Entsorgen war gestern: SBB setzt auf Wiederverwertung

Alte Züge, Büromöbel und Bauelemente in den Abfall? Keinesfalls. Was an einem Ort nicht mehr gebraucht wird, kann andernorts oft wieder eingesetzt werden. Dafür macht sich die SBB stark – und hat dabei schon so manch kreative Idee umgesetzt.

Recycling ist in aller Munde. Noch einen Schritt weiter geht die sogenannte Kreislaufwirtschaft: alte Bauteile und Materialien werden dabei nicht entsorgt, sondern aufbereitet und weiterverwendet. So bleiben sie – wie der Begriff andeutet – im wirtschaftlichen Kreislauf. Circular Economy nennt sich das in Fachsprache.

Die SBB hat rund 77 Millionen Tonnen Material im Umlauf. Diese wuchtige Menge soll im Kreislauf bleiben. Das setzt sich die SBB im Rahmen der Strategie 2030 zum Ziel (mehr dazu in der Box am Ende des Beitrags). Schliesslich schont dies nicht nur die natürlichen Ressourcen, sondern senkt CO2-Emissionen und Kosten. Die folgenden Beispiele zeigen, wo die SBB bereits heute so weit ist.

SBB Resale Shop: Im SBB Resale Shop gibt es alles zu kaufen, was das Bähnler:innenherz begehrt. Von ausrangierten Loks bis hin zu den typischen Bahnhofsuhren, die bei der SBB ausgedient haben. So kommt es, dass beispielsweise Lösch- und Rettungszüge aus der Schweiz in Norwegen ein zweites Leben bekommen.

Neugasse-Areal beim Hauptbahnhof Zürich: Auf dem Neugasse-Areal beim Hauptbahnhof Zürich stehen Lokomotiv-Remisen aus verschiedenen Bauepochen. Die alten Werkstätten sind für den Bahnbetrieb wertlos geworden. Die Baubestandteile hingegen behalten ihren Wert: Sie sollen minutiös erfasst und wiederaufbereitet werden, um dereinst am selben Ort für den Neubau einer Schule zu dienen, statt den Müllberg zu bereichern.

Entsorgungshub Zürich Hardfeld: Mitten in der Zürcher City betreibt die Firma Spross Debag AG Zürich einen Entsorgungshub und nimmt neben Bauschutt neu auch Altglas, Altpapier und diversen anderen Abfall entgegen. Egal ob eine ganze LKW-Ladung oder nur Kleinmengen. Die Güter werden gesammelt, sortiert, verarbeitet und anschliessend durch SBB Cargo zum Endabnehmer transportiert.

Partnerschaft mit Madaster: Seit 2019 ist die SBB strategischer Partner von Madaster Schweiz. Madaster baut ein Online-Materialkataster für Gebäude und Infrastrukturen auf. So schafft Madaster Transparenz und fördert die Kreislauffähigkeit von Bauten und Anlagen, indem die Wiederverwendung und der Werterhalt der Materialien gesichert werden. Aus den Materialien von alten Gebäuden können so neue entstehen.

Asphalt – die graue Maus unter den Baustoffen: Ob Naturasphalt oder künstliche Mischung – die Herstellung dieses Baustoffs braucht viele Ressourcen. Für Perrons und Bauten der SBB ist er – wortwörtlich – grundlegend. Die SBB ist eine Vorreiterin im Asphaltrecycling. Seit 2020 verwendet sie bei Perrons Recyclingasphalt für 60 Prozent der unteren Tragschicht und 40 Prozent der sichtbaren Deckschicht. Gegenüber einem Perron aus Frischasphalt kann die SBB so die Umweltbelastung um einen Viertel senken.

Beginn einer Bildergalerie

Direkter Nutzen für Kundinnen und Kunden

Innerhalb der SBB werden vermehrt auch Ideen umgesetzt, welche nicht nur dem Gedanken der Kreislaufwirtschaft Rechnung tragen, sondern auch einen konkreten Nutzen für Kundinnen und Kunden bieten. Die Auswahl zeigt, dass sich das Thema Nachhaltigkeit bei der SBB nicht nur auf das Mobilitätsangebot beschränkt.

Trinkbrunnen: Mal sind sie aus Metall, mal aus Beton und dann wieder kunstvoll aus Stein gemeisselt: Die Brunnen an den SBB Bahnhöfen gibt es in allen Formen und Farben. So kann die eigene Flasche immer wieder gefüllt und der PET Verbrauch reduziert werden.

Fallblatt-Uhren: Die Fallblattanzeiger waren Jahrzehnte lang im Einsatz bevor sie im vergangenen Jahr von digitalen Anzeigen abgelöst wurden. Doch wer denkt, dass die Fallblätter auf dem Abfallhaufen landen, liegt falsch: SBB Anyway demontiert, zerlegt und baut sie zu einer einzigartigen Uhr zusammen. Damit lebt auch ein Stück Bahngeschichte weiter.

SBB Bücherschränke: Die SBB Bücherschränke an den Standorten Bern, Basel, Olten, Aarau und Schaffhausen sorgen dafür, dass gebrauchte Bücher nicht einfach weggeworfen, sondern weitergegeben und immer wieder gelesen werden.

Beginn einer Bildergalerie

Nachhaltigkeit als Teil der Strategie SBB 2030

Die SBB hat ein strategisches Zielbild bis 2030 definiert. Dieses setzt sie mit konkreten Zielen um. Eines davon ist die Nachhaltigkeit: Die SBB ist ab 2030 klimaneutral unterwegs, verbraucht weniger Energie und stärkt die Kreislaufwirtschaft. Die klimafreundliche und ressourcenschonende und im Vergleich zu Flugzeug, Bus und E-Auto unschlagbare Bahn leistet einen grossen Beitrag zum Klimaziel 2050 der Schweiz. Jährlich vermeidet die Schweiz dank des Schienenanteils am Verkehr den Ausstoss von fünf Millionen Tonnen CO2, was zehn Prozent ihrer Gesamtemissionen entspricht.

Mehr zur SBB Strategie 2030.

Mehr zum Thema Kreislaufwirtschaft lässt sich auf der Website Kreislaufwirtschaft SBB finden.