Ein Mann des Ausgleichs: zum Gedenken an Peter Lehmann

Er setzte sich 53 Jahre für die SBB ein, davon zuletzt neun Jahre als Ombudsmann. Am vergangenen Sonntag ist Peter Lehmann nach langer Krankheit 70-jährig verstorben. Die SBB verliert einen Menschen, der stets den Ausgleich gesucht hat.

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Mit 17 Jahren trat Peter Lehmann im Frühling 1966 in die SBB ein. Die Liste der Stationen und Funktionen, die er im Verlaufe seiner Karriere für die SBB ausübte, ist lang: Leiter Ausbildungszentrum in Muntelier, Leiter Kunden-Service Personenverkehr, stellvertretender Leiter Personenverkehr, Senior Advisor bei SBB Consulting, Verwaltungsrat RailAway und Railtour sowie Vorstandsmitglied der Reka.

«PeLe», wie er von vielen liebevoll genannt wurde, stand im Ruf, seine Mitarbeitenden zu fördern, aber auch zu fordern. Bei allem Tun war für ihn immer der Mensch im Zentrum – sei es als Kunde, sei es als Kollege oder Mitarbeiter. Weggefährten wie etwa René Kamer, Geschäftsleiter von RailAway, bezeichnen ihn als «menschliches und fachliches Vorbild». Ein solches nennt ihn auch Toni Häne, heutiger Leiter Personenverkehr und Konzernleitungsmitglied, dessen Chef Peter eine Zeit lang war.

«Den Ausgleich zu finden, war seine absolute Stärke», erinnert sich Toni Häne. Mit den Sozialpartnern ebenso wie zwischen den Mitarbeitenden und den Anliegen des Unternehmens. An ein Bonmot von «PeLe» erinnert sich Toni besonders gut: «Vorschriften sind ‹out›, Vernunft ist in». Bekannt war Peter auch für seine Fragmente, kurze Gedankengänge und Ideen, die er unter anderem in Form von drei Büchern veröffentlicht hat.

Nach 44 Jahren wechselte Peter Lehmann auf den Stuhl des Ombudsmannes, der zuvor während knapp zwei Jahren verwaist gewesen war. Während seiner Zeit als Ombudsmann behandelte Peter über 450 Fälle. Dabei schaffte er es mit wenigen Ausnahmen, eine Lösung zwischen den über Kreuz liegenden Parteien zu finden. Den Menschen Wertschätzung zu geben und diese auch zu vermitteln, war ihm stets ein wichtiges Anliegen. Eine Fähigkeit, die in der Wirtschaft zu oft zu wenig geschätzt und gewürdigt wird.

Markus Jordi, Leiter Personal und Konzernleitungsmitglied, war während der Amtszeit von Peter Lehmann Ansprechpartner der SBB für den Ombudsmann. Peter habe dank seiner unkomplizierten Art «das Vertrauen aller genossen und sein Rat wurde geschätzt und respektiert». Doch sein Engagement trug noch mehr Früchte, wie Markus Jordi hervorstreicht: «‹PeLe› hat seine Funktion so weiterentwickelt, dass er auch mal präventiv gerufen wurde.» Peter Lehmann wird den Kolleginnen und Kollegen, mit denen er auf seiner «Fahrt» mit der SBB zu tun hatte, als lösungsorientierter, empathischer Mensch in respektvoller Erinnerung bleiben.