezifisch für die «Seetal-Perrons» mit einer Höhe von 35 cm ausgelegt. Das führt dazu, dass Reisende an einzelnen Bahnhöfen mit einer Perronhöhe von 55 cm nicht ebenerdig einsteigen können. Damit auch Personen mit einer Mobilitätseinschränkung und Reisende mit Kinderwagen die S9-Linie autonom nutzen können, wird im Mittelwagen ein Türpaar um 20 cm auf Perronhöhe 55 cm angehoben und der Klapp- durch einen Schiebetritt ersetzt.

Nebst einer umfangreichen Korrosionssanierung wird der Fahrgastraum mit neuen Sitzpolstern und neulackierten Seitenwandtischen aufgefrischt. Dank der Neulackierung erhalten die Züge auch aussen ein neues Erscheinungsbild. Zudem wird das Kundeninformationssystem aus den 1990er-Jahren ersetzt. Das neue System zeigt den Kunden mit zwei grossen Deckenmonitoren pro Wagen die bekannte Perlschnur sowie Anschlussverbindungen beim Umsteigen an. Auf den Einbau eines Repeaters wird bewusst verzichtet, stattdessen werden mobilfunkdurchlässige Spezialscheiben eingebaut. Diese sind bereit für künftige Mobilfunkgenerationen wie 5G.

Dank an die Mitarbeitenden

Bis 2021 sollten alle 17 GTW-Fahrzeuge modernisiert sein. Auf die Instandhaltungsspezialisten der SBB wartet noch einiges an Arbeit: «Ich möchte mich bei allen Mitarbeitenden für ihren grossen Einsatz für diese Flotte bedanken», sagt Projektleiter Samuel Haury.

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