Coronavirus: Hintergrundinformationen für Medienschaffende

Dieser Beitrag enthält aktuelle Hintergrundinformationen für Medienschaffende zu den Auswirkungen des Coronavirus auf die SBB. In der rechten Spalte sind frühere Medienmitteilungen zum Thema verlinkt.

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Welches Angebot fährt die SBB über die Ostertage?

Trotz der Corona-Krise erwartet die SBB viele Reisende in den Zügen. Deshalb erweitert die SBB ihr Angebot ins Tessin und zurück über die Ostertage. Die SBB setzt dieses Jahr rund ein Dutzend Extrazüge sowohl für den Hinweg ins Tessin als auch für den Rückweg gen Norden ein. Diese Züge sind im Online-Fahrplan ersichtlich. Aus bekannten Gründen wird die SBB ihr Angebot nicht zusätzlich bewerben. Über verschiedene Kanäle werden die Reisenden hingegen aktiv auf das gültige ÖV-Schutzkonzept hingewiesen. Die SBB kann trotz dieser Massnahmen nicht ausschliessen, dass es in Einzelfällen oder im Störungsfall zu hohen Frequenzen auf einzelnen Zügen kommen kann. Die SBB beobachtet die Reisezahlen täglich. Ist eine Überbelegung zu erwarten, reagiert die SBB bspw. mit Kundenlenkungsmassnahmen: An neuralgischen Punkten ist die SBB zusätzlich mit Personal präsent und unterstützt und lenkt die Reisenden. Ebenfalls unterstützen zusätzliche Mitarbeitende an versch. Standorten die Kund*innen beim Veloverlad.

Wie entwickeln sich die Passagierzahlen der SBB?
Die Auslastung lag in der Woche vom 12. April bis 18. April im Fernverkehr bei 50 Prozent gegenüber 2019, im Regionalverkehr bei 60 Prozent gegenüber 2019.

Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung seit Beginn der Pandemie auf:

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Wie hat sich die Homeoffice-Pflicht ab dem 18. Januar auf die Passagierzahlen der SBB ausgewirkt?

  • Insgesamt ist im Passagieraufkommen gegenüber der Vorwoche ein leichter Rückgang feststellbar. Während den Hauptverkehrszeiten ist dieser geringer als während den Nebenverkehrszeiten.
  • Auf einzelnen Zügen besteht weiterhin eine hohe Nachfrage, zum Beispiel wo viele Schüler unterwegs sind.

Welche (finanziellen) Auswirkungen erwartet die SBB aufgrund der erneuten Homeoffice-Pflicht des Bundes?
Die SBB erwartet einen erneuten Rückgang der Reisenden im Regional- und Fernverkehr. Dies wird auch finanzielle Auswirkungen haben. Aktuell rechnet die SBB für das Jahr 2020 mit einem Umsatzeinbruch von 1,5 Milliarden Franken.

Wird die SBB den Fahrplan nach der Einführung der Homeoffice-Pflicht wie im Frühjahr 2020 wieder herunterfahren?
SBB und PostAuto als Systemführer für den öffentlichen Verkehr haben in Absprache mit dem BAV beschlossen, dass das publizierte Angebot weiter gefahren wird. Der ÖV erbringt eine systemrelevante Dienstleistung gerade für Menschen, die nicht zu Hause arbeiten können. Mit der Aufrechterhaltung des geltenden Fahrplans können wir zudem dafür sorgen, dass sich die Menschen gut auf die Verkehrsmittel verteilen können.

Die Transportunternehmen halten den Fahrplan aufrecht, so lange dies betrieblich möglich ist und wir genügend gesundes Personal dafür haben. Trotz geringerer Nachfrage wird auf Angebotskürzungen im Fern- und Regionalverkehr verzichtet.

Welche Auswirkungen haben die Massnahmen auf den internationalen Zugverkehr und den Nachtzugverkehr?
Zugreisen ins Ausland sind mit gewissen Einschränkungen möglich. Reisenden nach Europa wird empfohlen, sich vor Ort über mögliche Einreisebeschränkungen zu informieren. Es liegt in der Selbstverantwortung der Kundinnen und Kunden, sich vor der Reise über die aktuell gültigen Regelungen zu informieren.

Der internationale Nachtzugverkehr ist vorübergehend eingeschränkt und teilweise eingestellt. Es wird empfohlen vor jeder Fahrt den Online-Fahrplan zu konsultieren.

Auf der Seite «Zugreisen nach Europa in Coronazeiten» finden sich pro Land die wichtigsten Informationen.

Wie ist die Bilanz der SBB zur Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr?
Die Maskenpflicht im ÖV wird nach wie vor sehr gut eingehalten. Das ist erfreulich und zeugt davon, dass das Maskentragen mittlerweile zur neuen Normalität im Schweizer ÖV gehört.

Sollte jemand die Maske vergessen haben, weist das Zugpersonal die Person auf die Maskentragpflicht hin. Schön ist, wenn in einer solchen Situation die Mitreisenden mit einer Reservemaske aushelfen können. In Einzelfällen kommt es vor, dass das Zugpersonal die Sicherheitsdienste beiziehen muss, weil sich jemand ohne Maske weigert, den Zug zu verlassen. Dabei kann es Verzeigungen wegen Ungehorsams geben.

Was hält die SBB von der Attestpflicht für Personen, die von der Maskentragpflicht ausgenommen sind?
Die SBB begrüsst die Regelung, die ihrem Personal die Arbeit erleichtert.

Warum stellt die SBB in ihren Zügen nicht Masken und Desinfektionsmittel zur Verfügung?
Masken und Desinfektionsmittel gibt es in zahlreichen Läden in unseren Bahnhöfen zu kaufen (Supermärkte, Kiosks, Apotheken) sowie an den Selecta-Automaten.

Desinfektionsmittel stellen wir unseren Kundinnen und Kunden an zahlreichen Dispensern in unseren Bahnhöfen gratis zur Verfügung. Desinfektionsmittel in den Zügen würden wegen der Brennbarkeit ein Sicherheitsrisiko darstellen.

Warum beschliesst die SBB nicht weitergehende Schutzmassnahmen?
Das Schweizer ÖV-Schutzkonzept basiert auf den Empfehlungen und Massnahmen des Bundes zum Gesundheitsschutz. Die öffentlichen Verkehrsbetriebe geben diese Empfehlungen an ihre Kundinnen und Kunden weiter.

Das ÖV-Schutzkonzept bewährt sich. Repräsentative Marktforschungen zeigen, dass die Kundinnen und Kunden die Schutzmassnahmen im ÖV als sinnvoll erachten und sich gut informiert fühlen.

Wie oft reinigt die SBB ihre Züge und Bahnhöfe?
Seit Beginn der Pandemie im März reinigt das Personal der SBB die Züge und Bahnhöfe noch öfter und intensiver:

  • Sichtreinigung bis sechsmal pro Tag mit Fokus auf die Reinigung von Oberflächen, Haltestangen, Taster/Knöpfe sowie Tische und Armlehnen, Abfallentsorgung, Toiletten (WC-Schüssel, Boden, Waschbecken).
  • Tagesreinigung mindestens einmal pro 24h (vorwiegend in der Nacht): Sichtreinigung (siehe oben) plus Böden feucht aufnehmen oder staubsaugen, Fensterreinigung innen.
  • Zwischenreinigung mindestens einmal pro Woche: intensivere Tagesreinigung mit mehr Zeiteinsatz; Aussenreinigung in der Reinigungsanlage.

Es stehen derzeit rund 1000 Personen für die Zugsreinigung im Einsatz.

Auch die Reinigung an den Bahnhöfen hat die SBB bereits im März intensiviert. Insbesondere Stellen wie Handläufe von Rolltreppe, Liftknöpfe oder Bildschirme von Billettautomaten werden vermehrt gereinigt. Zudem wird ein auf Covid-19 geprüftes Reinigungsmittel verwendet. Kontaktflächen werden neu sechsmal pro Tag gereinigt. In grossen Bahnhöfen stehen an hochfrequentierten Zu- und Abgängen sowie an den Haupteingängen Desinfektionsmittelspender für Kundinnen und Kunden.

Warum verschlimmert die Pandemie den Lokführermangel der SBB?
In den nächsten Jahren benötigt die SBB wegen Pensionierungen und der normalen Fluktuation rund 1000 neue Lokführerinnen und Lokführer. Jährlich werden aktuell 2,5 Prozent der Lokführer pensioniert. Die Zahl der Pensionierungen steigt in den nächsten Jahren wegen geburtenstarker Jahrgängen auf rund vier Prozent an. Die effektive Fluktuation ist mit einem Prozent eher tief.

Die SBB hat Rekrutierung und Ausbildung von Lokpersonal deswegen stark intensiviert. Trotz dieser Offensive bleiben die Bestände vorerst knapp. Die Coronavirus-Krise verschärft die Situation zusätzlich, da die Ausbildungen sich verzögert. Sie mussten kurzzeitig ganz ausgesetzt und müssen nun mittels aufwändiger Schutzkonzepte durchgeführt werden.

Besteht eine erhöhte Ansteckungsgefahr in den Zügen?
Gemäss aktuellem Wissensstand gibt es zurzeit keine Anzeichen für eine erhöhte Ansteckungsgefahr in SBB-Fahrzeugen mit funktionsfähigen Klimaanlagen bzw. Lüftungen.

Sind Klimaanlagen und Heizungen in Zügen ein Übertragungsrisiko?
Nein. Arbeitsmedizinische Abklärungen, in Rücksprache mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG), haben ergeben, dass es gemäss aktuellem Wissensstand keine Anhaltspunkte für eine Übertragung des Coronavirus über Klimaanlagen und Lüftungen gibt.

Die Luft in unseren Waggons wird mehrmals pro Stunde komplett ausgetauscht. Bei modernen Fahrzeugflotten wie den FLIRT-Fahrzeugen wird der Aussenluftvolumenstrom über den Besetzungsgrad an Fahrgästen geregelt. Im Detail: Die in die Fahrgastbereiche eingebrachte, konditionierte Zuluft besteht aus Um- und Aussenluftanteilen. Die Quantität der Aussenluftvolumenströme basiert dabei auf den Vorgaben europäischer Standards. Der Aussenluftvolumenstrom pro Person beträgt dabei in Abhängigkeit von der Aussenlufttemperatur sowie Personenbesetzung zwischen 10 bis 15 Kubikmeter pro Stunde und Person. Die Zuluft in den Fahrgasträumen wird alle zwei bis drei Minuten sowie die Aussenluft alle vier bis sieben Minuten erneuert.

Diese Kennzahlen zeigen anschaulich, dass für ausreichende Durchlüftung, Luftaustausch und Verdünnungseffekte über die Klimaanlagen gesorgt wird. Im Vergleich dazu liegen Luftwechselkoeffizienten in klimatisierten Gebäuden mit zwei bis fünf Luftwechseln pro Stunde bei wesentlich niedrigeren Werten.

Die Aussen- als auch Umluftanteile in den Klimaanlagen werden durch Luftfilter der Kategorie ISO Coarse gemäss ISO 16890 gereinigt. Die Vorgabe zur Wahl der angewendeten Luftfilterart basiert ebenfalls auf der Vorgabe von europäischen Standards. Die SBB tauscht diese Filter alle 90 Tage aus.

Welche Regelungen gelten bezüglich Homeoffice und Maskentragen für Mitarbeitende der SBB?
Die SBB verfügt über zahlreiche Schutzkonzepte, die dem Infektionsrisiko der jeweiligen Mitarbeitenden angepasst sind.

Bereits seit dem 19. Oktober 2020 arbeiten wieder alle Mitarbeitenden, deren Funktion es zulässt, konsequent im Homeoffice. Von der Homeoffice-Regelung ausgenommen sind sämtliche betriebsrelevanten Tätigkeiten, die draussen oder aus betrieblichen und technischen Gründen in einem SBB Gebäude durchgeführt werden müssen. Dementsprechend hat die Homeoffice-Pflicht, welche der Bundesrat am 13. Januar 2021 beschlossen hat, keine Auswirkungen auf die SBB.

Im Sinne einer einheitlichen Regelung gilt an sämtlichen SBB Standorten ebenfalls bereits seit dem 19. Oktober 2020 eine Maskentragpflicht. Das bedeutet, dass vom Betreten eines SBB Gebäudes bis zum Arbeitsplatz (in den Eingangsbereichen, Garderoben, Liften, Treppenhäusern usw.) eine Maske getragen werden muss. Die Pflicht gilt auch in Sitzungszimmern sowie für alle Mitarbeitende, die durch Plexiglas geschützt sind, beispielsweise Kundenberaterinnen und Kundenberater oder Empfangsmitarbeitende. Auch mit Maske müssen die Abstände eingehalten werden (STOP-Prinzip).

Bisher waren fix zugeteilte Arbeitsplätze von der Maskentragpflicht in Gebäuden ausgenommen. Dies passt die SBB aufgrund des Entscheides des Bundesrates vom 18. Januar an: Neu müssen auch Mitarbeitenden an zugeteilten Arbeitsplätzen eine Maske tragen – ausser sie sind alleine.

Zahlreiche Geschäfte in Bahnhöfen müssen ab dem 18. Januar 2021 erneut schliessen. Kommt die SBB ihren Mieterinnen und Mietern entgegen?
Die SBB ist sich bewusst, dass die aktuelle Lage für die Geschäftsmieter weiterhin äusserst herausfordernd ist. Auch die SBB und der gesamte öffentliche Verkehr sind von den Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus in sehr hohem Masse betroffen. Die SBB unterstützt ihre Geschäftsmieter deshalb weiterhin.