Coronavirus: Hintergrundinformationen für Medienschaffende

Dieser Beitrag enthält aktuelle Hintergrundinformationen für Medienschaffende zu den Auswirkungen des Coronavirus auf die SBB. In der rechten Spalte sind frühere Medienmitteilungen zum Thema verlinkt.

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Die Normalität kehrt schrittweise zurück – auch im ÖV. In den öffentlichen Verkehrsmitteln und in geschlossenen Räumen der Bahnhöfe gilt weiterhin schweizweit die Maskentragpflicht. Wer die Schutzmassnahmen befolgt, reist im Zug sicher – und klimafreundlich.

Maskenpflicht im ÖV wird gelockert.

Der Bundesrat hat am 23. Juni 2021 beschlossen, die Maskenpflicht im Freien per 26. Juni 2021 aufzuheben. Damit müssen Reisende auf Perrons von Bahnhöfen, an Haltestellen sowie auf Sesselbahnen und Schiffsdecks keine Masken mehr tragen. Die Maskenpflicht gilt jedoch weiterhin in allen Transportmitteln des öffentlichen Verkehrs sowie in geschlossenen Räumen der Bahnhöfe. Mit der Aufhebung der Homeoffice-Pflicht rechnet die ÖV-Branche mit einem weiteren Anstieg der Fahrgastzahlen.

Angebot im internationalen Personenverkehr wird hochgefahren.

Zusätzliche Tagesverbindungen

  • Das aktuelle Angebot für Reisen zwischen der Schweiz und Italien, das seit dem 13. Juni gilt, wird um zwei Wochen bis am 18. Juli verlängert. Bis zu diesem Zeitpunkt verkehren rund 75% aller Züge zwischen der Schweiz und Italien. Die detaillierten Informationen sind im Online-Fahrplan ersichtlich.

  • Zu beachten ist, dass aufgrund der Kontrollen an der Grenze die Züge in Fahrrichtung Süden zurzeit mit rund 30 Minuten Verspätung an der Zieldestination eintreffen.

  • Auch das Angebot von und nach Frankreich wird schrittweise wieder hochgefahren. Ab dem 3. Juli bis einschliesslich 30. August verkehren, mit vereinzelten Ausnahmen am Wochenende, folgende Züge:

    4x täglich Zürich/Basel–Paris
    6x täglich Genf–Paris
    3x täglich Lausanne–Paris (via Jura)
    1x täglich Genf–Marseille

  • Ab dem 3 Juli wird die Verpflegung im Barwagen «LE DELI» wieder angeboten. Die Business 1ère Klasse öffnet ab dem 30. August 2021.

  • Die internationalen Züge nach Deutschland und Österreich verkehren ohne Einschränkungen.

Wiederaufnahme Nachtverbindungen im internationalen Personenverkehr

  • Die SBB hat gemeinsam mit der Partnerbahn ÖBB entschieden, das Angebot der internationalen Nachtzüge mit dem Nightjet ab dem 24./25. Mai 2021 nach einem über viermonatigen Unterbruch wieder in Betrieb zu nehmen. Ab diesem Datum können die Kundinnen und Kunden ab der Schweiz mit dem Nachtzug nach Berlin, Hamburg, Graz, Wien, Zagreb und Budapest reisen.

  • Seit 2. Juni 2021 verkehren zusätzlich auch wieder Direktzüge von der Schweiz nach Prag.

  • Diese Züge können ab sofort wieder gebucht werden und sind auf dem Online-Fahrplan ersichtlich.

  • Die SBB empfiehlt allen Reisenden, sich frühzeitig über die Einreisebedingungen auf der Seite des BAG oder in den entsprechenden Ländern zu informieren.

Informationen zum internationalen Personenverkehr werden auf unserer Webseite Zugreisen nach Europa in Coronazeiten fortlaufend aktualisiert.

Wann öffnen die SBB Restaurants wieder?
Seit dem 11. Juni 2021 sind die SBB Restaurants und SBB Bistros (mit Bedienung oder Takeaway) wieder geöffnet. Die Speisewagen im Ausland sowie auf einzelnen Strecken im Inland werden bis auf Weiteres noch nicht bedient:

National

  • IR 15 Genf–Luzern
  • IC Zürich–Stuttgart
  • IC 51 Basel-Biel

International

  • EC 8, EC 9 Zürich-Hamburg-Zürich: Die SBB Restaurants sind auf der ganze Strecke Zürich–Hamburg geschlossen.

  • EC 6, EC 7 Interlaken Ost Basel SBB–Hamburg– Interlaken OstBasel SBB: Auf dem Schweizer Streckenabschnitt von und nachInterlaken– Basel SBB sind die SBB Restaurants offen, zwischen Basel SBB und Hamburg sind sie geschlossen.

  • EC Richtung Italien: Auf den Schweizer Streckenabschnitten sind die SBB Restaurants offen, auf den Italienischen Strecken (ab Brig / Chiasso) sind sie geschlossen.

Wie entwickeln sich die Passagierzahlen der SBB?
Die Auslastung lag in der Woche vom 12. Juli bis 18. Juli im Fernverkehr bei 60 Prozent gegenüber 2019, im Regionalverkehr bei 70 Prozent gegenüber 2019.

Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung seit Beginn der Pandemie auf:

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Wie ist die Bilanz der SBB zur Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr?
Die Maskenpflicht im ÖV wird nach wie vor sehr gut eingehalten. Das ist erfreulich und zeugt davon, dass das Maskentragen mittlerweile zur neuen Normalität im Schweizer ÖV gehört.

Sollte jemand die Maske vergessen haben, weist das Zugpersonal die Person auf die Maskentragpflicht hin. Schön ist, wenn in einer solchen Situation die Mitreisenden mit einer Reservemaske aushelfen können. In Einzelfällen kommt es vor, dass das Zugpersonal die Sicherheitsdienste beiziehen muss, weil sich jemand ohne Maske weigert, den Zug zu verlassen. Dabei kann es Verzeigungen wegen Ungehorsams geben.

Was hält die SBB von der Attestpflicht für Personen, die von der Maskentragpflicht ausgenommen sind?
Die SBB begrüsst die Regelung, die ihrem Personal die Arbeit erleichtert.

Warum stellt die SBB in ihren Zügen nicht Masken und Desinfektionsmittel zur Verfügung?
Masken und Desinfektionsmittel gibt es in zahlreichen Läden in unseren Bahnhöfen zu kaufen (Supermärkte, Kiosks, Apotheken) sowie an den Selecta-Automaten.

Desinfektionsmittel stellen wir unseren Kundinnen und Kunden an zahlreichen Dispensern in unseren Bahnhöfen gratis zur Verfügung. Desinfektionsmittel in den Zügen würden wegen der Brennbarkeit ein Sicherheitsrisiko darstellen.

Warum beschliesst die SBB nicht weitergehende Schutzmassnahmen?
Das Schweizer ÖV-Schutzkonzept basiert auf den Empfehlungen und Massnahmen des Bundes zum Gesundheitsschutz. Die öffentlichen Verkehrsbetriebe geben diese Empfehlungen an ihre Kundinnen und Kunden weiter.

Das ÖV-Schutzkonzept bewährt sich. Repräsentative Marktforschungen zeigen, dass die Kundinnen und Kunden die Schutzmassnahmen im ÖV als sinnvoll erachten und sich gut informiert fühlen.

Wie oft reinigt die SBB ihre Züge und Bahnhöfe?
Seit Beginn der Pandemie im März 2020 reinigt das Personal der SBB die Züge und Bahnhöfe noch öfter und intensiver:

  • Sichtreinigung bis sechsmal pro Tag mit Fokus auf die Reinigung von Oberflächen, Haltestangen, Taster/Knöpfe sowie Tische und Armlehnen, Abfallentsorgung, Toiletten (WC-Schüssel, Boden, Waschbecken).
  • Tagesreinigung mindestens einmal pro 24h (vorwiegend in der Nacht): Sichtreinigung (siehe oben) plus Böden feucht aufnehmen oder staubsaugen, Fensterreinigung innen.
  • Zwischenreinigung mindestens einmal pro Woche: intensivere Tagesreinigung mit mehr Zeiteinsatz; Aussenreinigung in der Reinigungsanlage.

Es stehen derzeit rund 1000 Personen für die Zugsreinigung im Einsatz.

Auch die Reinigung an den Bahnhöfen hat die SBB bereits im März intensiviert. Insbesondere Stellen wie Handläufe von Rolltreppe, Liftknöpfe oder Bildschirme von Billettautomaten werden vermehrt gereinigt. Zudem wird ein auf Covid-19 geprüftes Reinigungsmittel verwendet. Kontaktflächen werden neu sechsmal pro Tag gereinigt. In grossen Bahnhöfen stehen an hochfrequentierten Zu- und Abgängen sowie an den Haupteingängen Desinfektionsmittelspender für Kundinnen und Kunden.

Warum verschlimmert die Pandemie den Lokführermangel der SBB?
In den nächsten Jahren benötigt die SBB wegen Pensionierungen und der normalen Fluktuation rund 1000 neue Lokführerinnen und Lokführer. Jährlich werden aktuell 2,5 Prozent der Lokführer pensioniert. Die Zahl der Pensionierungen steigt in den nächsten Jahren wegen geburtenstarker Jahrgängen auf rund vier Prozent an. Die effektive Fluktuation ist mit einem Prozent eher tief.

Die SBB hat Rekrutierung und Ausbildung von Lokpersonal deswegen stark intensiviert. Trotz dieser Offensive bleiben die Bestände vorerst knapp. Die Coronavirus-Krise verschärft die Situation zusätzlich, da die Ausbildungen sich verzögert. Sie mussten kurzzeitig ganz ausgesetzt und müssen nun mittels aufwändiger Schutzkonzepte durchgeführt werden.

Besteht eine erhöhte Ansteckungsgefahr in den Zügen?
Gemäss aktuellem Wissensstand gibt es zurzeit keine Anzeichen für eine erhöhte Ansteckungsgefahr in SBB-Fahrzeugen mit funktionsfähigen Klimaanlagen bzw. Lüftungen.

Sind Klimaanlagen und Heizungen in Zügen ein Übertragungsrisiko?
Nein. Arbeitsmedizinische Abklärungen, in Rücksprache mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG), haben ergeben, dass es gemäss aktuellem Wissensstand keine Anhaltspunkte für eine Übertragung des Coronavirus über Klimaanlagen und Lüftungen gibt.

Die Luft in unseren Waggons wird mehrmals pro Stunde komplett ausgetauscht. Bei modernen Fahrzeugflotten wie den FLIRT-Fahrzeugen wird der Aussenluftvolumenstrom über den Besetzungsgrad an Fahrgästen geregelt. Im Detail: Die in die Fahrgastbereiche eingebrachte, konditionierte Zuluft besteht aus Um- und Aussenluftanteilen. Die Quantität der Aussenluftvolumenströme basiert dabei auf den Vorgaben europäischer Standards. Der Aussenluftvolumenstrom pro Person beträgt dabei in Abhängigkeit von der Aussenlufttemperatur sowie Personenbesetzung zwischen 10 bis 15 Kubikmeter pro Stunde und Person. Die Zuluft in den Fahrgasträumen wird alle zwei bis drei Minuten sowie die Aussenluft alle vier bis sieben Minuten erneuert.

Diese Kennzahlen zeigen anschaulich, dass für ausreichende Durchlüftung, Luftaustausch und Verdünnungseffekte über die Klimaanlagen gesorgt wird. Im Vergleich dazu liegen Luftwechselkoeffizienten in klimatisierten Gebäuden mit zwei bis fünf Luftwechseln pro Stunde bei wesentlich niedrigeren Werten.

Die Aussen- als auch Umluftanteile in den Klimaanlagen werden durch Luftfilter der Kategorie ISO Coarse gemäss ISO 16890 gereinigt. Die Vorgabe zur Wahl der angewendeten Luftfilterart basiert ebenfalls auf der Vorgabe von europäischen Standards. Die SBB tauscht diese Filter alle 90 Tage aus.

Welche Regelungen gelten bezüglich Homeoffice und Maskentragen für Mitarbeitende der SBB?
Die SBB verfügt über zahlreiche Schutzkonzepte, die dem Infektionsrisiko der jeweiligen Mitarbeitenden angepasst sind.

Bereits seit dem 19. Oktober 2020 arbeiten wieder alle Mitarbeitenden, deren Funktion es zulässt, konsequent im Homeoffice. Von der Homeoffice-Regelung ausgenommen sind sämtliche betriebsrelevanten Tätigkeiten, die draussen oder aus betrieblichen und technischen Gründen in einem SBB Gebäude durchgeführt werden müssen. Dementsprechend hat die Homeoffice-Pflicht, welche der Bundesrat am 13. Januar 2021 beschlossen hat, keine Auswirkungen auf die SBB.

Im Sinne einer einheitlichen Regelung gilt an sämtlichen SBB Standorten ebenfalls bereits seit dem 19. Oktober 2020 eine Maskentragpflicht. Das bedeutet, dass vom Betreten eines SBB Gebäudes bis zum Arbeitsplatz (in den Eingangsbereichen, Garderoben, Liften, Treppenhäusern usw.) eine Maske getragen werden muss. Die Pflicht gilt auch in Sitzungszimmern sowie für alle Mitarbeitende, die durch Plexiglas geschützt sind, beispielsweise Kundenberaterinnen und Kundenberater oder Empfangsmitarbeitende. Auch mit Maske müssen die Abstände eingehalten werden (STOP-Prinzip).

Bisher waren fix zugeteilte Arbeitsplätze von der Maskentragpflicht in Gebäuden ausgenommen. Dies passt die SBB aufgrund des Entscheides des Bundesrates vom 18. Januar an: Neu müssen auch Mitarbeitenden an zugeteilten Arbeitsplätzen eine Maske tragen – ausser sie sind alleine.

Zahlreiche Geschäfte in Bahnhöfen müssen ab dem 18. Januar 2021 erneut schliessen. Kommt die SBB ihren Mieterinnen und Mietern entgegen?
Die SBB ist sich bewusst, dass die aktuelle Lage für die Geschäftsmieter weiterhin äusserst herausfordernd ist. Auch die SBB und der gesamte öffentliche Verkehr sind von den Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus in sehr hohem Masse betroffen. Die SBB unterstützt ihre Geschäftsmieter deshalb weiterhin.