Der Stein, auf dem die Bahn rollt

Gleisschotter ist ein wertvoller Rohstoff. Die Steine federn die Schwingungen ab, die durch die schnellen, schweren Züge entstehen. Und sie sorgen dafür, dass sich kein Regenwasser auf der Strecke sammelt. Doch woher kommt der Schotter und wohin geht er?

Beginn einer Bildergalerie

1. Sprengung im Steinbruch

Im Steinbruch wird das besonders harte Gestein, das sich für Bahnschotter eignet (Basalt, Grauwacke, Granit), mittels Sprengung abgetragen. Bis zu 600 000 Tonnen Schotter benötigt die SBB pro Jahr, wovon jährlich zwischen 500 000 und 530 000 Tonnen eingekauft werden. Verwendet werden ungefähr 420 000 Tonnen für Fahrbahnerneuerungen und 180 000 Tonnen für den Unterhalt. 80 Prozent des verwendeten Gleisschotters kommen aus der Schweiz. 20 Prozent werden aus dem Ausland, dabei vor allem aus Deutschland, importiert.

2. Verarbeitung

Mit einem riesigen Sieb werden die abgetragenen Steine nach Grösse sortiert. Die kleinen fallen durch, die grossen werden weiterverarbeitet. 32 × 50 Millimeter gross ist ein durchschnittlicher Schotterstein. So werden schlussendlich etwa 30 Prozent des gesprengten Gesteins zu Schotter verarbeitet.

3. Transport

Der Transport zur Baustelle erfolgt oft zuerst im LKW und anschliessend im Güterwagen. Durchschnittlich wird an 358 Tagen im Jahr Schotter auf dem SBB Netz angeliefert.

Beginn einer Bildergalerie

4. Ab ins Schotterbett

Vom Güterwagen gelangt der Schotter ins Schotterbett. Dort wird er mit einer Gleisbaumaschine ausgewalzt und so ins 20 bis 40 Zentimeter tiefe Schotterbett gestopft. Das Streckennetz der SBB ist 3236 Kilometer lang. Darauf wurden bis heute ungefähr 20 Millionen Tonnen Schotter verbaut.

5. Erneuerung des Schotters

30 bis 40 Jahre dauert es im Durchschnitt, bis die Fahrbahn erneuert werden muss. Dabei wird der Schotter teilweise oder ganz ersetzt. Mit einer 300 bis 600 Meter langen, sogenannten Gleisschotterbettungsreinigungsmaschine, wird der Schotter gereinigt, gebrochen und gesiebt. Direkt auf der Maschine wird der noch brauchbare Schotter wieder dem Gleisbett zugeführt. Die SBB erneuert jährlich rund 230 Kilometer Fahrbahn.

Beginn einer Bildergalerie

6. Entsorgung

Nicht mehr brauchbarer, verschmutzter Schotter wird von den Gleisen entfernt und gewaschen. Gutes Gestein wird zu Kies und Splitt weiterverarbeitet. Das nun gebrochene Gestein kommt in diversen Anwendungen zum Einsatz, zum Beispiel als Deckbelag für den Strassenbau. Rund 243 000 Tonnen Gleisaushub bzw. Schotterabfall sind 2019 angefallen. Davon wurden rund 80 Prozent oder 190 000 Tonnen aufbereitet und wiederverwertet.